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Woolworth: Rückruf trotz Lockdown - Dieses Kinderspielzeug sollten Sie entsorgen

Woolworth-Filialen haben im Corona-Lockdown geschlossen. Trotzdem gibt es nun einen Rückruf, den Kunden ernst nehmen sollten. Das betroffene Kinderspielzeug sollte entsorgt werden.

Unna - Ein Rückruf im Lockdown? Die Einzelhandelskette Woolworth mit Sitz in Unna (NRW) zeigt, dass das möglich ist. Aus Sicherheitsgründen hat das Unternehmen ein Kinderspielzeug zurückgerufen, auch wenn es aktuell gar nicht verkauft wird, weil die Filialen geschlossen sind. (News aus Nordrhein-Westfalen)

UnternehmenWoolworth
BrancheEinzelhandel
Mitarbeiter4569
Umsatz293,3 Mio. Euro (2013/14)

Woolworth-Rückruf von Kinderspielzeug trotz Lockdown: Puppen enthalten Weichmacher

Der Rückruf bezieht sich also auf diejenigen Verbraucher, die das Produkt längst erworben haben. Bei dem Produkt handelt es sich um den durch den Lieferanten Toi-Toys B. V. importierten Artikel „Puppen Lauren Deluxe“. Regulär kostet das Kinderspielzeug 3,99 Euro. Es hat die Auftragsnummer: 231506/00 | EAN: 8714627045857. Angaben darüber, in wie vielen der in Deutschland über 400 Woolworth-Filialen das Produkt vertrieben wurde, machte das Unternehmen nicht.

Dafür erklärte Woolworth, was hinter dem Rückruf steckt, und warum Verbraucher diesen besser ernst nehmen sollten. „Wir legen stets großen Wert auf die Qualität der von uns verkauften Produkte“, schrieb Woolworth einleitend in einer Pressemitteilung. „Trotz aller Qualitätssicherungsmaßnahmen sind Weichmacher (DEHP und DBP) in den Puppen enthalten“, benennt Woolworth wenig später den konkreten Grund des Rückrufs.

Weichmacher bewirken gemeinhin, dass Stoffe weicher, flexibler, geschmeidiger und elastischer sind. Obwohl sie sich aus Material-Gründen also eigentlich gut dafür eigneten, wurden Weichmacher für Kinderspielzeug von der Europäischen Union verboten. Denn Weichmacher weisen fortpflanzungsschädigende Eigenschaften auf, wie auch Woolworth in seiner Pressemitteilung noch einmal verdeutlichte.

Woolworth-Rückruf wegen Weichmacher: Kinderspielzeug kann gefährlich werden

Konkret können Weichmacher auf Basis von Phthalaten bei Männern Unfruchtbarkeit verursachen, da ihre Wirkung der von bestimmten Hormonen ähneln. Das bloße Spielen mit einer Puppe oder einem anderen Kinderspielzeug ist unproblematisch. Allerdings sollten Kinderspielzeuge unter keinen Umständen von Kindern in den Mund genommen werden. Ist in einem Produkt Weichmacher enthalten, kann das auf Dauer für Kinder gefährlich werden, da sie schon durch das Kauen auf den lackierten Flächen gesundheitlich geschädigt werden können.

Woolworth aus Unna (NRW) bittet deshalb seine Kundschaft, die Puppen aus genannten Gründen der Gesundheitsgefahr nicht weiter zu nutzen. Verbraucher sollten das Kinderspielzeug demnach entsorgen. Für Rückfragen steht Woolworth seinen Kunden unter der Servicehotline +49 2303 / 5938 100 zur Verfügung.

Woolworth hat aktuell geschlossen. Trotzdem meldet das Unternehmen den Rückruf eines Produktes.

Wer im Zuge des Rückrufs sein Geld zurückwill, der stünde bei den Woolworth-Filialen aktuell vor verschlossenen Türen. Denn trotz erster Corona-Lockerungen in NRW sind die Geschäfte derzeit noch geschlossen. Woolworth verspricht seinen Kunden jedoch, dass diese das Kinderspielzeug in den Kaufhäusern zurückgeben können, sobald diese wieder geöffnet sind. Der Kaufpreis von 3,99 Euro werde erstattet.

Rückruf von Kinderspielzeug - Wiedereröffnung von Woolworth in Unna noch unklar

Wie lange die Woolworth-Läden und andere Kaufhäuser noch geschlossen bleiben, ist noch unklar. „Aufgrund der behördlichen Anweisungen bleiben unsere Kaufhäuser bundesweit bis voraussichtlich den 7. März 2021 geschlossen“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens aus Unna (NRW). Während Friseure unter dem Vorbehalt strenger Corona-Regeln in Nordrhein-Westfalen ab dem 1. März schon wieder öffnen dürfen, müssen sich andere Geschäftszweige weiter gedulden. Woolworth dürfte wie viele andere darauf hoffen, dass bei der Bund-Länder-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und den übrigen Ministerpräsidenten am 3. März neue Lockerungen beschlossen werden.

Von einem Rückruf sind im Corona-Lockdown sonst eigentlich nur Supermärkte betroffen, die uneingeschränkt und durchgängig geöffnet hatten. Bei Kaufland kam es vor wenigen Wochen zum Rückruf eines Schoko-Produkts. Dabei ging es um eine beliebte Eigenmarke.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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