Offizielles Einsatz-Ende / "Wir sind alle platt"

Ticker zum Großbrand in Bönen: Das Feuer lässt den Einsatzkräften keine Ruhe

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Die Aufräumarbeiten laufen weiter.

[Update 11.20 Uhr] Bönen - Am Montagabend galt der Großbrand in der Recyclinganlage der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft (GWA) des Kreises Unna in Bönen endlich als gelöscht. Doch für die Feuerwehr ist das Kapitel noch nicht abgeschlossen.

  • Einsatzleiter Wolfgang Schimmel hat am späten Nachmittag "Feuer aus" gemeldet
  • Seit 18 Uhr sind GWA-Mitarbeiter als Beobachter vor Ort
  • In der Nacht von Sonntag auf Montag musste die Brandwache der Feuerwehr insgesamt vier Mal aufgefachte Glutnester ablöschen.
  • Bereits um kurz vor 7 Uhr sind die Räum- und Abrissarbeiten fortgesetzt worden.
  • Als Brandursache gab die Polizei "Selbstentzündung" an

13.05 Uhr: Kaum hatten sich die Frauen und Männer des Löschzuges 1 der freiwilligen Feuerwehr nach dem Großbrand auf der Wiederaufbereitungsanlage am Montagabend gegen 20 Uhr aus den Gerätehausern in Nordbögge und an der Bachstraße verabschiedet, da wurden sie von den Mitarbeitern der GWA an der Unglücksstelle schon wieder zur Hilfe gerufen. Ein Glutnest in den Müllbergen auf der Nordostseite der völlig zertörten Hallen flammte so stark auf, dass die Nachtwache wie abgesprochen die 112 anrief. Und so ging es gestern weiter.

GWA-Großbrand in Bönen: Feuerwehrdrohne im Einsatz

Bis kurz nach Mitternacht waren schon wieder fast 25 Rettungskräfte im Einsatz um das Problem zu lösen. Als sich ein Teil dann gestern im Gerätehaus Nordbögge einfand, um alles aufzuräumen, folgte der nächste Alarm. In den größtenteils inzwischen schon abgebrochenen Hallen war erneut Feuer ausgebrochen. Die Flammen der Glutnester waren schnell gelöscht. Einsatzleiter Timo Rinkewitz ließ den Müllberg mit einem großen Bagger aber noch komplett auseinander nehmen, damit die Kollegen das Brandgut nach und nach in den Greifern abspritzen konnten. Parallel dazu rollten die Wehrleute die liegen gebliebenen Schläuche im Umfeld der Großbrandstelle zusammen. Die werden zum Service-Center an der Kreisleitstelle neben der B1 in Unna transportiertt, um dort gewaschen zu werden

20.09 Uhr: Für die Feuerwehr in Bönen beginnt nur langsam wieder der Alltag. Zur Stunde sind viele Kräfte noch am Gerätehaus, um das Material zu überprüfen. Das wird auch in den kommenden Tagen andauern. "Wir werden das Material durchchecken, ob alles in Ordnung ist, Wäsche waschen, Schlaf nachholen. Wir sind alle platt", sagte Sprecher Uwe Hasche. "Ich habe am Wochenende einen Kollegen getroffen und gefragt: Immer noch hier oder schon wieder? Er war immer noch da." Der für Dienstagabend geplante Dienstabend der Feuerwehr Bönen fällt übrigens aus. Hasche: "Wir machen Klarschiff, und dann schmeißen wir den Grill an."

20.02 Uhr: Insgesamt waren seit Samstag rund 400 Einsatzkräfte vor Ort. Heute waren den ganzen Tag über rund 50 Einsatzkräfte aus dem Kreis Unna noch mit Nachlöscharbeiten in den vier völlig ausgebrannten Hallen beschäftigt.

19.53 Uhr: Es ist vorbei. Endlich. Nach 56 Stunden beendete die Feuerwehr den Einsatz an der GWA-Recyclinganlage in Bönen. Gegen 18 Uhr war die Feuerwehr abgerückt, hinterließ aber Material für GWA-Mitarbeiter, die noch als Beobachter vor Ort sind. Ein Feuerwehrsprecher beschrieb den Einsatzort als "riesengroßen Schrotthaufen aus Beton und Metallrohren".

18.57 Uhr: Der schwer beschädigte Teleskopmast der Feuerwehr Bergkamen ist womöglich zu reparieren. Es ist wahrscheinlich kein Totalschaden. Die Kamener Reparaturwerkstatt Kollmer schaffte es in mehrstündiger Arbeit, dass der Teleskopmast wieder eingefahren und das Fahrzeug von seinen Stützen abgesenkt werden konnte. Das Fahrzeug war beim Durchzünden am Samstag schwer beschädigt worden.

18.28 Uhr: Einsatzleiter Wolfgang Schimmel hat endgültig „Feuer aus“ an die Kreisleitstelle in Unna gemeldet. Der Einsatz ist damit offiziell beendet. Zu diesem Zeitpunkt hatte GWA-Geschäftsführer Andre Gérard schon bestätigt, dass der Betrieb an demselben Standort wieder aufgebaut werden soll und kein Mitarbeiter um seinen Arbeitsplatz bangen muss.

