Kein „Click & Meet“

Öffnungen im Corona-Lockdown: Einkaufen ohne Termin in diesen Städten möglich

Nordrhein-Westfalen hat im Corona-Lockdown den Einzelhandel mit Terminvergabe wieder geöffnet. Immer mehr Kommunen lockern noch weiter.

Hamm - Aufatmen in vielen Branchen nach dem jüngsten Corona-Gipfel: Bund und Länder haben sich auf erste Öffnungsschritte im Lockdown geeinigt. Nordrhein-Westfalen geht bei den Lockerungen mit. Seit Montag (8. März) dürfen etwa Geschäfte im Einzelhandel, Zoos sowie Kosmetik- und Tattoostudios wieder öffnen. Die Bedingung laut Corona-Schutzverordnung: Es muss vorher ein Termin gebucht werden. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Öffnungen im Corona-Lockdown in NRW: Einkaufen ohne Termin in mehreren Kommunen

Das sogenannte „Click and Meet“-System gilt landesweit; die Lockerungen der Corona-Regeln sind gekoppelt an die NRW-weite Inzidenz. So können auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen - „Hotspots“ - Einzelhandel und Co. öffnen. Laut Corona-Schutzverordnung müssen Städte und Regionen allerdings bei einer 7-Tage-Inzidenz über 100 (wenn der Wert „nachhaltig und signifikant“ drüber liegt) prüfen, ob zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Gleiches gilt aber auch für den anderen Fall: Liegt die Inzidenz in einer Region „nachhaltig und signifikant“ unter 50, dürfen weitere Lockerungen beschlossen werden. Und so hat es jetzt der Kreis Paderborn in Ostwestfalen-Lippe auch gemacht - als erster Landkreis in NRW. Bielefeld, der Kreis Höxter und der Kreis Coesfeld haben nachgezogen.

Öffnungen im Corona-Lockdown in NRW: Kreis Paderborn lockert weiter

Seit Dienstag, 9. März, ist Einkaufen im Kreis Paderborn ohne Termin möglich. Auch Museen, Galerien, Schlösser, Gedenkstätten, Zoos und ähnliche Einrichtungen könnten ohne Termin besucht werden, teilte der Kreis am Montag mit. Zudem könne auf die einfache Rückverfolgbarkeit von Kontakten in Geschäften und Einrichtungen verzichtet werden.

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Paderborn lag laut RKI am 9. März bei 37,7. Damit ist der Landkreis im Osten von NRW nicht einmal an der Spitze der niedrigen Werte: Im Kreis Coesfeld liegt die Inzidenz schon seit Wochen um und unter 35, am 9. März lag sie bei 27,7. Neben dem Kreis Paderborn lagen an diesem Tag noch elf weitere Kreise und kreisfreien Städte in NRW unter der 50er-Marke, ab der regionale Lockerungen möglich wären - sofern der Wert „signifikant“ unter besagter Marke bleibt.

Öffnungen im Corona-Lockdown in NRW: Bielefeld, Kreis Höxter und Kreis Coesfeld ziehen nach

Auch Bielefeld und der Kreis Höxter gehen jetzt einen lockereren Weg. In Bielefeld seien ab Donnerstag das Shoppen und Museumsbesuche ohne Anmeldung und Terminvergabe möglich, teilte die Stadt am Dienstag mit. Bielefelds OB Pit Clausen (SPD) hatte sich bereits vergangene Woche dafür eingesetzt. Das Ministerium habe zugestimmt, so die Stadt. Clausen sprach in einer Mitteilung von einem „wichtigen Signal für den gebeutelten Einzelhandel und die Kultur“. Bielefeld hatte am Dienstag laut Landeszentrum Gesundheit NRW einen 7-Tage-Wert von 30,2.

Im Kreis Höxter (7-Tage-Inzidenz 39,2) fällt die Terminvergabe für den Handel ab Mittwoch weg, berichtet owl24.de*. „Die Lockerungen sind besonders für unsere Einzelhändlerinnen und -händler enorm wichtig. Auch für die Kundinnen und Kunden sind sie eine Erleichterung. Deswegen werden wir die Möglichkeiten für zusätzliche Lockerungen, die uns die Corona-Schutzverordnung gibt, so schnell wie möglich umsetzen“, sagte Landrat Michael Stickeln (CDU).

Im Kreis Coesfeld - derzeit die Kommune mit der niedrigsten Inzidenz in NRW - fällt die vorherige Terminvereinbarung ab Donnerstag weg. „Zudem kann auf die einfache Rückverfolgbarkeit von Kontakten in den Geschäften und Einrichtungen verzichtet werden“, erklärte der Olfener Bürgermeister Wilhelm Sendermann (CDU) als Sprecher aller Bürgermeister des Kreises. Allerdings gelte nach wie vor die Beschränkung von einem Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche, betonte der Kreis. Dabei könne es durchaus zu Wartezeiten vor Geschäften kommen.

Öffnungen im Lockdown in NRW: Corona-Zahlen steigen - aber nicht überall

Die Lücke zwischen den lokalen Inzidenzen wird immer größer. Im Kreis Coesfeld freuen sich die Menschen über eine Inzidenz von 27,7, im Kreis Düren lag der Wert am 9. März bei 128,9 - ein Unterschied von mehr als 100 Punkten. Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen seit dem 20. Februar kontinuierlich - und ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht. 

Bund und Länder haben beim Corona-Gipfel eine Notbremse beschlossen. Anders als in der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW steht im Beschluss der Bundesregierung, dass die Corona-Notbremse greifen soll, wenn die 7-Tage-Inzidenz in einem Bundesland oder einer Region an drei aufeinander folgenden Tagen über dem Wert von 100 liegt. Dann sollen Lockerungen außer Kraft treten, zum Beispiel Geschäfte wieder schließen. - *owl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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