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Auf 9-Euro-Ticket folgt ÖPNV-Aktion in NRW - wer profitiert?

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Von: Simon Stock

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Das 9-Euro-Ticket ist Geschichte. In NRW gibt es für Besitzer eines Abos für Bahn und Bus eine Nachfolge-Aktion. Das steckt dahinter.

Hamm - Von allen Maßnahmen des Entlastungspakets 2022 ist das 9-Euro-Ticket das mit der größten Wirkung. Die Erwartungen in der Bevölkerung sind hoch, dass die erfolgreiche Aktion einen Nachfolger erhält. Ende August 2022 ist die Maßnahme ausgelaufen. Zumindest für Nordrhein-Westfalen gibt es eine Puffer-Regelung, wenn auch nicht für alle Nutzer von Bus und Bahn.

Neben dem enorm günstigen Preis brachte das 9-Euro-Ticket vor allem diesen Vorteil: Es löste das Tarif-Wirrwarr. Kunden mussten plötzlich nicht mehr über Grenzen regionaler Verkehrsverbünde, Nahverkehrswaben oder Innenstadt-Radien nachdenken. Einmal im Monat Ticket kaufen, einsteigen, losfahren, fertig. Für Kunden von Bus und Bahn dürfte es schwer zu akzeptieren sein, dass so etwas nicht dauerhaft möglich sein sollte - ganz unabhängig vor der Preisfrage. An Ideen für Nachfolge-Regelungen für das 9-Euro-Ticket mangelt es zumindest nicht, wohl aber an einer Entscheidung.

NRW: Nach 9-Euro-Ticket ab September Abo-Aktion in Bus und Bahn

Also erwartete Fahrgäste am 1. September erst einmal der Kater. Nach dem Ende der 9-Euro-Aktion in Bus und Bahn müssen sie nicht nun wieder nach normalen Tarifen bezahlen - zum Teil wird der ÖPNV sogar teurer. Hohe Preise für Strom und Diesel belasten viele Verkehrsunternehmen und schlagen auf die Fahrpreise durch. In den Großräumen Stuttgart und Nürnberg sowie im Rhein-Main-Gebiet sind bereits Preiserhöhungen angekündigt.

Es ist nicht so, dass die Verkehrsverbünde kein Interesse an einem Nachfolge-Modell haben. Das Problem ist das Geld: Ohne Milliarden vom Bund ist es nicht finanzierbar. Der Verkehrsverband Rhein-Sieg (NRW) formuliert es so: „Für die Verbünde steht bei einer möglichen Nachfolgeregelung die Auskömmlichkeit an erster Stelle.“

In Nordrhein-Westfalen zumindest wird der Übergang vom 9-Euro-Ticket zu einer wie auch immer gearteten Nachfolge-Regelung abgefedert. Im September haben die Verkehrsverbünde eine zweimonatige Sonderaktion gestartet. Voraussetzung: Die Fahrgäste sind Inhaber eines ÖPNV-Abos. Sie können ihre Tickets dann an verschiedenen Tagen im Regional- und Nahverkehr ohne Zusatzkosten in ganz NRW nutzen.

Aktion in NRW: Freie Fahrt in Bus und Bahn für Inhaber von ÖPNV-Abos

Die Abo-​Aktion im NRW-​Nahverkehr läuft im September und Oktober 2022. Freie Fahrt gilt an allen Wochenenden im Aktionszeitraum, jeweils von samstags, 3 Uhr, bis montags, 3 Uhr (3./4. September, 10./11. September, 17./18. September, 24./25. September, 1./2. Oktober, 15./16. Oktober, 22./23. Oktober und 29./30. Oktober), sowie am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) und während der gesamten Herbstferien in NRW (4. bis 14. Oktober).

Der kostenlose Zusatz-Service in Nordrhein-Westfalen gilt nur für Inhaber regulärer ÖPNV-Abos. Folgende Abo-Tickets werden anerkannt:

Während des Aktionszeitraums werden neben der landesweiten Gültigkeit auch die Mitnahme-Regelungen angepasst: Pro Ticket dürfen inklusive Ticketinhaber zwei Personen (Erwachsener oder Kind) und bis zu drei Kinder (6 bis 14 Jahre) oder zwei Personen (Erwachsener oder Kind) und bis zu zwei Fahrräder fahren.

Abo-Aktion in NRW: Dauer und Gültigkeitsbereich

Zeitliche Beschränkungen, etwa bei 9-Uhr-Abos, werden im Rahmen der Aktion nur während der Aktionszeiträume aufgehoben. Die Abo-Tickets gelten während der Aktionszeiträume im gesamten ÖPNV – Busse, Straßen-, Stadt- und U-Bahnen sowie Nahverkehrszüge und die S-Bahn (2. Klasse) – innerhalb Nordrhein-Westfalens sowie auf folgenden Strecken und Linien:

Im Herbst will eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe Vorschläge zur Zukunft und Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorlegen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hat bereits ein dauerhaftes 69-Euro-Monatsticket vorgeschlagen, das bundesweit für den ÖPNV gelten soll.

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