Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Südkamen

Papiercontainer brennt fünf Mal: Ein Feuerwehrmann (20) war's!

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Fünf Mal zwischen Ende Juni und vergangenem Sonntag hatte ein Unbekannter den identischen Altpapiercontainer im Bereich Schöner Fleck/Unnaer Straße in Südkamen angezündet. Jetzt ist klar: Wieder einmal ist ein Brandbekämpfer zum Brandstifter mutiert. Ein 20-jähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr hat nach Angaben der Polizei die Taten gestanden. Er passiert damit ins "klassische" Profil jener Täter, die als Feuerwehrmann zum Feuerteufel werden.

Kamen - Wie die Kreispolizeibehörde Unna am Montagnachmittag mitteilte, hatte am späten Sonntagabend erneut jener Altpapiercontainer in der Ortschaft Südkamen in Flammen gestanden, der schon vier Mal zuvor gebrannt hatte.

Unsere Redaktion hatte die Pressestelle der Polizei gebeten, die konkreten Daten der Brandstiftungen herauszusuchen, weil nicht zu jedem der fünf Fälle eine Mitteilung an die Öffentlichkeit erfolgt war.

Ein Sprecher der Behörde lieferte umgehend die Antwort: Der erste Brand war am 27. Juni gelegt worden, ein weiterer am 23. Juli. Zuletzt ging es dann Schlag auf Schlag: Letzte Woche Dienstag (13.8.), Mittwoch (14.8.) und Sonntag (18.8.) brannte der Container erneut.

War der Verdächtige auch an Löscharbeiten beteiligt?

Wie die Ermittler dem 20-Jährigen auf die Spur gekommen waren, teilte die Polizei nicht mit. Auf Nachfrage wollte der Sprecher auch keine Angaben dazu machen, ob der vorläufig festgenommene Tatverdächtige nach den Brandlegungen auch selbst an den Löscharbeiten beteiligt gewesen war.

Die Polizei teilte lediglich mit, dass der 20-Jährige aus Kamen, Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr in Südkamen, vorläufig festgenommen worden sei.

Mangels Haftgründen wieder auf freiem Fuß

"Er gestand in fünf Fällen, den mehrfach angegriffenen Container in Kamen, Schöner Fleck, angezündet zu haben. Er wurde nach seiner Vernehmung mangels Haftgründen aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die Ermittlungen dauern an", so die Polizei.

Auch im Mai und März diesen Jahres hatte es übrigens Brandstiftungen an Papiercontainern und Sperrmüll im Bereich Südkamen gegeben.

Weitere Brandstiftungen in der Nähe im März und Mai

Möglicherweise ergeben die weiteren Ermittlungen, dass der 20-Jährige auch hier seine Finger im Spiel hatte.

Nach Einschätzungen von Brandsachverständigen sind Brandstifter aus den Reihen der Feuerwehr häufig männlich, jünger als 30 Jahre und noch nicht sehr lange Mitglied der Feuerwehr. Sie täten sich durch "besonderes Engagement beim Löschvorgang, verbunden mit ihrem Geltungsstreben" hervor. Sie seien auf Anerkennung aus, würden gerne als Held gefeiert werden.

Bundesweit pro Jahr mehrere Dutzend solcher Fälle

Wenn ein Feuerwehrmann immer wieder rasch bei mutmaßlichen Brandstiftungen vor Ort sei, übertrieben die eigenen Leistung beim Löschen in den Vordergrund stelle  oder gar selbst einen Brand melde, seien das Anzeichen dafür, dass der Täter in der Feuerwehr zu suchen sein könnte.

Derlei Fälle gibt es bundesweit mehrere Dutzend mal pro Jahr, mutmaßen Experten. Die Dunkelziffer sei vermutlich noch höher.

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