15.11 Uhr: Das ging schneller als erwartet - die Polizei schrieb gerade: "Brandermittler der Polizei Unna untersuchten die Brandstelle und stellten als Ursache Selbstentzündung fest." Das hätten Aufnahmen von Wärmebildkameras ergeben.

14.10 Uhr: Die GWA-Abfallberatung weist ausdrücklich darauf hin, dass der Großbrand an der Wertstoffaufbereitungsanlage nicht zu Änderungen bei den Abfuhrterminen führt. Die Leerung der Restmüll-, Bio-, Papier- und Wertstofftonnen durch die GWA Kommunal verläuft planmäßig, wie im Abfallkalender angegeben. Einige besorgte Bönener Bürgerinnen und Bürger hatten am Montag bereits telefonisch nachgefragt. Die Abfallgefäße sollen – wie immer – bis spätestens 6 Uhr am jeweiligen Leerungstag am Straßenrand bereit gestellt werden.

NRW-Innenminister Herbert Reul twittert

13.55 Uhr: „Feuer aus haben wir noch nicht. Da hat die Kriminalpolizei wohl etwas missverstanden“, betonte eben der kommissarische Gemeindebrandmeister Wolfgang Schimmel, der heute die Einsatzleitung hat, dass sich den Restmüllbergen immer Glutnester befinden.

11.25 Uhr: „Feuer aus“ meldeten die Bönener Wehrleute am Montagvormittag endlich an die Kreis-Kriminalpoizei - nach 48 stündigem Dauereinsatz hunderter Rettungskräfte. Die Polizei wird am Dienstag die Ermittlungen zur Brandursache gemeinsam mit einem Sachverständigen aufnehmen. Derweil laufen die Abbruch- und Aufräumarbeiten an den vom Brand zerstörten Hallen der GWA-Wiederaufbereitungsanlage auf Hochtouren.

11.15 Uhr: Am Vormittag liefen die Abbruch- und Aufräumarbeiten an der vom Brand zerstörten Hallen der GWA-Wiederaufbereitungsanlage zwar schon auf Hochtouren, doch flammten immer wieder Glutnester in den Trümmern auf. 

Produktion in angrenzender Firma derzeit unmöglich

Entlang der Industriestraße hat das beauftragte Entsorgungsunternehmen aus Hagen unterdessen schon den 13. und 14. Sattelauflieger mit Spezialcontainern aufstellen lassen, um das kontaminierte Löschwasser zunächst in ihre Tankwagen und dann dort hineinzupumpen. Obwohl die Rettungskräfte mit Erfolg eine Übergreifen der Flammen auf die Gebäude der benachbarten Firma Schmitz und Söhne verhindert hatten, ist eine Produktion in dem Betrieb für Medizintechnik nicht möglich. „Die Räume sind total verraucht. Wir können auch nicht lüften, weil der Wind immer wieder Rauch zu uns herüber treibt“, berichtet Geschäftsführer Matthias Schmitz am Vormittag.

Ab Dienstag solle der Betrieb wieder laufen.

Großbrand in GWA-Anlage in Bönen - Der Sonntag in Bildern

7.45 Uhr: Uwe Hasche, Pressesprecher der Feuerwehr Bönen, sagte am Montagmorgen im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sich die Lage vor Ort deutlich entspannt habe: "Ziel ist es, dass wir am Abend Feierabend haben." Aktuell sind inklusive der Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die die Verpflegung sichern, 53 Einsatzkräfte vor Ort.

Neben dem weiteren Ablöschen und Herunterkühlen des in Brand geratenen Materials gehe es darum, direkt Metall, Schutt und anderes Brandgut in Container zu verladen und vom Gelände zu bringen.

Luftbilder vom verheerenden Brand in Bönen

Die Hallen 1 bis 4 werden kontrolliert eingerissen. Das passiert teilweise noch unter Zuhilfenahme von Presslut-Atmern, in einigen Bereichen habe man aber auch schon auf leichten Atemschutz mit Filtermasken umgestellt.

GWA-Anlage in Bönen steht in Flammen

"Im Bereich Industriestraße, wo wir windabgewandt vom Dach eines Feuerwehrautos aus einer Entfernung von sechs oder sieben Metern Material ablöschen, geht es auch komplett ohne Atemschutz", so Feuerwehr-Sprecher Uwe Hasche.

"Es gibt zwar nach wie vor aus den Teilen, wo noch Brandugt ist, eine Rauchentwicklung. Die ist aber deutlich zurückgegangen, so dass die Bevölkerungswarnung komplett auf Bönen reduziert werden konnte. Nur dann, wenn Rauch und Brandgeruch wahrgenommen werden, sollten Fenster und Türen geschlossen werden. Alle Messergebnisse sagen, dass es keine akute Gefährdung gibt", erläuterte Hasche.

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