Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei

Tödlicher Unfall: Autofahrer stirbt - Rettungskräfte und Polizei-Hubschrauber suchen Kind in Maisfeld

Rüthen (NRW/Kreis Soest): Tödlicher Unfall - Polizei-Hubschrauber und Feuerwehr suchen Kind in Maisfeld
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Der VW Passat blieb stark verformt auf dem Dach in einem Maisfeld liegen. Der Fahrer (33) kam bei dem Unfall ums Leben.

In Rüthen hat sich am Samstagabend ein schwerer Verkehrsunfall ereignet, bei dem ein 33-jähriger Autofahrer ums Leben kam. Zwei weitere Unfallbeteiligte wurden verletzt. Da lange Unklarheit herrschte, ob ein Kind aus einem Auto geschleudert worden war, kreiste ein Polizei-Hubschrauber über dem Unfallort.

Rüthen - In Rüthen im Kreis Soest ereignete sich am Samstagabend ein tödlicher Verkehrsunfall. Ein 33-jähriger Autofahrer aus Geseke kam dabei ums Leben. Gegen 20.45 Uhr war ein BMW auf der L776 zwischen Rüthen und Büren ersten Erkenntnissen zufolge frontal in die Beifahrerseite eines VW Passat gekracht, nachdem dessen Fahrer ein Stop-Schild missachtet hatte. 

Der Geseker hatte mit seinem VW am Samstag (15. August) gegen 20.45 Uhr die Straße Hemmergrund von Langenstraße-Heddinghausen kommend in Richtung L776 befahren.

"An der Kreuzung missachtete er nach ersten Ermittlungen, das dort für ihn geltende Stop-Zeichen und wollte die Straße überqueren. Dabei übersah er einen von rechts kommenden Pkw, welcher die L776 aus Richtung Rüthen kommend in Richtung Büren befuhr", erklärte ein Sprecher der Soester Polizei-Leitstelle in der Nacht. Im Kreuzungsbereich kam es zum Zusammenstoß beider Fahrzeuge.

Lange herrschte Ungewissheit, ob möglicherweise ein Kind aus dem VW geschleudert worden war, deshalb kreiste ein Polizei-Hubschrauber über der Unfallstelle.

Durch die Wucht der Kollision wurde der VW des Gesekers etwa 30 Meter weit in ein angrenzendes Maisfeld geschleudert, wo er sich laut Polizeiangaben mehrfach überschlug und auf dem Dach liegen blieb. Der Motorblock des Wagens riss durch die Energie des Aufpralls aus der Karosserie und flog in den Straßengraben.

Durch die enorme Wucht des Aufpralls riss der Motorblock aus der Karosserie des VW Passat.

Auch der BMW, in dem zwei 24 und 21 Jahre alte Mescheder saßen, geriet von der Straße ab und landete in der Böschung des Maisfeldes. Den ersteintreffenden Einsatzkräften der Feuerwehr Rüthen bot sich vor Ort ein schlimmes Bild: Die beiden Fahrer waren in ihren Autos eingeklemmt, der Beifahrer des BMW konnte den Wagen ebenfalls nicht eigenständig verlassen, da die Tür sich nicht öffnen ließ.

Der Unfall ereignete sich auf der Kreuzung L776/Hemmergrund.

Weil die Kräfte der Feuerwehr bei dem 33-jährigen Fahrer des im Maisfeld liegenden VW keine Lebenszeichen feststellen konnten, befreiten sie ihn mit einer sogenannten Sofortrettung aus dem stark deformierten Unfallwrack.

Bei einer Sofortrettung ist das oberste Ziel, einen in Lebensgefahr schwebenden Menschen aus der Gefahrensituation zu retten, um wie in diesem Fall schnellstmöglich mit der Reanimation zu beginnen. 

Tödlicher Unfall in Rüthen: Auto überschlägt sich in Maisfeld - Hubschrauber sucht Kind

Für eine sogenannte schonende Rettung, bei der möglichst keine weiteren Verletzungen entstehen sollen, die dafür aber langwieriger ausfallen kann, bleibt dann keine Zeit.

Obwohl der Mann nach sehr kurzer Zeit aus dem VW befreit und die Reanimation umgehend danach gestartet worden war, konnten die Rettungskräfte ihm nicht mehr helfen. Er erlag seinen schweren Verletzungen noch an der Unfallstelle.

