Absurde Situation

Corona-Hammer in Duisburg: Impftermine bleiben ungenutzt – Stadt sieht nur einen Ausweg

In der Ruhrgebietsstadt Duisburg bleibt die Hälfte der Impftermine aktuell frei. Deshalb wendet sich die Stadt jetzt an das Land NRW mit einer wichtigen Bitte.

Duisburg – Martin Murrack, Stadtdirektor, Stadtkämmerer und gleichzeitig Leiter des Krisenstabs der Stadt Duisburg wendet sich, wie RUHR24* berichtet, aktuell mit einem eindeutigen Problem an das Land NRW*. Die Termine für die Impfungen gegen das Coronavirus* können, nach eigenen Aussagen, seit längerem nicht mehr ausreichend vergeben werden.

StadtDuisburg
Leiter des KrisenstabesMartin Murrack
Corona-Inzidenz Duisburg156,2 (Stand 4. Mai)

Corona in Duisburg: Leiter des Krisenstabes wendet sich mit Brief an NRW-Gesundheitsministerium

In der letzten Aprilwoche seien nur noch rund 50 Prozent der Termine gebucht gewesen. Der Grund: Bereits seit längerem, so heißt es in einem Brief an das Land, könne die Stadt Duisburg die vom Bundesministerium für Gesundheit zugewiesenen Impfstoffe nicht mehr in gesamter Höhe abrufen. Die priorisierten Altersgruppen würden die Termine dafür über die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) schlicht nicht mehr in ausreichender Zahl buchen.

Auch die Sondergruppen der Prio 1 und 2, also chronisch Kranke Menschen und Arbeiter aus besonderen Berufsgruppen, hätten schon ein Impfangebot, sich gegen Corona impfen zu lassen, bekommen. Zudem seien auch Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Teile der weiterführenden Schulen schon durch die Restdosenverimpfung versorgt.

Martin Murrack, Leiter des Krisenstabs der Stadt Duisburg, macht in dem Brief an das Gesundheitsministerium und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann daher einen Vorschlag (alle News zu Corona in NRW bei RUHR24).

Corona in Duisburg: Stadt will nicht verwendete Dosen des Impfstoffes in Hotspots verwenden

„Um die vorhandenen Impfstoffe und Kontingente für die Stadt Duisburg adäquat nutzen zu können, bitten wir Sie (Laumann, Anm. d. Red.) um die Möglichkeit, planmäßig die Personengruppen des Einzelhandels und Bürger*innen in Hotspots mit besonderen Wohnsituationen und hohen Inzidenzen impfen zu dürfen“, heißt es.

Durch die Umsetzung dieses Vorschlages würden keine Impfdosen mehr liegen bleiben. Die Herdenimmunität könnte durch die pragmatische Lösung schneller erreicht werden. Generell sollen in NRW ab Mai die Termine für die Impfungen der Priorisierungsgruppe 3* vergeben werden. Auch der Termin, ab wann es mit den Impfterminen bei Betriebsärzten* losgeht, steht mittlerweile fest.

In Köln-Chorweiler ist ein Pilotprojekt gestartet - dort wird in sozialökonomisch schwachen Stadtteilen geimpft.

Impfen in Hotspots? Diese Idee ist nicht neu. Die Stadt Köln hat ebenfalls in der letzten Aprilwoche mit dem Gesundheitsministerium korrespondiert und startete mit einem Pilotprojekt am Montag (3. Mai).

Corona in NRW: Stadt Köln hat am Montag (3. Mai) Pilotprojekt in Hotspots gestartet

Mobile Impfteams sind nach Angaben der Stadt Köln in den Hochhaussiedlungen in Chorweiler und dem Kölnberg unterwegs. Das Land NRW hat der Stadt bis zu 1.000 zusätzliche Dosen des Impfstoffes Johnson&Johnson zur Verfügung gestellt, für die man keine Verwendung mehr hatte.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann lobte das Projekt, mahnte aber gleichzeitig, dass zum einen der Impfstoff begrenzt sei und zum anderen man noch keine Erfahrungen mit solchen Projekten habe.

Die Stadt Duisburg hat auf den Brief an das Gesundheitsministerium am Dienstag (4. Mai) noch keine Antwort bekommen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/afp

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