Statement bei „Anne Will“

Restaurants: Lauterbach fordert Öffnung der Außengastronomie - und warnt vor Lockdown

Restaurants könnten in NRW bald ihre Außengastronomie öffnen. Eine Idee, die Karl Lauterbach im Kern befürwortet. Doch er befürchtet den nächsten Corona-Lockdown.

Hamm - Frühestens ab dem 22. März ist sie lauf Stufenplan von Bund und Ländern möglich - die Öffnung der Außengastronomie. Ob es sofort so kommt, hängt dann aber vom Corona-Geschehen ab. Liegt die Inzidenz stabil unter 50, können Restaurants ihre Außengastronomie wieder eröffnen. Das wird in Nordrhein-Westfalen nicht der Fall sein. Schließlich muss der Wert zwei Wochen lang konstant unter 50 liegen. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Einwohner17.947.221 (31. Dezember 2019)
HauptstadtDüsseldorf

Restaurants in NRW vor Öffnung der Außengastronomie - Karl Lauterbach befürwortet Idee

In NRW hoffen Gastronomie-Betreiber stattdessen auf eine stabile Inzidenz von unter 100, wonach Restaurants ihre Außen-Gastro dann immerhin mit Terminbuchung und unter Vorlage eines tagesaktuellen Corona-Tests öffnen können. Ein Konzept, das SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Kern befürwortet. Doch in der Fernsehsendung „Anne Will“ (ARD) zweifelt Lauterbach am Bestand dieser Corona-Lockerung.

„Ich bin für die Öffnung der Außengastronomie, um es klar zu machen, mit Antigen-Tests. Wenn an dem Tag getestet wurde, ist das sicher - das ginge“, sagte der Epidemiologe in der ARD-Talkshow. Doch laut Karl Lauterbach gebe es ein wesentliches Problem, um dieses Konzept auch umzusetzen. Demnach seien Corona-Selbsttests zwar seit Samstag bei Aldi und weiteren Anbietern erhältlich, aber der Einsatz der Corona-Schnelltests sei in anderen Bereichen nicht systematisch genug und zu vorsichtig angelaufen.

Restaurants in NRW vor Öffnung der Außengastronomie - Karl Lauterbach zweifelt an Umsetzung

Außerdem befürchtet Lauterbach, dass eine Öffnung der Außengastronomie für Restaurants zeitnah ohnehin nicht mehr infrage kommt. „Wir haben einerseits gelockert, aber die Lockerungen werden bald keine Rolle spielen. Weil die Fallzahlen steigen“, prognostiziert Lauterbach Inzidenz-Werte, die in Deutschland und NRW die 100er-Marke übersteigen werden. „Wir haben einen Beschluss mit dem falschen Signal: ‚Wir lockern.‘ Und gleichzeitig eine Situation, die keine Lockerung zulässt. Das kann man schwer vertreten“, betonte Karl Lauterbach in der Sendung „Anne Will“ (ARD).

Auf die Frage, ob Lauterbach eine Öffnung der Restaurants nur im Außen- oder auch im Innenbereich befürwortete, fand der SPD-Gesundheitsexperte klare Worte und verwies auf Studien. Diese würden demonstrieren, dass die Öffnung der Gastronomie drinnen dazu führe, dass die Corona-Fallzahlen steigen. Grund seien die Aerosole im Innenraum. „Und die Mutante ist noch ansteckender“, so Lauterbach, wodurch sich die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus erhöhe.

Restaurants und Gastronomie bei Lockerungen außen vor - Einzelhandel öffnet

Karl Lauterbach prognostiziert also einen wesentlichen Anstieg der Corona-Infektionszahlen und somit auch der Inzidenz, die aktuell in Deutschland bereits stetig steigt, ohne dass die Lockerungen dabei bereits eine Wirkung zeigen. Auch in NRW ist eine ähnliche Entwicklung der Corona-Zahlen zu beobachten. Der Wert der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen hatte landesweit beinahe die 50 unterschritten, ist nun aber längst wieder auf über 65 angestiegen.

Unter diesen Umständen müssen Restaurant-Betreiber und Gastronomen weiter zittern - auch wenn die Außengastronomie laut Karl Lauterbach unter den richtigen Voraussetzungen für eine Öffnung gewappnet sei. In NRW erfreuen sich aber vorerst andere Branchen über Lockerungen. Die Öffnungsschritte zwei und drei betreffen vor allem den Einzelhandel, der fortan unter der Bedingung Click and Meet für Kunden zum Termin-Shopping öffnen darf.

Rubriklistenbild: © Matthias Bein/dpa

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