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Besonderer Anblick: Rhein sinkt – und legt alte Schiffswracks frei

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Von: Nina Büchs

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Der Wasserstand des Rheins ist zuletzt immer weiter gesunken. Die Folge: Dinge, die längst vergessen sind, geraten wieder an die Oberfläche – auch Schiffswracks.

Köln – Wochenlange Trockenheit und Hitze führen dazu, dass der Rhein immer mehr verschwindet. In Köln ist der Rhein-Wasserstand derzeit nur einige Zentimeter vom bisherigen Rekordtief entfernt, in Emmerich wurde sogar ein Wert von unter Null erreicht. Durch den ausbleibenden Regen werden Ufer immer breiter – und legen Dinge und Gegenstände frei, die lange als verschollen galten.

NRW: Schiff, Granate, Einkaufswagen – Niedriger Rheinpegel bringt verschollene Dinge an Oberfläche

Ein versunkenes Schiffswrack, ein verrosteter Einkaufswagen, Kampfmittel aus den beiden Weltkriegen – auf dem Grund des Rheins ist so einiges zu finden, das man normalerweise nicht sehen würde. Aufgrund des niedrigen Wasserstands kommen alle diese Dinge nun aber plötzlich an die Oberfläche.

Am Rheinufer bei Schenkenschanz (Kreis Kleve) ist so zum Beispiel das Wrack des gesunkenen Holz-Frachtschiffes „De Hoop“ aufgetaucht. 1895 hatte sich beim Umladen von Dynamit eine katastrophale Explosion ereignet, bei der 16 Menschen starben und das Schiff zerstört wurde. Die Umrisse des Schiffes sind noch deutlich erkennbar und zu einem beliebten Fotomotiv geworden – einige Menschen sitzen auf Campingstühlen neben dem Wrack und machen davon Bilder.

Schiffswrack am Ufer des Rheins.
Ein altes Schiffswrack liegt linksrheinisch am Ufer des Rheins in Emmerich. (Bild vom 16. August 2022) © Christoph Reichwein/dpa

In Köln haben Spaziergänger zuletzt eine Granate aus dem Ersten Weltkrieg am Rheinufer in Köln-Poll gefunden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst transportierte die Granate noch am selben Abend ab. Da solche gefährlichen Funde aufgrund des niedrigen Wasserstands derzeit häufiger vorkommen könnten, warnte die Stadt Spaziergänger deshalb davor, „den Uferbereich des Rheins derzeit nicht zu betreten“. Sollten Menschen auf einen verdächtigen Gegenstand stoßen, sollte dieser auf keinen Fall berührt, mitgenommen oder bewegt werden, heißt es weiter. Stattdessen ist in diesem Fall die Polizei (110), die Feuerwehr (112) oder der Ordnungsdienst (0221/221-32000) zu kontaktieren.

Der Spaziergang am Rheinufer könnte also derzeit gefährlich werden – denn man weiß nie, was man dort findet. Aber wer weiß, vielleicht kommen so nun wieder ein paar E-Scooter an die Oberfläche, nach denen in Köln zuletzt sogar getaucht wurde? Trotz des niedrigen Wasserstands kann übrigens derzeit noch nicht in Köln durch den Rhein laufen. Die Fahrrinne wäre nämlich immer noch zu tief.

NRW: Niedriger Wasserstand wegen Trockenheit – Fotos zeigen, wie Rhein verschwindet

Je nach Stelle gleicht der Rhein derzeit eher einem Rinnsal als einem breiten Fluss. Bilder zeigen das aktuelle Ausmaß der Trockenheit auf den Wasserstand des Rheins. Auch in Königswinter macht sich das Niedrigwasser bemerkbar – hier sind am Ufer großflächige Sand- und Kiesflächen zu sehen, die sonst unter Wasser stehen würden.

Vom Drachenfels in Königswinter hat man gute Sicht auf das Niedrigwasser des Rheins.
Auch in Königswinter ist das Niedrigwasser zu sehen: Am Ufer sind großflächige Sand- und Kiesflächen freigelegt. (Bild vom 10.08.2022) © Marc John/Imago

(nb mit dpa)

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