News-Ticker

Trecker-Protest der NRW-Bauern: Die Polizei zieht Bilanz

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Schon im Oktober blockierten Bauern mit ihren Traktoren in vielen Regionen den Verkehr, um gegen die Agrarpläne der Bundesregierung zu protestieren - am Montag warfen sie die Motoren für eine Aktion erneut an. Schon früh morgens waren über 500 Traktoren unterwegs. Alles dazu im News-Ticker.

  • In NRW protestierten Bauern mit Traktoren
  • Sie protestierten gegen die Agrarpläne der Bundesregierung
  • Es kam auf NRW-Straßen den ganzen Tag über zu Einschränkungen
  • So sah es in Hamm aus, so im Kreis Soest

Update, 9.50 Uhr: Die Polizei Bielefeld hat am Montagabend Bilanz zu den Trecker-Demos gezogen: Zwischen 7 und 22.15 Uhr fanden demnach neun Kundgebungen in verschiedenen NRW-Städten sowie Staffelfahrten durch Traktorkonvois auf 17 Routen statt. 

Die Routen verliefen durch die Zuständigkeitsbereiche von 26 Kreispolizeibehörden. "Die Polizei Bielefeld als zuständige Versammlungs- und Einsatzbehörde für NRW ist mit dem friedlichen und überwiegend störungsfreien Verlauf der Versammlungen zufrieden", so das Fazit. 

Die Polizei dankt demnach allen Traktorfahrern in den Konvois und allen anderen Verkehrsteilnehmern, die sich aufmerksam und rücksichtsvoll verhalten haben.

Demnach begaben sich verschiedene private Versammlungsanmelder und -teilnehmer mit in der Spitze bis zu insgesamt 1500 landwirtschaftlichen Fahrzeugen auf Protestzüge aus Richtung Rheinland-Pfalz kommend nach Bonn und von dort aus über Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Hamm und Hagen nach Bielefeld. 

In den genannten Städten wurden Kundgebungen durchgeführt. Die Versammlungen standen in Zusammenhang mit einer für Dienstag, 26. November, in Berlin geplanten Großkundgebung zur aktuellen Agrarpolitik der Bundesregierung.

Aufeinandertreffen mit der AfD

Im Rahmen der Kundgebung in Düsseldorf im Bereich des Messegeländes kam es der Polizei zufolge gegen 11 Uhr zu einer Spontanversammlung von Mitgliedern der AfD-Partei. Als zuständige Versammlungsbehörde übernahm das Polizeipräsidium Düsseldorf die weiteren Maßnahmen. Gegen 11.45 Uhr wurde die Versammlung der "AfD" ohne besondere Vorkommnisse für beendet erklärt.

Autofahrer auf der B1 fühlte sich genötigt

Bei der Staffelfahrt mit circa 160 Traktoren von Geseke nach Dortmund fühlte sich am Montag gegen 13 Uhr ein anderer Verkehrsteilnehmer auf der B1 in Fahrtrichtung Bochum behindert oder sogar genötigt und wandte sich telefonisch an die Polizei. Der Verkehrsteilnehmer beabsichtigt eine Anzeigenerstattung.

Mit Stand 14 Uhr waren bereits neun Routen und vier Kundgebungen in Bonn, Köln, Hagen und Düsseldorf ohne weitere Vorkommnisse für beendet erklärt worden.

Im Stadtgebiet von Essen kam es aufgrund des stehenden Konvois mit circa 730 Traktoren auf einer Länge von etwa zwölf Kilometern gegen 15.15 Uhr zu erheblichen Verkehrsstörungen. Dadurch kam es in Höhe Haumannplatz zu Streitigkeiten zwischen Teilnehmern des Konvois und anderen Verkehrsteilnehmern des Individual- und Querverkehrs. Gegen 17 Uhr hatte sich der Aufzug schließlich größtenteils aufgelöst, so die Polizei.

