Vor zwei Wochen ausgebüxt

„Leopard im Garten“: Afrikanische Raubkatze streift durch NRW - PETA alarmiert

Ein Serval, eine Wildkatze, sitzt in einem Garten in Stadtlohn. Das streunende Tier hat für einige Aufregung gesorgt
+
Eine Wildkatze sitzt in einem Garten in Stadtlohn. Das streunende Tier hat für einige Aufregung gesorgt.

„Hier ist ein Leopard im Garten.“ Dieser Notruf dürfte die Polizei irritiert haben. Tatsächlich fanden die Beamten eine Raubkatze vor. Nur war es kein Leopard.

Stadtlohn - Ockergelbes Fell, schwarze Punkte und ein bedrohliches Fauchen: Die Anwohner, die im münsterländischen Stadtlohn im Gebüsch ihres Gartens ein Leoparden-ähnliches Tier entdeckten, müssen einen riesigen Schreck bekommen haben. Ein Leopard in freier Wildbahn - in Nordrhein-Westfalen? Sie alarmierten die Polizei. „Hier ist ein Leopard im Garten“, lautete der Notruf, den die Beamten in der Leitstelle der Kreispolizeibehörde Borken am Mittwoch erhielten.

StadtStadtlohn
LandkreisBorken
Einwohner20.290

„Leopard im Garten“: Afrikanische Raubkatze streift durch NRW - PETA alarmiert

Laut der Polizei sah das Tier in dem Garten für die Polizisten im ersten Moment tatsächlich nach einem Leoparden aus. Doch als das fauchende Tier die Ohren aufstellte, sei den Beamten klar gewesen: Hier handelt es sich um einen Serval, eine mittelgroße afrikanische Raubkatze.

Das Einfangen des Tieres gestaltete sich zunächst schwierig. Der Halter war unbekannt, die Polizei bat öffentlich um Hinweise. Geduld war gefragt. Die Aufregung in Stadtlohn war groß. Ordnungsamt, Feuerwehr, Polizei und auch Privatpersonen mussten lange ausharren.

Stadtlohn: Afrikanische Raubkatze in Garten entdeckt - Halter über Facebook ermittelt

Wenige Stunden später kam dann die erlösende Nachricht aus Stadtlohn: Der Serval konnte von einem Fachmann in ein Netz gelockt und eingefangen werden. Die kleine Raubkatze kam in eine Auffangstation für solche Exoten in Witten im Ruhrgebiet.

Der Halter des Servals konnte am Donnerstag ermittelt werden - über Social Media. Laut dem Ordnungsamt Stadtlohn hat er bei Facebook einen Suchaufruf gestartet. Vor zwei Wochen sei dem Niederländer ein Serval entlaufen. Als dann das Tierheim in Stadtlohn am Mittwoch von dem seltenen Fund in einem Garten berichtete, hätten Facebook-Nutzer schließlich die Verbindung gezogen und die Behörden informiert.

Wie ein Serval in seiner vollen Pracht aussieht, zeigt dieses Archiv-Foto aus einer Auffangstation in Brandenburg.

Die afrikanische Raubkatze stammt also aus der etwa 15 Kilometer von Stadtlohn entfernten niederländischen Nachbargemeinde Winterswijk. „Der Besitzer hat ein Foto von seiner Wildkatze geschickt, und wir haben die Chip-Nummer und die Papiere überprüft“, sagte eine Mitarbeiterin des Stadtlohner Ordnungsamtes am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. So schnell wie möglich werde das Tier an den niederländischen Halter übergeben.

Serval streift durch NRW: Peta schlägt Alarm und fordert Haltungsverbot auf EU-Ebene

Servale sind Wildkatzen, für deren Haltung es in Deutschland spezieller Sachkunde und einer Genehmigung bedarf. Die Tierrechtsorganisation PETA schlug nach dem Vorfall in NRW Alarm. In einer Pressemitteilung von Freitag fordert PETA die künftige Bundesregierung auf, „ eine bundesweite Gefahrtierverordnung zu beschließen und sich auch auf EU-Ebene für ein Haltungsverbot einzusetzen.“

Würden exotische Wildtiere aus „mangelhafter Privathaltung“ flüchten, würden sie nicht nur sich selbst, sondern auch Menschen und andere Tiere in Gefahr bringen, wird die Biologin und PETA-Fachreferentin Dr. Yvonne Würz zitiert. „Obwohl die anspruchsvollen Exoten in Gefangenschaft nicht tiergerecht gehalten werden können, sind im Internet etliche von ihnen frei verkäuflich. Zum Schutz von Mensch und Tier müssen die Haltung und der Verkauf von Exoten endlich komplett verboten werden.“ (mit dpa-Material)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare