Corona-Pandemie

Quarantäne-Regeln in Schulen: Ärzte-Chef lobt Sonderweg von NRW als Vorbild für alle

Das Land NRW hat die Corona-Regeln für Schulen geändert: Nur noch infizierte Kinder müssen in Quarantäne. Für die Entscheidung gibt es Lob vom Ärzte-Chef.

Hamm - Die Schulen in Nordrhein-Westfalen waren und sind besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen: Zeitweise waren sie ganz geschlossen, lange Zeit gab es nur ein Wechselmodell zwischen Distanz- und Präsenzunterricht. Und seitdem die Infektionszahlen zuletzt wieder stark anstiegen, müssen Woche für Woche tausende Schüler aus NRW in Quarantäne. Doch dafür hat die Landesregierung nun die Regeln geändert - und bekommt dafür Lob von einem Experten. (News zum Coronavirus)

BundeslandNRW
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Quarantäne-Regeln in Schulen: Ärzte-Chef lobt Sonderweg von NRW

„NRW hat hier den richtigen Weg eingeschlagen: Wir begrüßen die Entscheidung, dass künftig nur noch das mit dem Coronavirus infizierte Kind in Quarantäne muss“, sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Rheinischen Post. Der Entschluss, für den das Land NRW ein Schlupfloch im Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz nutzt, sei längst überfällig gewesen „und sollte auch von anderen Bundesländern übernommen werden“, erklärte der Ärzte-Chef.

Nach Ansicht von Andreas Gassen sind Kinder so oder so die Leidtragenden der Corona-Pandemie. Daher sei es auch „nicht länger hinnehmbar“, dass ganze Schulklassen in Quarantäne geschickt werden und zwei Wochen zu Hause bleiben müssen. Das war trotz anderslautender Regelungen in den vergangenen Wochen immer wieder vorgekommen - zum Ärger vieler Eltern und Schüler*. „Die Folgen von langen Isolationszeiten und von Wechselunterricht sind für Kinder wohl viel schädlicher als mögliche Risiken durch Long-Covid-Symptome“, meinte der in Düsseldorf niedergelassene Facharzt.

Schulen in NRW: Nur noch infizierte Schüler müssen in Quarantäne

Das NRW-Gesundheitsministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass im Fall von Corona-Fällen in Schulen nur noch die infizierten Kinder selbst in Quarantäne müssen und nicht mehr auch die direkten Sitznachbarn bzw. in manchen Fällen die ganze Klasse. Die entsprechenden Verordnungen und Erlasse sollen noch in dieser Woche veröffentlicht werden. „Wir schaffen eine Regelung mit Augenmaß, die sowohl die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen sicherstellt, als auch ihr Recht, am Präsenzunterricht und der Betreuung teilzunehmen“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Dafür wird die Anzahl der wöchentlichen Corona-Tests in den betroffenen Klassen erhöht, sobald es einen Fall gibt. „Dort, wo Infektionen nachweislich nicht in Kitas und Schulen hereingetragen wurden, verzichten wir auf die Quarantänisierung ganzer Klassen, aber steigern die Testfrequenz. Dort, wo Hinweise auf ein Infektionsgeschehen vorliegen, handeln wir konsequent, schaffen aber die Möglichkeit zur Freitestung für nachweislich gesunde Kinder“, sagte Laumann. Schüler in Quarantäne können sich also nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test weiter vorzeitig freitesten.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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