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Unis in NRW sparen Energie: Hier müssen sich Studenten warm anziehen

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Von: Andreas Wartala

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Weniger heizen und Licht aus: Die Universitäten in NRW planen, wie sie im Wintersemester Energie sparen können. Ein Szenario soll vermieden werden.

Hamm - Die Herausforderungen für die Universitäten im nahenden Winter sind enorm. Alleine, wenn sie die gesetzlichen Vorgaben umsetzen wollen, ist das eine enorme Aufgabe. Denn die Universitäten mit tausenden von Studenten gleichen oftmals einer kleinen Stadt. Mit der Energiesparverordnung ist ab dem 1. September 2022 etwa geregelt, dass die Innentemperatur in öffentlichen Gebäuden auf 19 Grad abgesenkt werden soll.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,9 Millionen
HauptstadtDüsseldorf

Viele Universitäten in Nordrhein-Westfalen haben nun Task-Forces gegründet, die überlegen, wo sich mehr Energie einsparen lässt.

So sparen NRW-Unis Energie: Paderborn

Beispielsweise die Universität Paderborn. Die dortige Task Force beschäftigt sich mit weiteren möglichen Energieeinsparungen und Handlungsoptionen für die Notfallstufe. Energiesparmaßnahmen werden nach Auskunft der Uni schon seit Jahren verfolgt. Zum Beispiel werden sukzessiv alte Leuchten durch LED-Leuchten ersetzt. Eine weitere wichtige Maßnahme sei die energetische Sanierung und Modernisierung der Treppentürme am Campus. Auswirkungen auf Forschung und Lehre erwarten die Universitätsleitung nicht. „Gegenwärtig liegt unseren Planungen für die Seminare ein durchgängiger Forschungs- und Lehrbetrieb zugrunde“. Das bedeutet auch, dass keine Räume eher geschlossen werden müssen. „Im Präsenzbetrieb werden Hörsäle und Seminarräume den ganzen Tag benötigt, um sämtliche Veranstaltungen anbieten zu können“, heißt es aus der Pressestelle der Uni Paderborn. Das schließe aus, dass Abendveranstaltungen in den Tag gelegt werden.

Studierende können auch in ihren Wohnungen Energie sparen, zum Beispiel mit der richtigen Einstellung der Kühlschrank-Temperatur. 

So sparen NRW-Unis Energie: Bochum

Knapp 120.000 Megawattstunden hat die Ruhr-Uni Bochum im Jahr 2021 für die Wärme verbraucht, 85.000 Megawattstunden für Strom. Die Ruhr-Uni möchte rund 15 bis 20 Prozent ihres Energieverbrauchs einsparen. „Erreichbar ist das am ehesten über eine geringere Raumtemperatur. Ein Grad weniger bringt ungefähr 6 Prozent Ersparnis. „Wenn wir uns also an einem 15-Prozent-Ziel orientieren, bedeutet das, dass wir 12 Prozent bereits über eine um zwei Grad reduzierte Raumtemperatur erreichen können – durch technische Voreinstellungen sowie durch Information über richtiges, effektives Heizen und Lüften“, so Jens Wylkop, Pressereferent der Universität Bochum.

Die Einsparungen beträfen grundsätzlich alle Bereiche der RUB. Die Uni stellt aber auch klar: „Allerdings darf der laufende Betrieb dadurch nicht gefährdet werden. Für Bereiche etwa, in denen die Raumtemperatur einen bestimmten Wert nicht unterschreiten darf, beispielsweise in Laboren oder Tierställen, wird das entsprechend berücksichtigt und bereichsweise geregelt.“ Auch in Bochum heißt es: „Jeder von uns wird sich im kommenden Winter etwas wärmer anziehen müssen, um gemeinsam das Einsparziel zu erreichen – das betrifft längst nicht nur Studierende, sondern insbesondere auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Jeder von uns wird sich im kommenden Winter etwas wärmer anziehen müssen, um gemeinsam das Einsparziel zu erreichen.

