Fußball

Rassistische Beleidigung: Fußballspiel in Marsberg abgebrochen

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Abi Ouhbi erlebte mit dem TuS Neuenrade gestern durch den Rassismus-Eklat in Marsberg einen der traurigsten Momente seiner Trainerkarriere.

Spielabbruch in der Fußball-Bezirksliga: Nach einer rassistischen Beleidigung ging der TuS Neuenrade im Auswärtsspiel beim VfB Marsberg vom Feld. Was passiert ist, erfahren Sie hier.

  • Spielabbruch in der Fußball-Bezirksliga in Marsberg (NRW)
  • Ein Spieler des TuS Neuenrade wurde rassistisch beleidigt
  • Der Schiedsrichter hat einen Sonderbericht angekündigt

Marsberg - Ein trauriges und vorzeitiges Ende fand am Sonntag das Spiel zwischen dem VfB Marsberg und dem TuS Neuenrade im Diemelstadion, denn beim Stand von 3:1 für die Gastgeber schickte Referee Iwersen (Bergkamen) zunächst beide Teams in die Kabine.

Auslöser war eine Aktion direkt davor: Ein Neuenrader Spieler war gefoult worden, wollte anschließend den Ball in der Nähe der Eckfahne holen. Ein Marsberger Zuschauer soll daraufhin zum muslimischen TuS-Akteur gesagt haben, „dass du mehr Schweinefleisch essen musst, dann fällst du auch nicht so schnell um.“ Worte, die laut Neuenrades Trainer Abi Ouhbi auch der Referee gehört hatte, der zunächst beide Kapitäne zu sich rief, nach kurzer Beratung wurde unterbrochen, beide Teams verschwanden in der Kabine. 

Spielabbruch in Marsberg: Rassistische Äußerung

„Der Schiedsrichter hat gesagt, dass wir uns zunächst beraten sollen, wie wir mit dem Vorfall umgehen wollen, er würde dann später bei uns vorbeikommen. Wir sind dann mehrheitlich zum Entschluss gekommen, nicht weiterzuspielen und haben das dem Referee mitgeteilt. Er hat das Spiel dann endgültig abgebrochen und angekündigt, einen Sonderbericht zu verfassen“, so Ouhbi. 

Und es ist wohl auch nicht der einzige rassistische Vorfall gewesen. Schon zuvor soll es Affenlaute in Richtung eines Neuenrader Spielers gegeben haben, was dem Referee mitgeteilt wurde, sodass er nach 60 Minuten den Ordnungsdienst anwies, darauf verstärkt zu achten. 

Affenlaute aus dem Publikum in Marsberg

Johannes Picht, Teammanager des VfB, hat sich laut Ouhbi übrigens direkt entschuldigt, wird in der „WP Arnsberg“ wie folgt zitiert: „So etwas geht natürlich gar nicht. Wir als Verein können uns dafür nur entschuldigen. Wir werden jetzt versuchen, den Täter zu ermitteln.“ Allerdings stellte Picht auch öffentlich deutlich heraus, dass er die Entscheidung, das Spiel abzubrechen, für zu hart halte. Klar ist, dass die Partie eine Fortsetzung vor einem Sportgericht finden wird, in der Regel werden Rassismus-Vorwürfe vor dem Verbands-Sportgericht verhandelt. 

Ob dieser Vorfälle trat das Sportliche natürlich in den Hintergrund. Die Hönnestädter legten eine ganz schwache erste Halbzeit hin, lagen verdient mit 0:2 hinten. Nach dem Wechsel wurde es wesentlich besser, ein unglückliches Ouhbi-Eigentor aber führte zum 3:0. Zorlu verkürzte zwar (71.), doch wenig später war Schluss...

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