Beitrag in Bad Münstereifel

RTL-Moderatorin nach Hochwasser-Einsatz beurlaubt: So erklärt sie den Schlamm-Eklat

RTL-Moderatorin Susanna Ohlen hat sich für einen Beitrag im Katastrophengebiet Bad Münstereifel mit Schlamm beschmiert. Nach der Beurlaubung des Senders reagiert sie nun selbst.

Hamm - Die RTL-Reporterin Susanna Ohlen steht deutlich in der Kritik. Für eine Reportage aus dem stark vom Hochwasser getroffenen Bad Münstereifel hat sich Ohlen mit Schlamm eingerieben, um authentischer zu wirken. RTL beurlaubte sie daraufhin. Jetzt entschuldigte sie sich.

NameSusanna Ohlen
Alter39
EhepartnerJens Ohlen
FernsehsendungenRTL West

RTL-Moderatorin Susanna Ohlen schmiert sich für Reportage aus Katastrophengebiet mit Schlamm ein

Susanna Ohlen berichtete aus dem Katastrophengebiet in Bad Münstereifel. Im Programm des Senders RTL wurde ihr Bericht damit angekündigt, dass die Moderatorin bei den Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser mithelfe. In den Aufnahmen hat sie Schlamm im Gesicht und an der Kleidung. Wenig später tauchte ein Video von ihr auf, das zeigte, wie sich die Moderatorin selbst mit dem Dreck einrieb, bevor sie in die Kameras sprach.

Die RTL-Moderatorin bestätigte den Vorwurf auf Instagram: „Ich habe am Montag im Flutgebiet vor der Schalte für ,Guten Morgen, Deutschland‘ einen schwerwiegenden Fehler gemacht.“ Susanna Ohlen erklärt das Vorgehen so: „Nachdem ich an den vorherigen Tagen bereits privat in der Region geholfen hatte, habe ich mich vor den anderen Hilfskräften an diesem Morgen geschämt, im sauberen Oberteil vor der Kamera zu stehen. Daraufhin habe ich mir, ohne zu überlegen, Schlamm auf meine Kleidung geschmiert.“

RTL-Moderatorin berichtet aus Bad Münstereifel: Schlamm sorgt für Beurlaubung

Der Sender hatte direkt reagiert. Auf Nachfrage von tz.de* sagte eine RTL-Sprecherin nach dem Fehlverhalten von Ohlen in Bad Münstereifel: „Das Vorgehen unserer Reporterin widerspricht eindeutig journalistischen Grundsätzen und unseren eigenen Standards. Wir haben sie daher direkt am Montag, nachdem wir davon erfahren haben, beurlaubt.“* Der Sender geht aber davon aus, dass die gezeigten Bilder authentisch sind und will die Vorwürfe intern prüfen. Der Beitrag wurde von RTL gelöscht.

Susanna Ohlen entschuldigte sich: „Mir als Journalistin hätte das niemals passieren dürfen. Als Mensch, dem das Leid aller Betroffenen zu Herzen geht, ist es mir passiert. Ich bitte um Verzeihung.“ Moderatorin Marlene Lufen (Sat.1-Frühstücksfernsehen) sprang ihr zur Seite und antwortete auf den Instagram-Beitrag: „Ich weiß, dass du Familie in der Region hast, liebe Susanna. Was zählt ist, dass Du tagelang geholfen hast.“

Flutkatastrophe in NRW: 27 Menschen starben im Kreis Euskirchen durch das Hochwasser

Im Kreis Euskirchen starben nach aktuellem Stand (23. Juli) durch die Flutkatastrophe 27 Menschen. Das Unwetter in NRW traf sowohl Hagen, Altena und der Märkische Kreis als auch den Kreis Euskirchen, der Rhein-Sieg-Kreis und der Rhein-Erft-Kreis besonders heftig. Insgesamt starben in Nordrhein-Westfalen nach bisherigen Erkenntnissen 47 Menschen, im benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz gab es bis jetzt 123 Tote. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare