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Neue Corona-Regel für Geimpfte in NRW gilt bereits – wegen Omikron

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Von: Daniele Giustolisi

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NRW ändert eine wichtige Quarantäne-Regelung für Geimpfte. Damit reagiert das Land auf die Corona-Variante Omikron, die hier bereits mehrfach nachgewiesen wurde.

Update, Freitag (10. November), 8 Uhr: Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen hat eine wichtige Änderung an einer Corona-Regelung vorgenommen. Seit Donnerstag (9. Dezember) müssen auch vollständig gegen Corona Geimpfte oder davon Genesene in Quarantäne, wenn sie Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten – allerdings nur, wenn der oder die Corona-Infizierte eine nachgewiesene Infektion mit einer „besorgniserregenden SARS-CoV-2-Variante“ hat.

7-Tage-Inzidenz285,2 (Stand: 9. Dezember)
7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz4,89
Anteil COVID-19-Patienten an betreibbaren Intensivbetten14,59 Prozent

Neue Corona-Regel in NRW für Geimpfte – Omikron-Variante ist der Grund

Aktuell wäre das zum Beispiel die Omikron-Variante, die in NRW bereits mehrfach nachgewiesen wurde und deutlich ansteckender ist*, als die derzeit noch vorherrschende Delta-Variante. Bislang mussten vollständige Geimpfte oder Genese nach Kontakt mit Corona-Infizierten nur in Quarantäne, wenn innerhalb von zehn Tagen nach Erstkontakt coronatypische Syptome auftraten.

Die Quarantäne endet nach zehn Tagen gerechnet ab der Testung des positiv getesteten Kontakts. Örtliche Ordnungs- und Gesundheitsbehörden können eine Verlängerung der Quarantäne auf 14 Tage sowie einen vorsorglichen PCR- oder Coronaschnelltest zu Beginn und vor Beendigung der Quarantäne anordnen. In Einzelfällen kann die Quarantäne aber auch kürzer als zehn Tage ausfallen – die Entscheidung trifft eine zuständige Behörde nach gewissen Test-Modalitäten (siehe Paragraf 16, Absatz 3, Satz 2 der Corona-Test-und-Quarantäneverordnung).

Omikron-Variante in NRW – Geimpfte müssen auch in Quarantäne

Erstmeldung, Dienstag (30. November), 7.44 Uhr: Düsseldorf – Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ bezeichnete Corona-Variante „Omikron“* hat offenbar auch NRW* erreicht. In Essen und Düsseldorf soll es zwei Verdachtsfälle geben, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der Rheinischen Post am Sonntagabend (28. November). RUHR24* erklärt, was uns in Nordrhein-Westfalen jetzt erwartet.

Corona-Variante „Omikron“ in NRW: Karl-Josef Laumann reagiert mit Maßnahme

Zunächst einmal: Dass es sich bei den beiden NRW-Fällen um Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus handelt, wurde im Labor noch nicht bestätigt (Stand: 29. November). Die Ergebnisse sollen Anfang der Woche feststehen. Aber wie auch immer diese ausfallen: Dass die Variante ihren Weg nach NRW findet, scheint so gut wie sicher.

Das Land hat laut Informationen der RP die Gesundheitsämter in NRW bereits angewiesen, sogar Geimpfte in Quarantäne zu schicken, wenn sie mit einem Omikron-Fall Kontakt hatten. Das hatte Laumann der Zeitung bestätigt. Geimpfte müssen eigentlich nicht in Quarantäne, wenn sie Kontakt zu Corona*-Infizierten hatten.

NRW: Omikron könnte für strengere Corona-Maßnahmen sorgen

Der stellvertretende NRW-Regierungschef Joachim Stamp (FDP) sagte am Samstag (27. November) mit Blick auf die Omikron-Variante zudem, es müsse alles auf den Prüfstand kommen. Zuvor hatte es Kritik gegeben, dass das rheinische Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach vor 50.000 Zuschauern, also vor ausverkauftem Haus, stattgefunden hatte. Es hatte allerdings eine 2G-Regelung gegeben (Hier weitere Corona-News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

Erste einschneidende Maßnahme mit Blick auf die drastisch steigenden Infektionszahlen – unabhängig von Omikron – könnte in NRW die Wiedereinführung der Maskenpflicht auch am Sitzplatz in den Schulen sein. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte vergangene Woche eine erste Andeutung in diese Richtung gemacht*.

Omikron in NRW: Christian Drosten besorgt über Variante

Was steht uns da in NRW mit Eintritt der neuen Variante bevor? Muss man sich Sorgen machen? Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, zeigte sich am Sonntagabend im „Heute Journal“ im ZDF besorgt: „Keiner kann im Moment sagen, was da auf uns zukommt.“ Klar sei, dass es besser sei, geimpft zu sein und noch besser, geboostert zu sein.

Christian Drosten
Der Berliner Virologe Christian Drosten zeigt sich besorgt wegen der neuen Omikron-Variante. © Markus Schreiber/dpa

Über die Schwere der Omikron-Verläufe sagte Drosten, dass es noch zu wenige Fälle gebe, um substanzielle Aussagen zu tätigen. Zuvor hatte es Medienberichte über milde Verläufe im Zusammenhang mit einer Omikron-Variante gegeben. Drosten sei aber „besorgt“, dass Omikron die in großen Teilen der Bevölkerung aufgebaute Immunantwort umgehen könnte – die bisher verabreichten Impfungen also weniger Wirkung zeigen.

Unklar ist deshalb, ob möglicherweise die Impfstoffe an die Variante angepasst werden müssten. Das sei laut Drosten technisch „relativ einfach“, würde aber Monate dauern. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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