Bundeskartellamt

Real-Übernahme durch Kaufland nur bedingt genehmigt - Veto bei Standorten in NRW

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Grünes Licht vom Bundeskartellamt für die Übernahme von Real. Kaufland erwirbt demnach bis zu 92 Standorte.

Die Real-Übernahme von Kaufland hat das Bundeskartellamt bestätigt und dem Discounter bis zu 92 Standorte gewährt. Doch bei einigen Filialen in NRW musste Kaufland zurückrudern.

Hamm - Ursprünglich wollte die Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem Kaufland und Lidl gehören, 101 Real-Standorte erwerben. Wie das Bundeskartellamt nun bestätigte, werden es allerdings nur bis zu 92. Der Grund sei der Wettbewerb an einigen Standorten - unter anderem an solchen in NRW.

LebensmitteleinzelhandelKaufland
SitzNeckarsulm
Mitarbeiterzahl132.000 (Dezember 2019)
gehört zurSchwarz-Gruppe

„Wir wollen für die Verbraucherinnen und Verbraucher dort, wo sie einkaufen, genügend Auswahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Lebensmittelhändlern erhalten. Deswegen erlauben wir Kaufland anstatt der 101 angemeldeten nur die Übernahme von bis zu 92 Real-Standorten“, erklärte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, in einer Presseerklärung.

Real-Übernahme: Kaufland bekommt 92 neue Standorte - Rückzug in Hemer, Bedburg und Dülmen

In den betroffenen regionalen Märkten würden demnach sonst sowohl die Ausweichmöglichkeiten als auch der Wettbewerb zu stark beeinträchtigt werden. Wegen der wettbewerblichen Bedenken des Kartellamts verzichtet Kaufland auf den geplanten Erwerb von neun Real-Standorten - drei Filialen befinden sich in Nordrhein-Westfalen.

Die Real-Standorte in NRW, die Kaufland nicht übernehmen wird, befinden sich in Hemer (Märkischer Kreis), Bedburg (Rhein-Erft-Kreis) und Dülmen (Kreis Coesfeld). Darüber hinaus mus der Discounter auf die Standorte in Heidenheim und Horb (beide Baden-Württemberg), Brandenburg und Falkensee, (beide Brandenburg) sowie Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) und Heidenau (Sachsen) verzichten.

Wie viele der 92 Standorte von Real, das zum russischen Finanzinvestor SCP gehört, übernommen werden, ist allerdings noch unklar. Mit der kartellrechtlichen Genehmigung ist für die betroffenen 92 Standorte lediglich eine formale Hürde genommen. In einigen Fällen steht laut dem Bundeskartellamt noch die Einigung von Kaufland mit den bisherigen Vermietern aus. Zum anderen könnten manche Filialen unter Umständen auch von mittelständischen Lebensmitteleinzelhändlern übernommen werden.

Real-Übernahme: Kaufland bekommt 92 neue Standorte - Auch Globus bekommt 24 Filialen bewilligt

Neben Kaufland erhält zudem auch die Globus-Gruppe eine Genehmigung zur Übernahme von 24 Real-Filialen. Laut Bundeskartellamt ist die Übernahme von 24 Real-Standorten durch Globus - anders als bei neun der von Kaufland angepeilten Filialen - aus Verbraucher-Sicht „in allen betroffenen Regionen unproblematisch.“

Zwar schränkt das Bundeskartellamt die Ausbreitung von Kaufland und der Schwarz-Gruppe durch die abgelehnten neun Standorte ein. Gleichzeitig stellt Andreas Mundt fest: „Die Schwarz-Gruppe baut durch die Übernahme ihre starke Marktposition beim Einkauf von Lebensmitteln weiter aus.“

Die Schwarz-Gruppe ist mit einem Umsatz von rund 113 Milliarden Euro europaweit der mit Abstand größte Lebensmitteleinzelhändler in Europa. Allein In Deutschland beträgt der Umsatz ca. 39 Mrd. Euro. Kaufland betreibt rund 670 Warenhäuser und Verbrauchermärkte. Lidl betreibt zudem mit 39 Regionalgesellschaften ein Vertriebsnetz mit circa 3.200 Standorten und ist der größte Discounter-Konzern der Welt mit insgesamt 10.800 Filialen in 32 Ländern.

Real-Übernahme: Kaufland bekommt 92 neue Standorte - Edeka will ebenfalls Filialen erwerben

Aktuell prüft das Bundeskartellamt noch einen Antrag von Edeka, wonach die Edeka-Gruppe ebenfalls 72 Real-Filialen übernehmen will. Ist Das Vorhaben wurde bereits zur Prüfung angemeldet. Allerdings läuft das Verfahren noch. Neben Edeka hat auch SCP weitere Ansprüche dargelegt. Die Frist für eine Entscheidung des Kartellamts wird demnach am 22. Februar 2021 fällig.

In der Corona-Krise können viele Discounter derzeit einen höheren Umsatz erzielen, da das Geschäft in dieser Zeit brummt. Auch weil Supermärkte von den harten Regeln im Corona-Lockdown nicht so hart getroffen und eingeschränkt sind wie andere Branchen. -

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