Dramatische Verfolgungsfahrt endet auf Großmarkt

Hammer Raser hebt in Dortmund ab, als er vor der Polizei flieht

Auf dem Hohen Wall wollte die Polizei den jungen Mann aus Hamm stoppen. In diesem Moment drückte er kräftig aufs Gaspedal.
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Auf dem Hohen Wall wollte die Polizei den jungen Mann aus Hamm stoppen. In diesem Moment drückte er kräftig aufs Gaspedal.

Immer wieder muss sich die Dortmunder Polizei mit Rasern auseinandersetzen, die die Wallstraßen auf teilweise extrem gefährliche Weise als Rennstrecke missbrauchen. Und immer wieder tauchen darunter auch junge Leute aus Hamm auf. So wie jetzt wieder.

Dortmund/Hamm - Dabei war zunächst gar nicht klar, dass es sich um einen Hammer handelt... Mit aufheulendem Motor, einer extrem lauten Auspuffanlage und schnellen Spurwechseln fiel einem Streifenteam der Dortmunder Polizei am Samstagabend in der Dortmunder Innenstadt ein weißer Mercedes mit Essener Kennzeichen auf. Als der Fahrer auf dem Hohen Wall die Anhaltezeichen der Polizei sah, gab er Vollgas und flüchtete vor dem Einsatzfahrzeug, das ihm mit Blaulicht und Martinshorn folgt. Über die Ruhrallee fuhr der Mercedes durch den Gegenverkehr bis zur Kreuzung an der Saarlandstraße. Zeitweise fuhr er mehr als 100 km/h - auch über Rotlicht. Er verlor bei riskanten Fahrmanövern mit allen Rädern den Kontakt zum Boden und geriet bei hohem Tempo ins Schlingern.

Die Flucht vor der Polizei endete schließlich auf dem Dortmunder Großmarkt - in einer Sackgasse, wo inzwischen zwei Einsatzfahrzeuge die Weiterfahrt versperrten. Wer im Fahrzeug saß, war nicht zu erkennen: Die Scheiben waren abgedunkelt. Polizisten öffneten die Türen, zogen vier Insassen aus dem Pkw und fixierten sie am Boden. Wie sich herausstellte, wohnt der 22-jährige Fahrer in Hamm.

Der Führerschein des Hammers war bereits zur Fahndung ausgeschrieben, er hatte ihn aber nicht dabei. Er wurde vorübergehend festgenommen und konnte die Wache später wieder verlassen. Die Polizei ermittelt gegen ihn unter anderem wegen der Teilnahme an einem illegalen Rennen auf dem Wall.

Den in Essen zugelassenen Mercedes ließ die Polizei abschleppen - die Insassen machten widersprüchliche Angaben darüber, wem der stark motorisierte Pkw gehört.

Aktion nur die Spitze des Einsatz-Eisbergs

Die beschriebene Aktion war an diesem Kontroll-Wochenende nur die Spitze des Eisbergs:

Wie die Polizei weiter ausführte, fielen in den Nächten zu Samstag und Sonntag Raser im Zentrum immer wieder mit Rotlichtverstößen auf. Insassen hätten der Polizei gegenüber aggressiv auf Kontrollen reagiert. In beiden Nächten reisten zahlreiche Raser, Tuner und Poser erst ab 2 Uhr an.

Konsequent ging die Polizei gegen eine Ansammlung von Personengruppen und Fahrzeugen in der "Boxengasse" am Ostwall vor. Anwohner beschweren sich hier immer wieder über "unerträglichen Lärm und Müll".

Hammer in Dortmunder Wall-Raserszene aktiv

Junge Leute aus Hamm scheinen ein aktiver Teil der Dortmunder Wallraser-Szene zu sein. Einer der krassesten Fälle wurde im April 2018 bekannt. Die 22-jährige Verursacherin bekam von WA.de im Anschluss die Bezeichnung "PS-Protz-Lady" verpasst. - WA/han

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