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NRW: Energie-Krise wegen Ukraine-Krieg – drei Atomkraftwerke noch in Betrieb

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Von: Tobias Schneider

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Der Ukraine-Krieg sorgt für viele Fragen rund um Energie. Werden nun alte Kernkraftwerke in Deutschland wieder in Betrieb genommen?

NRW – Der Ukraine-Krieg hat die Energieversorgung in Europa und Deutschland auf den Kopf gestellt. Das NRW-Nachbarland Belgien will als Reaktion auf den Angriff Russlands seine Atomkraftwerke länger betreiben*. Auch in Deutschland gibt es erste Forderungen, die Atomanlagen länger ans Stromnetz zu bringen. Werden alte Reaktoren auch wieder reaktiviert? Gibt es in NRW überhaupt noch Atomanlagen? RUHR24* kennt die Antwort.

EreignisUkraine-Krieg
ProblemEnergiekrise
ThemaAtomkraftwerke in NRW

NRW: Ukraine-Krieg könnte für Energiekrise sorgen – Drei Atomkraftwerke sind noch in Betrieb?

Der Krieg in der Ukraine hat die Preise von Gas, Diesel, Öl, Lebensmittel und andere Güter explodieren lassen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will die Öffentlichkeit am Donnerstag (24. März) über mögliche Entlastungen informieren*.

Um unabhängiger vom russischen Gas als Energieträger zu sein, haben bereits andere europäische Länder Fakten geschaffen. Laut einem Bild-Bericht wollen Frankreich, Belgien, die Niederlande und auch die Briten wieder mehr Strom aus Atomkraftwerken (AKW) produzieren. Weiter heißt es, dass der Branchenverband „KernD“ der Regierung bereits den Weiterbetrieb der drei noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke angeboten habe.

Die drei sich noch am Netz befindlichen AKW Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 befinden sich in Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz leisten die Atomkraftwerke keinen sinnvollen Beitrag zur Energie-Versorgungssicherheit.

Die drei Meiler decken nur etwa fünf Prozent der deutschen Stromproduktion ab. Zudem bestehe die hohe Abhängigkeit von Gas aus Russland vor allem im Bereich der Wärmeerzeugung und der Industrie.

Ukraine-Krieg: Atomanlagen in NRW größtenteils außer Betrieb – Atommüll-Anlage geschlossen

Auch eine Reaktivierung von abgeschalteten Atomanlagen komme vorerst nicht infrage – zumindest in NRW*. Denn hier sind die letzten Atomkraftwerke bereits seit langer Zeit kalt. Dennoch bleibt Nordrhein-Westfalen Atomland.

Laut Angaben des BUND sind mit dem Brennelemente-Zwischenlager Ahaus und der Uran-Anreicherungsanlage Gronau wichtige Betriebe der Atomwirtschaft in NRW beheimatet. Die Atommüll-Konditionierungsanlage in Duisburg-Wanheim wurde vor knapp zwei Jahren geschlossen.

NRW: Atomanlagen in Nordrhein-Westfalen – Kernkraftwerke heizen nicht mehr

Trotzdem gab es in NRW lange Zeit auch Atomkraftwerke zur Energiegewinnung. Eines davon war das AKW Würgassen im Kreis Höxter*. 1971 ging es als das erste rein kommerziell genutzte Atomkraftwerk in Betrieb. Nachdem 1993 erstmals Haarrisse in einem Stahlzylinder am Reaktorkern festgestellt wurden, wurde das AKW im August 1994 wegen erheblicher Sicherheitsmängel abgeschaltet und am 14. April 1997 endgültig stillgelegt, heißt es vom BUND.

Auch im Ruhrgebiet stand ein Reaktor – jedoch nicht lange. Der Thorium-Hochtemperaturreaktor in Hamm-Uentrop wurde 1970 gebaut. Erst 1983 startete dann der Probebetrieb. Abermals fünf Jahre später wurde die Anlage jedoch wegen zahlreicher Pannen abgeschaltet und 1989 endgültig stillgelegt.

Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen im Kreis Höxter (NRW) soll ein Zwischenlager für radioaktiven Abfall entstehen.
Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen im Kreis Höxter (NRW) soll ein Zwischenlager für radioaktiven Abfall entstehen. © Swen Pförtner/dpa, Ole Spata/dpa; Collage: RUHR24

In Jülich steht noch ein Versuchskernkraftwerk, das von 1967 bis 1988 in Betrieb war, jedoch aufgrund von Störfällen abgeschaltet wurde. Dass ein AKW in NRW also wieder ans Netz geht, gilt als äußerst unwahrscheinlich. Zunächst geraten zuletzt abgeschaltete Anlagen in den Fokus, wie das AKW Brokdorf in Schleswig-Holstein – die FDP will ein Wiederanfahren überprüfen lassen *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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