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Riesen-Razzia gegen Rechtsextreme mit vier Festnahmen - Durchsuchungen in NRW

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Großer Schlag gegen die rechte Szene: Seit dem Morgen laufen Durchsuchungen in elf Bundesländern mit Dutzenden Beschuldigten, auch in NRW. Es gab vier Festnahmen.

Karlsruhe - Riesen-Razzia gegen Rechts: Ermittler gehen seit dem Morgen mit einer großen Aktion in elf Bundesländern, darunter Nordrhein-Westfalen, gegen mutmaßliche Rechtsextremisten vor. Vier Personen aus dem Umfeld einer Eisenacher Kampfsportgruppe seien festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch (6. April).

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohner17,93 Millionen
HauptstadtDüsseldorf

Razzia gegen Rechtsextreme mit vier Festnahmen - Durchsuchungen in NRW

Die Durchsuchungen in elf Bundesländern richteten sich gegen insgesamt 50 Beschuldigte. Darunter sind auch mutmaßliche Mitglieder der „Atomwaffen Division Deutschland“ (AWDD), der Internet-Chatgruppe „Sonderkommando 1418“ (SKD 1418) und der 2020 verbotenen Gruppierung „Combat 18“. Deutschlandweit waren etwa 800 Polizisten im Einsatz.

Auch in NRW hat es Durchsuchungen gegeben. Wie der WDR mit Bezug auf die Bundesanwaltschaft berichtete, wird konkret gegen zwei Personen aus Dortmund und Castrop-Rauxel ermittelt. Sie sollen Mitglieder für die verbotene Neonazi-Gruppe „Combat 18“ geworben haben.

Razzia gegen Rechts: Durchsuchungen in Dortmund und Castrop-Rauxel

Den vier Festgenommenen wird die Mitgliedschaft in einer rechtsextremistischen kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Dabei handelt es sich um die Kampfsportgruppe „Knockout 51“, die nach den Erkenntnissen der Ermittler „unter dem Deckmantel des gemeinsamen körperlichen Trainings junge, nationalistisch gesinnte Männer anlockt, diese bewusst mit rechtsextremem Gedankengut indoktriniert und für Straßenkämpfe ausbildet“.

Bei den Vorwürfen gehe es um Körperverletzung, vor allem gegen Menschen aus der linken Szene, hieß es. Die Beschuldigten sollen versucht haben, mit Kiezstreifen „für Ordnung“ zu sorgen. Außerdem sollen Mitglieder von „Knockout 51“ auch an Protesten gegen die Corona-Maßnahmen teilgenommen haben, um dort Gewalt zu provozieren.

Von den Durchsuchungen ist den Informationen zufolge auch das „Flieder Volkshaus“ in Eisenach betroffen, in dem sich die Landeszentrale der rechtsextremen NPD befindet. In dem Haus sollen Trainings der Kampfsportgruppe stattgefunden haben.
Auch die Anfang 2020 verbotene rechtsextreme Gruppierung „Combat 18“ ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft von den Razzien betroffen sein. Hier gehe es um Verstöße gegen das Vereinigungsverbot.

Drei der Männer wurden in Eisenach gefasst, der vierte im hessischen Rotenburg an der Fulda. Sie sollten am Mittwoch und Donnerstag am Karlsruher Bundesgerichtshof einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser entscheidet, ob sie in Untersuchungshaft kommen. (dpa/epd)

Zuletzt hatte es in NRW eine Razzia gegen Clan-Kriminalität gegeben: Die Polizei schlug mit einem Großaufgebot und Spezialkräften an mehreren Orten im Ruhrgebiet zu.

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