Kontrollen angekündigt

„Wir brauchen jetzt keine neuen Regeln“: Pinkwart kritisiert Homeoffice-Verordnung für NRW

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart
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NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart kritisiert die Entscheidung zu mehr Homeoffice im Corona-Lockdown.

Am Dienstag wurde über eine Verlängerung des harten Lockdowns entschieden. Auch NRW ist von den verschärften Regeln betroffen. Das Thema Homeoffice stößt auf Kritik.

Nordrhein-Westfalen - Zwei Wochen nachdem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die jüngsten Beschlüsse zum Corona-Lockdown verkündet hat, gab es am Dienstagabend (19. Januar) neue, verschärfte Regeln für die Menschen in Deutschland, berichtet RUHR24.de.*

Corona-LockdownVerlängerung bis 14. Februar
Neue RegelnMedizinische Masken, Schulen und Kitas bleiben geschlossen, Homeoffice-Verordnung
GrundlageCoronaschutzverordnung

Harter Corona-Lockdown bis MItte Februar verlängert: Schärfere Regeln gelten

Mehrere Stunden berieten sich die Ministerpräsidenten der Länder und Angela Merkel zu weiteren Maßnahmen, die die Eindämmung der Corona-Pandemie* vorantreiben sollen. Am Abend war klar: Der harte Lockdown* wird bundesweit vorerst bis zum 14. Februar verlängert.

Zusätzlich wollen Bund und Länder an bereits geltenden Maßnahmen festhalten. Des Weiteren wurden verschärfte Corona-Regeln beschlossen.* Dazu gehört die Pflicht, eine medizinische Maske (FFP2, OP-Maske oder KN95-Maske) in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften zu tragen. Schulen und Kitas sollen außerdem ebenfalls bis zum 14. Februar geschlossen bleiben. Die neuen Corona-Regeln gelten bundesweit und damit auch in NRW.

Verschärfte Corona-Regeln in NRW: Merkel spricht sich für Homeoffice-Verordnung aus

Über eine Maßnahme wurde vorab außerdem viel diskutiert. Die Einführung einer Homeoffice-Pflicht stand zur Diskussion, wurde von Angela Merkel jedoch nicht verhängt. Das Thema ist damit allerdings nicht vom Tisch.

Denn die Arbeit von zu Hause aus soll laut den neuen Corona-Regeln trotzdem ausgeweitet werden - und zwar per Verordnung des Bundesarbeitsministeriums. Demnach müssen Arbeitgeber überall dort, wo es möglich ist, den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen, sofern die Tätigkeiten es zulassen.

Homeoffice soll im Corona-Lockdown ausgeweitet werden - massive Kritik aus NRW

Kontakte am Arbeitsplatz sollen so weiter reduziert werden. So könne auch auf dem Weg zur Arbeit die Gefahr einer Corona-Infektion ausgeschlossen werden. Laut der neuen Verordnung werden Arbeitnehmer gebeten, das Homeoffice-Angebot verstärkt zu nutzen (mehr Corona-News aus NRW* im Live-Ticker auf RUHR24.de.).

In Nordrhein-Westfalen stößt die neue Regelung zum Homeoffice jedoch auf massive Kritik. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) äußerte sich am Mittwochmorgen (20. Januar) im WDR5 dazu. Das Ziel, den Homeoffice-Anteil an der Belegschaft zu erhöhen, sei zwar richtig, der Weg über eine Verordnung sei aber falsch, so der Politiker.

Corona-Lockdown in NRW: Pinkwart hält Homeoffice-Verordnung für ein falsches Signal

Seit dem Ausbruch der Pandemie sei in den Firmen in NRW „hervorragend gearbeitet worden - mit Hygienekonzepten und mit geteilten Teams, die wechselnd zu Hause und im Unternehmen arbeiten“, sagte Pinkwart. Insofern solle man den Unternehmen sowie Arbeitnehmern lieber die gebührende „Anerkennung“ zollen.

Video: Lockdown-Verlängerung: Neue Corona-Regeln in NRW

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister hielte es für unnötig, mit einer Verordnung mehr Beschäftigte als bisher zur Arbeit in ihren eigenen vier Wänden zu bewegen. „Wir brauchen jetzt keine neuen Regeln, sondern wir brauchen vor allem Überzeugungsarbeit“, so Pinkwart gegenüber dem WDR5 weiter.

Corona-Pandemie in NRW: Neue Homeoffice-Verordnung sei ein „Bürokratiemonster“

Die von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgelegte Regelung beschreibt der Wirtschaftsminister als noch ein weiteres „Bürokratiemonster“ in der Corona-Pandemie.

Gegenüber der Bild verteidigte Heil den Verordnungsentwurf zum Homeoffice und warnte Arbeitgeber davor, die Möglichkeit zum Homeoffice willkürlich abzusagen und kündigte Kontrollen an. „Wo es möglich ist, sollen sie es ermöglichen und das wird im Zweifelsfall auch von Arbeitsschutzbehörden überprüft“, so der Arbeitsminister. Die Homeoffice-Regelung ist vorerst bis zum 15. März befristet. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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