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Kutschaty gibt den Kennedy und punktet nicht nur mit einem weißen Blatt Papier

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Von: Alexander Schäfer

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Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion und Oppositionsführer im Landtag Nordrhein-Westfalen, spricht im Landtag und hält dabei ein Blatt Papier hoch.
Kutschaty gibt den Kennedy und punktet nicht nur mit einem weißen Blatt Papier © Thomas Banneyer/dpa

SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty punktet im NRW-Landtag in der Aussprache zur Regierungserklärung von Ministerpräsident Hendrik Wüst. Er macht den John F. Kennedy.

Düsseldorf – Das Land Nordrhein-Westfalen legt kein eigenes Entlastungspaket für die von steigenden Preisen betroffenen Bürger auf. Ein entsprechender Antrag der SPD wurde am Donnerstag im Landtag abgelehnt. Zuvor hatten sich in der Aussprache zur Regierungserklärung von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) die Vorsitzenden der Fraktionen in unterschiedlicher Form gezeigt. Eine kurze Stilkritik.

Kutschaty gibt den Kennedy und punktet nicht nur mit einem weißen Blatt Papier

Thomas Kutschaty muss als SPD-Chef weitere fünf Jahre den Oppositionsführer geben. An Ideen mangelt es ihm dabei im Plenum nicht. Angelehnt an ein Zitat des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy sagte er Richtung Wüst: „Fragen Sie nicht länger, was der Bundeskanzler für Hendrik Wüst tun kann. Fragen Sie, was Ihre Regierung für Nordrhein-Westfalen tun kann!“

Nicht weniger pfiffig war die Nummer mit dem weißen Blatt Papier. „Ich habe mal eine Liste gemacht mit allen Entlastungsmaßnahmen, die Schwarz-Grün auf den Weg gebracht und angekündigt hat“, sagte Kutschaty – und hielt einen leeren Zettel hoch.

Der neue CDU-Fraktionschef Thorsten Schick glänzte dagegen weder rhetorisch noch mit Gestik. Er versuchte es schlicht und einfach mit einem Ätschibätschi in Richtung Kutschaty: „Die Menschen haben Hendrik Wüst gewählt, nicht die SPD.“ Schick nahm nicht einmal die ihm zustehende Redezeit gänzlich in Anspruch. Sowohl in Reihen der SPD als auch der FDP vermisste man hinterher Schicks Vorgänger Bodo Löttgen und dessen spruchreife Schlagkraft.

FDP-Fraktionschef stichelt: „Die CDU gewann die Staatskanzlei, die Grünen den Koalitionsvertrag“

Neu in der Opposition und im Amt des FDP-Fraktionsvorsitzenden ist Henning Höne. Sein schönstes Zitat im Landtag lautete: „Die CDU gewann die Staatskanzlei, die Grünen den Koalitionsvertrag.“

Die FDP verlor durch die Landtagswahl drei Minister und 16 Abgeordnete. Das hätte die neue Grünen-Fraktionschefin Wibke Brems erwidern können. Tat sie aber nicht. So ging die Debatte an Kutschaty. Denn auch der neue AfD-Fraktionschef Martin Vincentz hatte nichts Neues zu sagen.

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