Nach vier Monaten

Niederlande lockert: Außengastronomie offen, aber Besucher aus NRW nicht erwünscht

Die Niederlande heben ihre Corona-Regeln zum Teil auf. Mit Lockerungen wächst in NRW die Hoffnung auf Tagesausflüge, Restaurant-Besuche, Einkäufe. Was Sie wissen müssen.

Hamm – Lange befanden sich die Niederlande, genau wie Deutschland, im Corona-Lockdown. Am Mittwoch (28. April) wurden zahlreiche Beschränkungen wieder aufgehoben, die zuvor vier Monate lang galten. Trotz einer nach wie vor hohen Corona-Inzidenz sind in Holland jetzt wieder Bereiche des öffentlichen Lebens zugänglich. Davon können die Menschen aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen nur träumen. Zumal sie angehalten sind, nicht in die Niederlande einzureisen. Nicht mal für einen Tagesausflug. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

Niederlande: Öffnungen trotz hoher Corona-Inzidenz – Geschäfte öffnen

Eigentlich ist die Corona-Lage in den Niederlanden nach wie vor angespannt, verzeichnet das Nachbarland immerhin mehr als 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Damit ist die 7-Tage-Inzidenz der Niederländer nicht nur deutlich höher als in Deutschland - Holland gilt zudem als sogenanntes Hochinzidenzgebiet. Es gelten demnach nach wie vor strenge Regeln bei der Einreise.

Bis Mittwoch (28. April) spiegelte sich die hohe Inzidenz der Niederlanden auch im öffentlichen Leben wider. Doch das hat sich nun geändert. Während die Corona-Notbremse samt Ausgangssperre in Deutschland und NRW für zahlreiche Beschränkungen sorgt, haben die Niederlande einen großen Schritt zurück zur Normalität gemacht. Demnach können zum Beispiel die Geschäfte wieder Kunden empfangen - ohne, dass diese vorher einen Termin vereinbaren müssen.

Niederlande: Öffnungen trotz Corona – Shopping und Restaurant-Besuch möglich

Neben den Freiheiten beim Shopping erfreuen sich die Niederländer unter anderem an einer geöffneten Außengastronomie. Die Außenbereiche der Cafés und Restaurants dürfen von 12 bis 18 Uhr wieder öffnen. Wie ruhr24.de* berichtet, wurden auch die Kontaktbeschränkungen in den Niederlanden gelockert. Eine Person darf nun bis zu zwei Gästen am Tag zuhause in Empfang nehmen. Und auch Studenten bekommen einen Tag in der Woche wieder Präsenzunterricht, die Ausgangssperre wird aufgehoben.

Ob der hohen Corona-Inzidenz in den Niederlanden gibt es Kritik. Der geschäftsführende Premier Mark Rutten rechtfertigt die Lockerungen als „kalkuliertes Risiko“. Der wissenschaftlich begründete Beirat der Regierung sieht die Öffnungen als verfrüht an, während insbesondere Gewerkschaften die Aufhebung der Beschränkungen begrüßen. Der niederländische Gaststättenverband sieht laut der Deutschen Presse-Agentur in den Lockerungen „einen Lichtblick“.

NRW soll von Lockerungen in den Niederlanden nicht profitieren – Auch deutsche Landkreise schlagen Alarm

In NRW werden die Lockerungen mit einer Mischung aus Neid und Unbehagen zur Kenntnis genommen. Denn obwohl die Inzidenz in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens niedriger ist als in den Niederlanden, hat das holländische Innenministerium an die Menschen aus NRW appelliert, nicht notwendige Reisen in die Niederlande tunlichst zu unterlassen.

Neben den Niederlanden selbst wollen auch die benachbarten Landkreise aus Nordrhein-Westfalen versuchen, eine Einreise ihrer Bürger nach Holland zu verhindern. Die Grenzregionen sind demnach besorgt, dass Reiserückkehrer nach einem Tagesausflug zurückkehren und sich möglicherweise mit Corona angesteckt haben. Insbesondere am 1. Mai könnte ein Tagesausflug in den Niederlanden für Einreisende aus NRW attraktiv sein. Die Kreise Heinsberg und Borken bitten ihre Bürger daher, die Reise in die Niederlande für einen Cafébesuch oder einen Einkauf zu unterlassen.

Wirklich daran hindern können die NRW-Kreise die Menschen daran allerdings nicht. Denn die Einreise in die Niederlande ist nach wie vor möglich. Auch wenn keine Grenzkontrollen stattfinden, kann es passieren, dass Autofahrer bei Stichprobenkontrollen unter die Lupe genommen werden. Ein negativer Corona-Test wird für die Einreise benötigt. - *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Peter Dejong/dpa

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