Gegen 19.30 Uhr waren - außer einem Konvoi von Hamm nach Bielefeld - alle Staffelfahrten und Kundgebungen abgeschlossen. Nach ihrem Start in Hamm gegen 17.30 Uhr kamen etwa 220 landwirtschaftliche Fahrzeuge mit deutlicher Verspätung gegen 20.45 Uhr in Bielefeld-Ummeln zur Weiterfahrt zum geplanten Kundgebungsort auf dem Niederwall an. Die Zugspitze des circa sechs Kilometer langen Konvois erreichte gegen 21.15 Uhr den Niederwall. Die kurze Kundgebung begann um 21.55 Uhr, verlief störungsfrei und wurde gegen 22.15 Uhr als letzte Versammlung dieses Tages für beendet erklärt.

Lesen Sie hier unsere Berichterstattung von Montag:

Update, 18.16 Uhr: Von insgesamt 17 Routen und acht Kundgebungen sind mit Stand 14 Uhr bereits neun Routen und vier Kundgebungen in Bonn, Köln, Hagen und Düsseldorf ohne weitere Vorkommnisse für beendet erklärt worden. Das teilte die Polizei in Bielefeld am Nachmittag mit.

Die Staffelfahrten von Euskirchen nach Bonn, von Leverkusen nach Köln, von Bonn nach Köln, von Wesel nach Düsseldorf, von Grefrath nach Düsseldorf, von Ratingen nach Düsseldorf, von Geseke nach Dortmund, von Heinsberg nach Düsseldorf und von Viersen bis zur niedersächsischen Grenze im Bereich Rinteln zur Weiterfahrt nach Berlin endeten demnach ohne Störungen oder herausragende Verkehrsbehinderungen.

"Bei der Staffelfahrt mit circa 160 Traktoren von Geseke nach Dortmund fühlte sich ein anderer Verkehrsteilnehmer auf der B1 in Fahrtrichtung Bochum behindert oder sogar genötigt und wandte sich telefonisch an die Polizei. Der Verkehrsteilnehmer beabsichtigt eine Anzeigenerstattung", heißt es weiter.

Im Rahmen der Kundgebung in Düsseldorf im Bereich des Messegeländes kam es der Polizei Bielefeld zufolge gegen 11 Uhr zu einer Spontanversammlung von Mitgliedern der Partei "AfD". Als zuständige Versammlungsbehörde übernahm das Polizeipräsidium Düsseldorf die weiteren Maßnahmen. Gegen 11.45 Uhr wurde die Versammlung der "AfD" ohne besondere Vorkommnisse für beendet erklärt.

"Mit Stand 14 Uhr registrierte die Polizei in ganz NRW insgesamt circa 1200 teilnehmende Traktoren", so die Polizei Bielefeld.

Die Dortmunder Polizei sperrte unterdessen auf der A40 vorübergehend drei Abfahrten.

- Auf der A40 in Richtung Bochum die Abfahrt Lütgendortmund.

- Auf der A40 in Richtung Bochum und Dortmund die Abfahrten Oespel/Kley (Indupark).

Die Dauer der Sperren war zunächst nicht absehbar. Sie sei abhängig von der Länge und dem Tempo des etwa sechs Kilometer langen Konvois, hieß es dazu. 

Update, 14.15 Uhr: Bei den Protesten geht es gegen Einschränkungen und Auflagen durch die Agrarpolitik. Viele Bauern sehen unter anderem durch Vorgaben beim Einsatz von Düngemitteln, beim Pflanzenschutz und bei der Tierhaltung ihre Betriebe in Gefahr - und sich in ein schlechtes Licht gerückt. "Wir sind keine Tierschänder und Umweltverschmutzer", heißt es auf der Homepage der Organisatoren der Proteste.

Am Dienstag ist eine Kundgebung der Bauern in Berlin geplant. In Düsseldorf forderte Nordrhein-Westfalens Agrarministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) Verbraucher und Handel auf, ihrer Verantwortung für eine nachhaltige und auskömmliche Landwirtschaft gerecht zu werden. "Wir schaffen nur dann mehr Tierwohl, wenn tatsächlich die Preise stimmen", sagte Heinen-Esser vor Bauern.