Auch die Insassen des BMW wurden von der Feuerwehr befreit.

Gleichzeitig kümmerten sich die ehrenamtlichen Feuerwehrleute um die beiden noch ansprechbaren Insassen des BMW. Der eingeklemmte Fahrer wurde mit hydraulischem Gerät von der Feuerwehr befreit. Er kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Auch der Beifahrer erlitt schwere Verletzungen und kam ins Krankenhaus. 

Tödlicher Unfall in Rüthen: Kindersitz und Kinderschuhe in Auto gefunden - große Suche

Im überschlagenen Passat entdeckten die Retter bei ihrer Erkundung zudem einen Kindersitz und Kinderschuhe, berichtete die Polizei. Da die Scheiben des Wagens bei dem Unfall zertrümmert worden waren, konnten die Einsatzkräfte nicht ausschließen, dass ein Kind möglicherweise aus dem Auto in eines der angrenzenden Felder geschleudert wurde.

Mit Scheinwerfer und Wärmebildkamera suchte die Hubschrauber-Besatzung das Gebiet ab.

Eine Menschenkette aus Feuerwehrleuten suchte sofort die Umgebung ab, ein Hubschrauber der Polizei wurde angefordert. Aus der Luft wurde ein großflächiger Bereich rund um die Unfallstelle unter anderem mit Scheinwerfern und einer hoch empfindlichen Wärmebildkamera abgesucht.

Auch am Boden suchten Polizei und Feuerwehr den Bereich um die Unfallstelle herum ab.

Knapp eine Stunde und 45 Minuten nachdem der Unfall geschehen war, wurde die Suche beendet, ein Kind oder andere Personen wurden nicht entdeckt. 

Der VW musste mit Lösch-Schaum eingedeckt werden, um die Brandgefahr, die vom ausgelaufenen Benzin ausging, zu verringern.

Derweil hatte die Feuerwehr den VW Passat mit einem Teppich aus Lösch-Schaum bedeckt: Da große Mengen Benzin aus dem Wagen in das Maisfeld gelaufen waren, bestand aufgrund der hohen Außentemperaturen eine erhöhte Brandgefahr, die durch diese Vorsorgemaßnahme eingedämmt wurde, erklärte Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp Büngeler.

Ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Kreises Soest nahm den vom Kraftstoff kontaminierten Erdboden in Augenschein. Um eine Umweltgefahr auszuschließen, musste der verseuchte Boden ausgehoben werden.

Unfall in Rüthen: Automatischer Notruf ist große Hilfe für Feuerwehr

Philipp Büngeler betonte, dass eine technische Sicherheits-Einrichtung des BMW der Feuerwehr eine große Hilfe war: Da bei dem Unfall die Airbags des Wagens auslösten, setzte dieser einen automatischen Notruf in Gang. So war nicht nur der genaue Unfallort direkt bekannt. 

"Wir hatten sofort Informationen, um was für ein Auto es sich handelt", so Büngeler. Demnach konnte die Feuerwehr die Personenrettung schon während ihrer Anfahrt genau planen. "Das war wirklich gut", unterstrich Büngeler. 

Die Polizei sicherte umfangreich Spuren am Unfallort.

Feuerwehrsprecher Andreas Schrewe hob zudem positiv hervor, was bei Unfällen in den vergangenen Wochen und Monaten oftmals in anderer Art und Weise negativ aufgefallen war: "Obwohl es sich um eine normalerweise stark befahrene Straße handelt, hat sich nicht ein Autofahrer beschwert oder wollte sich durch die Unfallstelle drängeln, weil er nicht weiter kam."

Die L776 war stundenlang gesperrt.

Die Feuerwehr Rüthen war mit 40 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen der Löschgruppe Oestereiden und einer Gruppe des Löschzugs Rüthen vor Ort. Neben drei Rettungswagen und zwei Notarzteinsatzfahrzeugen waren auch eine Leitende Notärztin und ein "Organisatorischer Leiter Rettungsdienst" mit dem Stichwort "Massenanfall von Verletzten" von der Rettungsleitstelle in Soest zur Unfallstelle geschickt worden.

Die Landstraße zwischen Rüthen und Büren blieb über mehrere Stunden bis in den frühen Morgen voll gesperrt.

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