Corona in NRW

Protest von „Querdenken“ - Stadt in NRW lässt Schulwege überwachen

Die Corona-Zahlen steigen in ganz Deutschland. Jetzt soll die Initiative „Querdenken 711“ eine Aktion gegen die Maskenpflicht planen. Das NRW-Schulministerium sprach eine Warnung aus. Doch dann überraschte die Initiative mit ihrem Statement.

Update vom 9. November, 9.58 Uhr: Befürchtungen über Maskengegner-Aktionen an Schulwegen haben sich am Montagmorgen zunächst nicht bestätigt. Es habe bisher keine entsprechenden Hinweise gegeben, hieß es von der Polizei in Münster und Wuppertal. Ob es in anderen Orten von NRW zu Vorfällen kam, war unklar.

LandDeutschland
Hauptstadt Berlin
Fläche357.582 km²
Einwohneranzahl83.166.711 (Stand: 31. Dezember 2019)

Protest von „Querdenken“ - Stadt in NRW lässt Schulwege überwachen

Update vom 9. November, 7.40 Uhr: Nachdem die Maskengegner von „Querdenken 711“ für heute eine Aktion gegen die Maskenpflicht angekündigt hatte, lässt die Stadt Münster Schulwege von Polizei und Ordnungsamt überwachen. Zwar stritt Gründer Michael Ballweg den Plan ab (siehe Update vom 5. November), jedoch wollen die Ordnungsbehörden auf alle Fälle eingestellt sein. Der Landtagsabgeordnete Marcel Hafke (FDP) bleibt skeptisch und warnt vor „Querdenken“-Aktionen, die seinen Informationen nach auch in Wuppertal geplant sein könnten.

„Wir sind auf eventuelle Aktionen der Initiative vorbereitet“, sagt der Leiter des Ordnungsamtes Norbert Vechtel. „Außerdem können uns Betroffene anrufen oder eine E-Mail schreiben“, darüber schreibt msl24.de aus Münster.*

Protest von Querdenkern an Schulen: Ist die Aktion von „Querdenken 711“ nur ein Fake?

Update vom 5. November, 18.22 Uhr: Verwirrung um eine angebliche Aktion von Maskengegnern: Das NRW-Bildungsministerium hat die Schulen in dem Bundesland vor Aktionen am 9. November gewarnt. Es gebe Hinweise, dass die Initiative „Querdenken 711“ deutschlandweit an 1000 Schulen „Aktionen gegen die Pflicht zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung durchführen will“, so das Düsseldorfer Ministerium in einer Rundmail an alle Schulen. „Querdenken 711“ teilte am Donnerstagnachmittag mit, die angebliche Aktion sei nur ein Test gewesen - um die interne Kommunikation auf Lecks zu überprüfen. Das Ministerium blieb dennoch bei seiner Warnung.

„Querdenken 711“-Gründer Michael Ballweg schrieb dagegen in seiner Pressemitteilung am Donnerstag, es gebe keinen entsprechenden Plan für den 9. November. „Bei der Aktion handelt es sich um einen Test unserer Kommunikationsstrukturen. Wir werden immer wieder vor einer Unterwanderung gewarnt, der wir aktiv begegnen und mit Audits entgegenwirken.“ Der angebliche Plan war Mitte Oktober erstmals in einer Kölner Zeitung thematisiert worden. Dort hieß es, dass dem Medium ein detaillierter Plan für die Aktion vorliege, dessen Absender Ballweg sei.

Aktion gegen Maskenpflicht in Corona-Zeiten: Auch das Bistum Münster warnt Schulen

Update vom 5. November, 10.15 Uhr: Die Initiative „Querdenken 711“ hat für den 9. November deutschlandweit Aktionen gegen die Masken-Pflicht angekündigt. Dabei sollen Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg gezielt angesprochen werden, um sie zum Widerstand gegen die Maskenpflicht zu animieren. Wie das NRW-Schulministerium so warnt nun auch das Bistum Münster als Schulträger seine Schulen.

„Wir haben unsere Schulleitungen gebeten, die Schülerinnen und Schüler aufzuklären und auch die Eltern warnend auf das Vorhaben der Initiative hinzuweisen. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die Schülerinnen und Schüler sich auf dem Schulweg nicht in Gespräche mit Vertretern oder Unterstützern der Initiative verwickeln lassen“, erklärt der Leiter der bischöflichen Schulabteilung, Dr. William Middendorf, am 5. November in Münster.

