Steigende Corona-Zahlen

Politiker fordert: „Private Treffen einschränken und kontrollieren“

Der gesundheitspolitische Sprecher der christdemokratischen Fraktion im EU-Parlament, Peter Liese, fordert angesichts steigender Infektionszahlen in Nordrhein-Westfalen, Treffen in privaten Räumen viel stärker einzuschränken und zu kontrollieren.

Meschede – Der CDU-Gesundheitsexperte Peter Liese fordert angesichts steigender Infektionen mit dem Coronavirus eine stärkere Einschränkung der Kontakte in privaten Räumen in NRW. Im Gegenzug könnte man Treffen draußen, zum Beispiel auf der Terrasse oder im Park, liberaler handhaben, sagte der Europaabgeordnete aus Meschede im Gespräch mit unserer Redaktion. (News zum Coronavirus)

BundeslandNRW
Einwohner17,93 Millionen
Fläche34.098 km²
LandeshauptstadtDüsseldorf

Der Anstieg der Infektionszahlen sei besorgniserregend. Der landesweite Inzidenzwert für NRW bewegt sich seit Tagen in Richtung 100, am Donnerstag lag er bereits bei 92,1. Zwar dürfe man, so der Gesundheitsexperte, nicht allein auf den Inzidenzwert schauen, aber die Tendenz sei gefährlich. „In anderen europäischen Ländern haben wir leider auch in den letzten Wochen erlebt, dass den steigenden Infektionszahlen praktisch immer auch steigende Krankenhausaufenthalte und steigende Todeszahlen folgen.“

Politiker will private Treffen in NRW einschränken: „Schulen so lange wie möglich offen lassen“

Liese ärgert sich extrem darüber, dass man mit dem Impfen nicht schneller vorankomme. Es sei aus seiner Sicht jedoch richtig, die Schulen so lange wie möglich offen zu lassen. „Aber die Sicherheitskonzepte müssten noch besser sein und bei hoher Inzidenz darf man maximal Wechselunterricht machen, wenn nicht auf andere Art und Weise genügend Abstand im Klassenraum hergestellt werden kann.“

Liese teilt die Einschätzung des Märkischen Kreises, der zufolge die meisten Corona-Infektionen im privaten Bereich stattfinden. Der Kreis hat nach eigenen Angaben einen Anteil von mehr als 70 Prozent registriert. Für Liese bedeutet das: „Wir sollten uns ein Beispiel an der irischen Regelung nehmen.“ Irland habe sowohl die zweite als auch dritte Welle vor allen Dingen dadurch in den Griff bekommen, dass private Kontakte in geschlossenen Räumen sehr stark eingeschränkt wurden.

Politker will private Treffen in NRW einschränken: „Behörden haben gar keine Handhabe“

In NRW sei es leider so, dass bei privaten Zusammenkünften nur eine dringende Empfehlung gilt, so dass die Behörden gar keine Handhabe haben, wenn sich Dutzende von Leuten entgegen der Empfehlung in privaten Räumen treffen. „Dies ist nach meiner Kenntnis vor allem auf die Position der FDP zurückzuführen“, sagt Liese.

Peter Liese, CDU, Abgeordneter im Europaparlament.

In Düsseldorf regiert Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zusammen mit den Liberalen. Eigentlich vertrauensvoll. Doch in der Corona-Politik offenbaren sich deutliche Unterschiede zwischen den Koalitionären. Die Liberalen sind für mehr Öffnungen und weniger Lockdown.

FDP-Vertreter schrecken nicht mehr vor öffentlicher Kritik an CDU-Bundesministern zurück. „Bei diesem Impf-Desaster müsste die Bundesregierung sofort zu einem Impfgipfel einladen. Dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stattdessen den geplanten Impfgipfel absagt, ist ein gravierender Fehler“, sagte zuletzt FDP-Fraktionschef Christof Rasche. 

Am Montag werden Bund und Länder erneut über die weitere Corona-Strategie beraten. Es wird erwartet, dass dann der Lockdown mindestens verlängert, wahrscheinlich aber auch verschärft wird.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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