Großeinsatz im Kreis Gütersloh

Feuer in Galvanik: Giftige "Brühe" drohte ins Trinkwasser zu gelangen

Rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr kämpften in Rietberg gegen die Flammen.
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Rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr kämpften in Rietberg gegen die Flammen.

Ein Feuer in einer Galvanik im Kreis Gütersloh hat mutmaßlich einen hohen sechsstelligen Schaden verursacht. Dort war ein Säurebecken in Brand geraten. 

Rietberg-Varensell - Am Donnerstagmorgen musste die Feuerwehr noch Glutnester bekämpfen. Verletzt wurde Polizeiangaben nach bei dem Feuer niemand. Die Brandursache ist noch unklar.

Die ganze Nacht über dauerten die Nachlöscharbeiten im Galvanikbetrieb Hubert Altehülshorst an. Rund 200 Einsatzkräfte hatten am Mittwochabend mehr als zwei Stunden benötigt, um das Feuer in der rund 6000 Quadratmeter großen Halle unter Kontrolle zu bekommen.

"Ein Außenangriff war zunächst nicht möglich aufgrund der hohen Temperaturen von über 800 Grad in dem Brandherd", berichtete Feuerwehr-Pressesprecher Oliver Eichstädt am Abend.

Feuer in Galvanik: Wasserwerfer im Einsatz

Zunächst sei von den Drehleitern aus Rietberg, Verl und Gütersloh (Miele) sowie über drei Wasserwerfer der Brand von außen bekämpft worden. Außerdem wurde das Wasser aus zehn C-Rohren zur Brandbekämpfung genutzt.

Feuer in Verzinkerei im Kreis Gütersloh

Den Feuerwehrleuten war es auch dank des baulichen Brandschutzes und des großes Engagements trotz hochsommerlicher Temperaturen gelungen, die Flammen in der betroffenen Halle zu halten und ein Übergreifen auf das direkt angrenzende Lager zu verhindern.

Feuer in Galvanik: Gaszufuhrt gestoppt

Stadtbrandinspektor Matthias Setter hatte den Einsatz in fünf Abschnitte unterteilt: drei für die Brandbekämpfung, einer für die Wasserversorgung und einer für Messaufgaben.

Erst nach Einbruch der Dunkelheit waren die Flammen so weit unter Kontrolle, dass die ersten Kräfte wieder einrücken konnten. Nachdem zunächst Polizeibeamte die Hauptstraße gesperrt hatten, rückte zu später Stunde der Bauhof aus und stellte Schilder auf. 

Das zuständige Energieversorgungsunternehmen musste die Gaszufuhr unterbrechen, weil der Verteiler sehr nah am betroffenen Gebäude lag, musste aber von der Hauptstraße erst die Leitung freigelegt werden.

Einem Spezialunternehmen gelang es, nicht nur die sauren und basischen Flüssigkeiten zur Metallbehandlung, sondern auch die großen Mengen Löschwasser abzusaugen. Die chemischen Substanzen drohten in das öffentliche Trinkwasser zu gelangen.

Als die Feuerwehrleute langsam ihre Schläuche wieder zusammenrollten, rückte ein Abfallspezialist aus Gütersloh an. Nicht nur die sauren und basischen Flüssigkeiten zur Metallbehandlung mussten aufgesaugt werden, auch die großen Mengen Löschwasser.

Feuer in Galvanik: Große Tanks eingesetzt

Dazu war man mit drei, rund 20.000 Liter fassenden Pump-/Saugwagen angerückt, ferner mit fünf Lagertanks, die jeweils ein Fassungsvermögen von 70 Kubikmetern haben.

"Die chemischen Substanzen drohten in das öffentliche Trinkwasser zu gelangen, das konnten wir aber gerade noch verhindern", berichtete Projektmanager Leon Göritz über die erfolgreiche Arbeit seiner sechs Kollegen.

Feuer in Galvanik: Giftige Flüssigkeiten abgesaugt

Sowohl aus der Kanalisation, als auch aus einem Graben neben der Hauptstraße und aus den Räumen des Galvanikbetriebes wurden die giftigen Flüssigkeiten abgesaugt. 

Die einzelnen Substanzen werden nun chemisch und physikalisch in einer Spezialanlage des Unternehmens getrennt, das Wasser wird anschließend über die Kläranlage wieder in die Umwelt abgegeben.

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