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Luftwaffe fliegt Covid-Patienten aus Bayern nach NRW - OPs werden verschoben

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Von: Hannah Decke

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In NRW sollen Kliniken planbare Operationen verschieben, um Covid-Patienten aus anderen Bundesländern aufnehmen zu können. Erste Corona-Kranke kommen aus Bayern.

Hamm - Covid-Patienten aus Bayern sollen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend mit einem Spezialflugzeug der Luftwaffe am Flughafen Münster-Osnabrück ankommen. Nordrhein-Westfalen wird künftig häufiger Corona-Kranke aus anderen Bundesländern aufnehmen. Planbare Operationen sollen in den Krankenhäusern nach medizinischer Abwägung verschoben werden.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

NRW nimmt Corona-Patienten aus Bayern auf - OPs werden verschoben

Im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Systems sollen Covid-19-Patienten bundesweit verteilt werden können, wenn in einzelnen Regionen der Kollaps von Krankenhäusern droht. Der NRW-Landtag hat am Freitag den Weg freigemacht für die Aufnahme von Corona-Kranken aus anderen Bundesländern. Das Landesparlament ermächtigte das NRW-Gesundheitsministerium einstimmig, eine entsprechende Verordnung zu erlassen.

Damit werden die NRW-Krankenhäuser angewiesen, nach medizinischer Abwägung planbare Operationen zu verschieben, um Platz für schwer kranke Corona-Patienten von außerhalb zu schaffen. Mit Stand Freitag (26. November) sind in Nordrhein-Westfalen noch 362 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit für sehr schwere Fälle frei. Inzidenz und Hospitalisierungsrate in NRW liegen derzeit deutlich unter dem Bundesschnitt.

NRW nimmt Corona-Patienten von außerhalb auf - „Gigantische Solidarleistung“

„Bei uns ist die Situation so, dass wir helfen können und das tun wir“, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). „Das ist für Nordrhein-Westfalen selbstverständlich.“ Wüst verwies darauf, dass damit auch planbare Operationen bei vielen geimpften Menschen verschoben werden müssten. „Es ist eine gigantische Solidarleistung, die wir diesen Menschen jetzt abverlangen“, sagte er. „Es liegen schwierige Wochen vor uns.“

Die von der Luftwaffe zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt das für einen Hilfseinsatz zur Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie umgerüstete Innere eines Überwachungsflugzeug A319OH. Die Luftwaffe hält dafür den Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation, sowie die Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH («offener Himmel») bereit.
In NRW sollen Krankenhäuser künftig planbare Operationen verschieben, um Platz für schwer kranke Corona-Patienten aus anderen Bundesländern zu machen.  © Maurice Heck/dpa/Bundeswehr

In Bayern droht den Kliniken derzeit der Kollaps, berichtet merkur.de. Ein speziell für medizinische Evakuierungen ausgerüstetes Transportflug vom Typ Airbus 310 der Flugbereitschaft der Bundeswehr wird für die Verlegung der Patienten aus Bayern eingesetzt.

Die Bundeswehr-Maschine hat sechs Intensivbehandlungsplätze. Wie viele Patienten bei dem Flug nach NRW an Bord sein werden, war allerdings unklar. Neben dem A310 hält die Flugbereitschaft der Bundeswehr derzeit noch ein zweites Flugzeug mit zwei Intensivbehandlungsplätzen für Transportanfragen bereit. Dabei handelt es sich um einen A319, der eigentlich für andere Aufgaben vorgesehen ist. Er lässt sich aber auch für medizinische Evakuierungsmissionen ausrüsten. (mit dpa-Material) *wa.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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