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NRW: Politiker wollen nach Flutkatastrophe alte Tradition aufleben lassen

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Von: Tobias Schneider

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Sechs Monate sind seit der Flutkatastrophe in NRW vergangen – 49 Menschen kamen ums Leben. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, wollen Politiker eine alte Tradition wieder aufleben lassen.

Düsseldorf – Am 15. Juli 2021 wurde NRW* und Rheinland-Pfalz von schweren Regenfällen heimgesucht. Die Folgen waren Überschwemmungen, Zerstörung und menschliches Leid. Allein in NRW kamen 49 Menschen ums Leben*. Um eine derartige Jahrhundertkatastrophe zukünftig zu verhindern, haben CDU- und FDP-Politiker Warnsysteme gefordert – darunter auch Kirchenglocken, berichtet RUHR24*.

BundeslandNRW
LandeshauptstadtDüsseldorf
Regierende ParteienCDU und FDP

NRW: Nach Flutkatastrophe sollen Kirchenglocken vor künftigen Großereignissen warnen

Die Koalition aus CDU und FDP hat dem Landtag einen Maßnahmenkatalog zum Katastrophenschutz vorgelegt, der auch den Einsatz von Kirchenglocken beinhaltet. So heißt es daraus, dass neben Sirenen, Handys und Hinweise im Radio auch auf Glocken zurückgegriffen werden könne, schreibt die DPA.

Damit bringen die Politikerinnen und Politiker eine alte Tradition ins Spiel, die beinahe in Vergessenheit geraten schien.

NRW: Warnsystem vor Flutkatastrophen in NRW – Kirchenglocken statt Sirene

Während Glockengeläut traditionell vor einem Gottesdienst läutet, um die Gemeinde zusammenzurufen, wurden die Kirchenglocken auch lange Zeit als Notfallalarm verwendet, als es Sirenen noch nicht gab oder diese außer Betrieb waren. Zudem hat der Stundenschlag – das regelmäßige Schlagen zur vollen Stunde – keinen kirchlichen Hintergrund. Er stammt aus dem Mittelalter, als ein Großteil der Bevölkerung noch keine Uhren hatte.

Zurück zur Forderung der NRW-Politiker: Laut Experten sollen Hochwasser in NRW immer häufiger auftreten*. Deswegen soll die Landesregierung neben der Einführung der Kirchenglocken als Warnsignal zudem an einer landesweiten Stabs- und Leitstellensoftware arbeiten, heißt es in dem Antrag, der RUHR24* vorliegt.

Nach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz
Die Stadt Ahrtal in Rheinland-Pfalz ist einer der am stärksten von der Flut betroffenen Städte. © Thomas Frey/dpa

Flutkatastrophe in NRW: Katastrophenschutz soll ausgebaut werden

Mit dieser Software seien „Lagebilder in Echtzeit“ möglich, heißt es in dem Papier der CDU- und FDP-Koalition. „Mit unserer Initiative geben wir dem Innenministerium diverse Ideen mit auf den Weg“, sagt Thomas Schnelle, Sprecher für Katastrophenschutz der CDU-Fraktion, gegenüber der DPA.

Sein Kollege Werner Pfeil (FDP) betont zudem, dass die technische Ausstattung der Helferinnen und Helfer vor Ort angepasst und verbessert werden müsse. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerkes von IPPEN.MEDIA.

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