Niklas Holtmann erlebt Drama nach Diskobesuch

Walstedder (24) in Essen verprügelt, weil er Frau helfen wollte

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Auch knapp eine Woche nach der Prügelattacke ist Niklas Holtmanns rechtes Auge blutunterlaufen. Mit einer Kernspintomografie soll abgeklärt werden, ob der Walstedder in Essen noch einen dritten Bruch davongetragen hat.

Walstedde - Die Sorge um eine junge Frau hat Niklas Holtmann einen viertägigen Krankenhausaufenthalt eingebracht. Weil er sich einmischte, wurde der 24-jährige Walstedder Opfer eines Gewaltdeliktes.

Bis um sechs Uhr morgens war es ein fröhlicher Abend gewesen. Mit einem Freund hatte sich der Versicherungskaufmann am Freitag, 4. August 2017, in Essen in der Disko "Turock" getroffen und eine feuchtfröhliche Nacht verbracht. Auf dem Weg zum Taxi, das den Walstedder zum Bahnhof bringen sollte, bemerkte er drei junge Männer, die eine junge Frau bedrängten.

Ohne lange zu überlegten forderte er die Männer auf: „Lasst doch das Mädchen in Ruhe.“ Daraufhin hätte ihm einer zugerufen: „Was willst du denn?“ und sofort zugeschlagen. Er fiel zu Boden, und die Angreifer traten mit Füßen in sein Gesicht. Auch sein Kumpel bekam einen Schlag ins Gesicht ab. Es sei ein Glück gewesen, dass die Türsteher der nahgelegenen Diskothek "Musikpalette" die Prügelei mitbekamen und die Angreifer von ihrem Opfer abbrachten.

Was dann geschah, liegt für Niklas Holtmann weitestgehend im Dunkeln. Er wurde mit einem Krankenwagen ins nahe gelegene Krankenhaus gebracht.

"Am Anfang konnte ich nichts sehen"

Peter Elke, Pressesprecher der Polizei Essen, berichtete, was nach dem Eintreffen der von den Türstehern alarmierten Polizei geschah. Diese hatte die drei gewalttätigen Essener im Alter von 22, 23 und 25 Jahren auf der Kettwiger Straße nahe der Diskothek festgenommen. Im Verlauf der Festnahme traktierten die jungen Männer die Polizisten mit Faustschlägen, so dass diese Verletzungen davontrugen. Eine Richterin ordnete die Unterbringung in Polizeigewahrsam an, eine Blutprobe der offensichtlich alkoholisierten Männer wurde entnommen. Ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung wurde eingeleitet.

Niklas Holtmann wurde in dieser Zeit im Krankenhaus untersucht. Die Tritte ins Gesicht brachten ihm einen Augenhöhlenbruch, einen Kieferwandbruch und einen Bluterguss im Auge ein. Sein Augapfel hat sich um zwei Millimeter verschoben.

„Am Anfang konnte ich auf dem rechten Auge nichts sehen“, sagt er. Es sei geschwollen und blutunterlaufen gewesen, die Tränenflüssigkeit habe nicht abfließen können und darum Schmerzen verursacht.

Zwei Brüche und ein verschobener Augapfel

Mittlerweile habe sich der Zustand des Auges verbessert, aber so richtig gut sehen könne er noch immer nicht. Auch steht ihm noch ein MRT, eine Kernspintomographie, bevor, um zu schauen, ob es noch einen möglichen dritten Bruch gibt. Erst am Dienstagmorgen beschlossen die Ärzte, den jungen Mann nicht zu operieren, der Bruch am Auge solle von selber heilen, so dass er das Krankenhaus verlassen konnte.

Niklas Holtmann hat einen Anwalt eingeschaltet, um so gegen die drei Schläger vorzugehen. 

Obwohl sein Eingreifen für ihn hätte noch schlimmer ausgehen können, gibt Niklas Holtmann zu: „Komme ich noch einmal in eine Situation, in der ein Mensch Hilfe braucht, werde ich mich wieder einmischen.“ Zivilcourage sei für ihn selbstverständlich.

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