Hohe Inzidenz

NRW wird Corona-Hotspot: Lauterbach kritisiert lasche Strategie und rät zu 2G-Regel

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wundern die hohen Corona-Zahlen in NRW nicht. Er übt Kritik am laschen Vorgehen der Landesregierung im Kampf gegen das Virus.

Hamm - Für Karl Lauterbach waren die hohen Corona-Zahlen in Nordrhein-Westfalen absehbar. Die Landesregierung habe signalisiert, dass gefährliche Krankheitsverläufe nicht mehr zu befürchten seien, kritisiert der SPD-Gesundheitsexperte im Interview mit dem Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Er rät dazu, sich auf die Ungeimpften zu konzentrieren. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

NRW wird Corona-Hotspot: Lauterbach kritisiert lasche Strategie und rät zu 2G

Laut Lauterbach werde in NRW die Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln kaum kontrolliert. „Die steigenden Fallzahlen waren absehbar und überraschen mich nicht“, sagt der SPD-Politiker zum RND. Er habe etwa für Leverkusen - die Stadt mit der höchsten Inzidenz in NRW - nachgerechnet: „Unter den Ungeimpften beträgt die Inzidenz dort inzwischen ungefähr 600.“

Für den rasanten Anstieg der Corona-Zahlen in Nordrhein-Westfalen gibt es viele Gründe; der Schulbeginn und die vielen Reiserückkehrer sind wohl am ehesten dafür verantwortlich. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz lag zuletzt über 100, in der Altersgruppe 0-19 sogar über 200.

Karl Lauterbach zum Corona-Hotspot NRW: „Auf die Ungeimpften konzentrieren“

Karl Lauterbach mahnt, sich „auf die Ungeimpften zu konzentrieren“. Dem RND sagte er, dass von dieser Personengruppe die größte Gefahr für andere ausgehe. „Sie stecken sich gegenseitig an und sind für die hohen Inzidenzen verantwortlich.“ Wolle man einen weiteren Lockdown verhindern, müsse man Ungeimpfte anhalten, sich vorsichtiger zu verhalten.

Einen Grund für das lasche Vorgehen der NRW-Landesregierung in der aktuellen vierten Corona-Welle nennt Lauterbach auch: Der laufende Wahlkampf zur Bundestagswahl. „Einschränkungen für Ungeimpfte sind im Wahlkampf eine sehr unbeliebte Forderung. Aber aus meiner Sicht ist es nur konsequent, wenn an Orten mit hohem Infektionsrisiko die 2G-Regel gilt.“

Hohe Corona-Zahlen in NRW: Lauterbach rät zur 2G-Regel

Lauterbach hatte schon einmal die 2G-Regel mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen in NRW in Aussicht gestellt. Und auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet fest mit der starken Einschränkung für Ungeimpfte.

Bei der 2G-Regel dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene etwa in die Innengastronomie oder ins Fitnessstudio. Bei der 3G-Regel, wie sie bei den Corona-Regeln in NRW aktuell gültig ist, werden Ungeimpfte mit einem negativen Testnachweis den Geimpften und Genesenen gleichgestellt. 

Laut Lauterbach würde die 2G-Regel die Inzidenz wieder senken und die Impfquote erhöhen. Er vermutet eine „nicht ausgesprochene Strategie in Deutschland“, wie er dem RND mitteilte. Jeder habe ein Impfangebot bekommen - und wer sich nicht habe impfen lassen, sei selbst schuld.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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