Die Verbraucher seien gegen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und forderten mehr Tierwohl. "Aber sie rennen gleichzeitig zu den Discountern und wollen möglichst wenig für Fleisch und sonstige Produkte bezahlen", kritisierte die Ministerin. Das könne nicht funktionieren. "Wer mehr will, der muss dafür bezahlen", betonte die Ministerin. Heinen-Esser kündigte eine Initiative gegen den Verkauf von Agrarprodukten unter dem Einstandspreis an. "Das wird ein harter Ritt werden - aber das müssen wir durchziehen." Ohne faire Preise könne das System nicht funktionieren, betonte die Ministerin.

Update, 13.51 Uhr: Die Polizei Bielefeld ist mit dem bisherigen friedlichen Verlauf zufrieden und appelliert weiterhin an die Traktorfahrer im Konvoi und an alle anderen Verkehrsteilnehmer, sich aufmerksam und rücksichtsvoll zu verhalten.

Update 13.45 Uhr: Größere Störungen werden am Nachmittag erwartet, wenn sich ein aus etwa 800 Traktoren bestehender Konvoi nach einer Kundgebungin Dortmund auf den Weg zu einer weiteren in Hamm machen wird. Insbesondere betroffen davon ist dann in Unna die B1 in Richtung Werl. Eine Querung wird über einen längeren Zeitraum nicht möglich sein.

Update 13.42 Uhr: Die Staffelfahrten durch Traktorkonvois führten am Vormittag auch durch den Bereich der Kreispolizeibehörde (KPB) Unna. Aus Richtung Werl kamen gegen 9.30 Uhr etwa 100 Traktoren, die an der Marie-Curie-Straße einen Halt einlegten.

Gegen 10.15 Uhr setze sich der dort auf etwa 140 Fahrzeuge gewachsene Tross dann über die B1 in Richtung Dortmund fort und verließ um 10.45 Uhr den Zuständigkeitsbereich der KPB Unna.

Die Verkehrsbeeinträchtigungen beschränkten sich somit auf einen überschaubaren Zeitraum und wurden von anderen Verkehrsteilnehmern größtenteils geduldig hingenommen.

Update, 13 Uhr: Zahlreiche Landwirte protestieren in Dortmund. Sie machen sich über Soest und Werl auf den Weg nach Hamm, gegen 15.30 Uhr wollen sie die Kundgebung am Maxipark besuchen (Weitere Infos hier).

In Hagen demonstrierten Landwirte mit 20 Treckern schon am Morgen. Nach der etwa dreistündigen Kundgebung auf dem Johanniskirchplatz setzte sich der Konvoi in Richtung Herdecke in Bewegung. Dabei kam es zu leichten Verkehrsbehinderungen, weil Polizeikräfte Nebenstraße vorübergehend komplett sperrten, um dem Demonstrationszug das zusammenhängende Fahren zu ermöglichen.

Ursprungsmeldung: Mit mehr als 500 Traktoren haben Bauern aus Nordrhein-Westfalen am Montagmorgen ihre Proteste gegen die Agrarpläne der Bundesregierung begonnen. 

Erster Schwerpunkt war Bonn, wo sich ab sieben Uhr früh protestierende Landwirte trafen, wie die Polizei Bielefeld mitteilte, die die Aktionen koordiniert. Erste Teilnehmer seien bereits in der Nacht losgefahren, etwa in Coesfeld. 

Die Bauern wollten in Etappen unter anderem über Bonn, Köln, Düsseldorf und Dortmund bis nach Bielefeld fahren. In Köln war am Morgen ein Treffen auf der Domplatte und eine Segnung der Landmaschinen geplant.

Die Organisatoren vom Netzwerk "Land schafft Verbindung" rechneten in NRW mit "einigen Tausend" Teilnehmern, die mit ihren Traktoren bei je einer der Etappen dabei sein werden. Dazwischen sind Stopps mit Kundgebungen geplant. Die Polizei rechnet mit Verkehrsstörungen bis in den Abend hinein, auch wenn die schweren Maschinen nicht auf den Autobahnen fahren dürften. - dpa

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