Aktion gegen Maskenpflicht in Corona-Zeiten: Querdenker wollen in NRW Kinder und Eltern auf Schulweg ansprechen

Hamm - In einer Schulmail in NRW wird mitgeteilt, dass die Initiative „Querdenken 711“ eine Aktion an 1000 Schulen in Deutschland plant. Der Protest richtet sich gegen die Mundschutzpflicht und soll gerade am historischen Datum 9. November stattfinden. Laut Informationen des Schulministeriums in NRW wollen die Mitglieder der Demogruppe aus Stuttgart Eltern und Schüler auf dem Schulweg ansprechen und unwirksame Masken mit Logo der Initiative und eine CO2-Messung unter dem Mundschutz der Kinder anbieten, um auf die angebliche Gefährlichkeit und Unwirksamkeit der Masken hinzuweisen. Sie sollen die Schüler aktiv zum Verstoß gegen die geltenden Maßnahmen gegen das Coronavirus aufrufen. (News zum Coronavirus in NRW)

In der Nachricht des NRW-Schulministeriums heißt es, dass die Querdenker Eltern und Schüler dazu aufrufen könnten, gegen geltende Regeln in Nordrhein-Westfalen zu verstoßen und etwa den Mundschutz abzulegen. Zwar seien die Schulen politisch neutral, jedoch sei die Fürsorge für die Kinder und Jugendlichen handlungsleitend. Dementsprechend sollen die Schüler über die Gefahren, ohne Mundschutz zur Schule zu kommen, und die möglichen Fehlinformationen durch die Protest-Initiative, im Vorfeld aufgeklärt werden.

Schüler sollen auch nicht vom Unterricht beurlaubt werden, um an der Aktion am 9. November teilzunehmen. „Es wird empfohlen, die Elternmitwirkungsgremien im Vorfeld entsprechend zu informieren und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Schule um Unterstützung zu bitten“, heißt es vom Schulministerium.

Anti-Maskenpflicht-Protest an Schulen: Ministerium in NRW warnt vor Rechtsverstößen und Gesundheitsgefährdung

„Die Schule respektiert im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unterschiedliche Auffassungen auch von Schülerinnen und Schülern.“ Das gelte aber nicht für Handlungen, die zu Rechtsverstößen, Gesundheitsgefährdungen oder Gefährdungen des Schulfriedens führen.

„Das bewusste Tragen ungeeigneter Mund-Nase-Bedeckungen auf dem Schulgelände sowie das Drängen anderer Schülerinnen und Schüler zu Verstößen gegen die Coronabetreuungsverordnung in der Schule stellen daher Pflichtverletzungen dar“, so das Schulministerium. Das Verhalten könne geahndet werden.

Anti-Maskenpflicht-Protest an Schulen: Schüler und Lehrer in NRW sollen Polizei und Ordnungsamt rufen

„Gleiches gilt auch dann, wenn außerschulisches Verhalten von Schülerinnen und Schülern zu einer Störung des Schulfriedens führt und die Bildungs- und Erziehungsarbeit von Schule behindert“. Damit meint das Schulministerium etwa, wenn Schüler direkt vor dem Gelände ihrer Schule bedrängt werden, dort zu Verstößen aufgefordert werden oder sie nicht zur Schule gelassen werden.

Aus diesem Grund könnten auch Schulen und Lehrkräfte nicht an solchen Anti-Mundschutz-Aktionen teilnehmen. Sollten Verstöße durch die Querdenker festgestellt werden, Schüler und Lehrer bedrängt oder die Protestierenden auf das Schulgelände kommen, sollen Ordnungsamt und Polizei informiert werden.

Die Wahl des 9. Novembers als Datum für die Aktion ist historisch fragwürdig. In der deutschen Geschichte ist das Datum mit vielen Ereignissen verbunden. Dazu zählt die Novemberrevolution in Berlin 1918, der Scheitelpunkt der Novemberpogrome 1938 und der Mauerfall 1989. - *msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks genau wie wa.de.

Rubriklistenbild: © Robert Michael

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