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Kürzere Quarantäne in NRW? Was sich Hendrik Wüst vom Corona-Gipfel erhofft

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Von: Marcel Guboff

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NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst ist für eine Verkürzung der Quarantäne. Zumindest für Kontaktpersonen. Vor dem Corona-Gipfel werden Gegenstimmen laut.

Hamm - Die Omikron-Variante des Coronavirus stellt aktuell mehr oder minder alles auf den Kopf. Die Regeln werden in vielerlei Hinsicht strenger. In einem Aspekt könnten sie derweil gelockert werden. Nämlich dann, wenn es um die Dauer der Quarantäne geht.

Deutsches LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
HauptstadtDüsseldorf

Wüst will Quarantäne in NRW verkürzen: Was er sich beim Corona-Gipfel erhofft

Nach vielen Experten oder auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) für eine Verkürzung der Quarantäne ausgesprochen. Doch wie passt das mit der im Vergleich zu Delta noch ansteckenderen Omikron-Variante zusammen?

„Man muss das im Zusammenhang sehen mit dem Ziel, unsere Daseinsvorsorge, unsere kritische Infrastruktur aufrechtzuerhalten“, sagte Hendrik Wüst, aktuell auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, in der ARD. Er nannte als Beispiele die Strom- und Wasserversorgung, das Gesundheitswesen, die Feuerwehr und Polizei.

Man müsse schauen, ob man angesichts der milderen Verläufe bei einer Omikron-Infektion - wie es aktuell der Fall ist - eine 10-tägige Quarantäne auch für Kontaktpersonen benötige, oder aber ob einige Tage weniger ausreichend seien. Das gelte es mit den anderen Ministerpräsidenten und der Bundesregierung um Kanzler Olaf Scholz (SPD) am Freitag beim nächsten Corona-Gipfel zu besprechen „und auf Basis des Expertenrates zu entscheiden“, so Hendrik Wüst. Der Expertenrat der Bundesregierung wollte sich damit am Dienstag befassen.

Quarantäne für Omikron-Infizierte und Kontaktpersonen verkürzen - aber auf wie viele Tage?

Unklar ist, auf wie viele Tage die Quarantäne verkürzt werden könne. Großbritannien und die USA haben bereits die Dauer für Infizierte ohne Symptome verkürzt, um akutem Personalmangel in Bereichen vorzubeugen, die für die Grundversorgung und Sicherheit nötig sind. Spanien und Portugal verkürzten die Quarantäne-Dauer für symptomlose Infizierte von zehn auf sieben Tage. Eine Rolle spielen dabei wie auch von Hendrik Wüst erwähnt die Indizien, dass Omikron seltener zu schweren Krankheitsverläufen führen dürfte.

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst will die Quarantäne in NRW verkürzen: Was er sich vom Corona-Gipfel erhofft © David Young / dpa

Im Vorfeld des Corona-Gipfels hatte bereits Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine Entscheidung über die Quarantäne-Fristen angekündigt. Ob er nur eine Verkürzung der Quarantäne-Dauer für Kontaktpersonen oder sogar kürzere Isolationszeiten für Infizierte erwägt, blieb offen. 

Stiko-Chef Mertens plädiert für mindestens sieben Tage Quarantäne

Gennant wird immer wieder eine Grenze von fünf Tagen Quarantäne. Nach Ansicht von Thomas Mertens sei das zu wenig. Sieben Tage halte er für angemessen, sagte der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) im SWR. Wenn jedoch das Personal zum Beispiel in Krankenhäusern knapp werden sollte, müsse man in diesem Fall entsprechend abwägen.

Ähnlich sehen es Deutschlands Klinikärzte, die eine substanzielle Verkürzung der Quarantäne-Zeit für Omikron-Infizierte und deren Kontaktpersonen fordern. Besonders für diejenigen, die in wichtigen Versorgungsbereichen arbeiten. „Genesene und Geimpfte sollten nach sieben Tagen wieder zur Arbeit gehen dürfen, wenn sie am sechsten Tag nach Feststellung einer Omikron-Infektion einen PCR-Test machen und dieser negativ ausfällt“, sagte Michael Weber, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte (VlK), der Neuen Osnabrücker Zeitung. Für alle Corona-Infizierte gilt aktuell eine 14-tägige Pflicht zur Selbstisolation - unabhängig davon, ob sie geimpft oder bereits einmal genesen sind. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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