Jens Wylkop, Ruhr-Universität Bochum

Die Uni verspricht: „Die Veranstaltungsräume an der RUB werden so temperiert, dass Lehre dort bei erträglichen Temperaturen stattfinden kann.“ Ein Teil der Energieeinsparmaßnahmen ist es, die Beleuchtung auf den Fluren in den Gebäuden des Campus zu reduzieren, indem die Zeiten angepasst werden, in denen die Beleuchtung zu 100 Prozent eingeschaltet ist. Zugute kommen den Universitäten die Pandemie-Erfahrungen, in denen flexible Arbeitsmodelle eingeführt wurden – auch das Home-Office. Mitarbeitern, die von zu Hause arbeiten, muss kein warmes Büro vorgehalten werden.

So sparen NRW-Unis Energie: Siegen

Die Universität Siegen verfolgt die stark steigenden Preise für Strom, Gas und andere Energieträger mit Sorge. Die Beheizung der Gebäude der Universität erfolgt mit Erdgas, der Betrieb benötigt viel Energie – gerade mit Blick auf das Wintersemester in den kalten Monaten. „Wir können und wollen als Universität mit einer Reduktion unseres Energiebedarfs einen relevanten Beitrag leisten, um eine Gasmangellage im Winter möglichst zu vermeiden, die Auswirkungen auf unser aller Leben haben wird“, erklären Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart und Kanzler Ulf Richter auf Anfrage.

Die Universität hat deshalb eine ganzheitliche Energie-Strategie entwickelt, die aus vier Paketen besteht: Energie sparen, Energie bewusst nutzen, vorausschauende Planung, und Nachhaltigkeit. In Siegen sind Samstag und Sonntag die Gebäude geschlossen. Öffnungszeiten von Einrichtungen wie beispielsweise der Bibliothek können abweichen.

So sparen NRW-Unis Energie: Wuppertal

Die Bergische Universität Wuppertal heizt ihre Gebäude mit Fernwärme. Gas wird daher nur für den Bereich der Forschung und Lehre etwa in Laboren benötigt. Daher lag der Gas-Verbrauch des Jahres 2021 bei nur rund 3.800 Kilowattstunden. Gleichwohl wird auch hier die Raumtemperatur gesenkt. Für viele Bereiche wie Hörsäle, Hallen, Foyers kann und wird die Raumlufttemperatur in Siegen zentral geregelt und den übergeordneten Beschlüssen entsprechend abgesenkt werden. „Für die Mehrzahl der Büros gilt, dass dort zwar die Durchlauftemperatur der Heizungsanlagen abgesenkt werden kann, die Nutzer der Büros aber jeweils selbst für die Einstellung der Heizungsthermostate sorgen müssen“, so die Hochschule.

So sparen NRW-Unis Energie: Dortmund

Der Energieverbrauch der TU Dortmund ist enorm. Rund 10.000 Haushalte könnten jährlich mit Strom und 4.000 mit Gas versorgt werden. Auch in Dortmund sollen 20 Prozent Energie eingespart werden. „Die TU Dortmund möchte die Einsparziele erfüllen, um den Betrieb flächendeckend aufrecht zu erhalten und ein Notszenario wie Schließungen zu vermeiden. Die Maßnahmen sind auch nötig, um die Mehrkosten durch die stark gestiegenen Energiepreise zu reduzieren“ heißt es aus der Pressestelle.

So sparen NRW-Unis Energie: Münster

An der Westfälischen Wilhelms Universität Münster laufen derzeit die Planungen für ein Energiekonzept. Auch hier sollen natürlich die gesetzlich vorgeschriebenen 20 Prozent umgesetzt werden. Derzeit werden die Pläne mit den unterschiedlichen Gremien der Uni abgestimmt.

Gas und Strom haben sich massiv verteuert - und Deutschland steckt in einer Energiekrise. So treffen der Ukraine-Krieg und dessen Folgen den Alltag der Menschen. 

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