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Parken für Anwohner soll teurer werden: Organisation will deutliche Erhöhung

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Von: Hannah Decke

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Das Parken in der Nähe der eigenen Wohnung könnte für Anwohner bald teurer werden. Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine deutliche Erhöhung der Gebühren.

Hamm - Vor allem in Großstädten ist das Parken für Anwohner nur mit Bewohnerparkausweis möglich. Für diesen müssen die Menschen zahlen. In Nordrhein-Westfalen kostet ein solcher Ausweis in den vielen Städten 30 Euro im Jahr, ähnlich sieht es im Rest der Republik aus. Das ist zu wenig, sagt die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Die niedrigen Gebühren würden die Mobilitätswende ausbremsen. Die DUH fordert eine Anwohner-Parkgebühr von mindestens 360 Euro pro Jahr.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

Parken für Anwohner soll teurer werden: Umwelthilfe will saftige Erhöhung

Vor knapp zwei Jahren fiel die bundesweite Obergrenze von 30,70 Euro pro Jahr fürs Anwohnerparken - das erhöhte den Spielraum von Ländern und Städten. Laut DUH nutzen das aber die wenigsten Länder aus. Nur fünf Bundesländer würden es den Kommunen ermöglichen, „angemessen hohe Gebühren“ festzulegen. Darunter sei auch Nordrhein-Westfalen.

Die DUH kritisiert Städte wie etwa Köln, die die Möglichkeit hätten, höhere Gebühren zu verlangen, dies aber nicht tun. In der Millionenstadt kostet der Bewohnerparkausweis 30 Euro für 12 Monate, 45 Euro für 18 Monate und 60 Euro für 24 Monate. Ähnlich sieht es in anderen Großstädten in NRW aus. In Dortmund kostet der Bewohnerparkaus 30,70 Euro im Jahr, in Hamm 27 Euro.

Anwohnerparken soll teurer werden: „Für nur 8 Cent pro Tag den öffentlichen Raum zustellen“

„Öffentlicher Raum ist knapp und zunehmend umkämpft. Jedes Jahr steigt die Zahl der in Deutschland zugelassenen Autos um eine halbe Million an. Gleichzeitig werden die zugelassenen Autos immer länger, breiter und schwerer“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Trotzdem dürften Anwohner in den meisten Städten mit ihren großen Geländewagen für nur 8 Cent pro Tag „den öffentlichen Raum zustellen“.

Die DUH ist der Meinung: „Die Gebühren müssen (...) so hoch sein, dass Menschen, die nicht auf ihr Auto angewiesen sind, ihren Pkw-Besitz hinterfragen.“ Die Umwelthilfe fordert eine Anhebung der Gebühren für Bewohnerparkausweise auf mindestens 1 Euro pro Tag - und noch höhere Gebühren für „große SUV-Stadtpanzer“. Verglichen mit den Kosten für Bus- und Bahntickets sei eine Gebühr für Anwohnerparkausweise von mindestens 360 Euro pro Jahr immer noch niedrig, so die DUH.

Im Ausland, sagt die Umwelthilfe, sei das Anwohnerparken in Städten um einiges teurer. In Stockholm würde ein Parkausweis bis zu 1.309 Euro im Jahr kosten. Aber auch in Deutschland gibt es laut DUH Vorbilder: In Freiburg ist demnach eine durchschnittliche Gebühr in Höhe von 360 Euro pro Jahr vorgesehen. Für besonders große SUVs und Pick-ups werden 480 Euro pro Jahr fällig. Tübingen verlange für besonders schwere „Stadtpanzer“ eine um 50 Prozent höhere Jahresgebühr als für Kleinwagen - nämlich 180 Euro.

Ein Schild weist darauf hin, dass zu einer bestimmten Zeit nur Anwohner in dem Bereich parken dürfen.
Mit einem Bewohnerparkausweis können Anwohner auf Parkplätzen in der Nähe ihrer Wohnung kostenlos ihr Auto abstellen. Die Gebühren für einen solchen Ausweis sind aber zu niedrig, sagt die Deutsche Umwelthilfe. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Gebührenerhöhung für Anwohnerparken? Erste Städte in NRW überlegen

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es Überlegungen, die Parkgebühren für Anwohner in Städten anzuheben, berichtet der Städte- und Gemeindebund NRW dem WDR. In Aachen, Köln und Neuss habe man schon über mögliche Erhöhungen gesprochen, in Brühl sei dies schon beschlossene Sache. Hier kostet der Anwohnerparkausweis ab 2023 dann 141 statt 30 Euro im Jahr.

Es gibt aber auch Kritik an der Forderung der Umwelthilfe. So sei eine Erhöhung bei der aktuellen Inflation und den steigenden Energiepreisen unsensibel, sagt Horst Vöge, Landesvorsitzender vom Sozialverband VDK, dem WDR. „Langfristig sollte man aber über solche Dinge nachdenken. Aber zum jetzigen Zeitpunkt, wo alles sozusagen in einem Klumpen daher kommt, halte ich das für nicht angebracht.“

Die Regierung hatte zuletzt wegen der steigenden Energiepreise ein Entlastungspaket beschlossen. So erhalten Arbeitnehmer eine Energiepauschale von 300 Euro. Und auch an der Tankstelle soll es günstiger werden: Im Juni soll der Tankrabatt greifen. (mit dpa-Material)

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