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Darum schickt NRW Kommunen Corona-Impfstoff, der nicht bestellt wurde

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Von: Marcel Guboff, Alexander Schäfer

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Die Kommunen in NRW erhalten viel Corona-Impfstoff - obwohl sie die Dosen von Biontech und Moderna nicht bestellt haben. Die Erklärung des Ministeriums. 

Hamm - „Impfen und Boostern sind unsere stärksten Waffen“, sagte Hendrik Wüst* (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen*, nach den jüngsten Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus* - speziell gegen die immer größer werdende Ausbreitung der Omikron-Variante.

Deutsches LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
HauptstadtDüsseldorf

NRW schickt Kommunen Corona-Impfstoff, der nicht bestellt wurde - was dahinter steckt

Weiter mahnte der Landeschef von NRW bei der Verkündung der Beschlüsse des Corona-Gipfels: „Niemand sollte mit seiner oder ihrer Impfung warten und sich so schnell wie möglich boostern lassen.“ Um das zu beschleunigen, geht NRW jetzt einen ungewohnten Weg.

Anders als üblich schickte das Land NRW den Kommunen jetzt deutlich mehr Impfdosen als eigentlich bestellt wurden. So etwa in Hamm*. Die NRW-Großstadt bekam über 40.000 Dosen des Corona-Impfstoffes von Moderna zusätzlich geliefert*. Was steckt dahinter?

„Das Land hat in den letzten beiden Wochen den nordrhein-westfälischen Kreisen und kreisfreien Städten 450.000 Impfdosen der Firma Biontech sowie ca. 60.000 Impfdosen der Firma Moderna zur weiteren Beschleunigung der Impfkampagne zur Verfügung gestellt“, teilte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen auf Anfrage von wa.de* mit. Diese Bereitstellung sei in der Tat „bedarfsunabhängig“ erfolgt: „Bestellungen waren somit nicht erforderlich“, sagte ein Sprecher des MAGS.

NRW schickt Kommunen Corona-Impfstoff: Moderna-Dosen laufen „im Laufe des Januars 2022“ ab

Die Lieferung dieser zusätzlichen Dosen der Corona-Impfstoffe von Biontech und Moderna gehe mit der Aufforderungen einher, diese „schnellstmöglich im Rahmen von Impfangeboten zu verimpfen und diese Dosen gegebenenfalls bei Bedarf auch anderen Leistungserbringern (z. B. Arztpraxen) vor Ort niederschwellig zur Verfügung zu stellen“.

Spritzen mit dem Corona-Impfstoff von Moderna stehen im Walk-In Impfzentrum, auf dem BEA-Expo-Gelände, auf einem Tisch bereit.
NRW schickt Kommunen Corona-Impfstoff, der nicht bestellt wurde - was dahinter steckt © Peter Klaunzer/dpa

Vor allem bei den Impfdosen von Moderna bestehe schneller Handlungsbedarf. Sie müssten schleunigst verimpft werden, da es sich um solche Dosen handele, „die durch den Bund an das Land mit kurzem Verfall ausgeliefert wurden“. Das NRW-Ministerium bestätigte den Verfall „im Laufe des Januars 2022“. Das Land gibt diesen „Druck“ nun förmlich an die Kommunen weiter.

Bislang sind in Nordrhein-Westfalen ein Jahr nach dem Impfstart fast 33 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Rund 13,9 Millionen Menschen - 77,4 Prozent der NRW-Bevölkerung (12 Jahre und älter) - erhielten nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) seit dem offiziellen Impfstart am 27. Dezember 2020 mindestens eine Spritze. Mehr als 13,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger an Rhein und Ruhr (73,7 Prozent) bekamen schon eine Grundimmunisierung (Stand: 22. Dezember 2021), das heißt zwei Spritzen oder eine Spritze mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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