Insgesamt 54 Personen auf dem Areal

Ein „Prophet“, eine Sekte und Freiheitsberaubung: Großer Polizeieinsatz auf ehemaligem Kloster

Freiheitsberaubung Sekte Eventagentur Goch Polizei
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Auf dem Areal einer Eventagentur in Goch am Niederrhein ist die Polizei nach dem Verdacht auf Freiheitsberaubung mit größerem Aufgebot angerückt.

Bei einem größeren Polizeieinsatz in Goch (Niederrhein) sind die Ermittler auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters offenbar auf eine Sekte gestoßen. Eine 25-Jährige soll dort mutmaßlich gegen ihren Willen festgehalten worden sein, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft Kleve.

Ein 58 Jahre alter Niederländer, der sich selbst als „Prophet“ bezeichne, sei festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur.

Die Beamten trafen bei der mehrstündigen Aktion „mit Unterstützung einer Hundertschaft“ insgesamt 54 Personen an, darunter auch zehn Kinder. In einem Wohngebäude stieß die Polizei auf die 25-Jährige, die Opfer der Freiheitsberaubung geworden sein soll. Es habe keine Verletzten gegeben und sich auch nicht um eine Geiselnahme gehandelt, sagte eine Polizeisprecherin. Die genauen Zusammenhänge seien unklar.

Schwierige, undurchsichtige Ermittlungsarbeiten

Die Frau sei in Sicherheit gebracht worden, sie werde derzeit von der Polizei befragt. Zudem war zunächst offen, ob auf dem Gelände weitere Menschen unfreiwillig festgehalten wurden.

Der Verdacht richte sich gegen Verantwortliche der Eventfirma, hieß es in einer Mitteilung. Es handele sich um Personen, die „im Zusammenhang mit einer Glaubensgemeinschaft stehen“ und zugleich auf dem Grundstück einer Geschäftstätigkeit nachgingen. Es gebe mehrere Veranstaltungsräume, Wohn- und Wirtschaftsräume oder auch ein Café, berichtete die Polizeisprecherin.

„Ob es sich tatsächlich um eine Sekte handelt und diese dort weiter ansässig sein darf, ist nicht Sache der Staatsanwaltschaft“, sagte der Sprecher. Unklar sei, ob alle dort angetroffenen Menschen dieser Gemeinschaft angehörten. Die Befragungen und Ermittlungen gestalteten sich schwierig, hieß es.

Im vergangenen Dezember gab es im Kreis Gütersloh ebenfalls einen großen Polizei-Einsatz, bei dem Beamte der Einsatzhundertschaft und Krimimalpolizisten ein Fitnessstudio durchsuchten, in dem Mitglieder einer Sekte leben.

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