Die Gläser wackeln im Schrank

Vom Navi in die Irre geführt: 40-Tonner rammt Wohnhaus

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Nach der Kollision musste der Reifen gewechselt werden. 

Vom Navigationsgerät in die Irre geführt landete ein Lkw nicht am Zielort, sondern vor der Begrenzungsmauer eines Wohnhauses.

Warstein - „Ich dachte, die Gasheizung wäre explodiert“, erinnert sich Anwohnerin Waltraud Grewe an den ohrenbetäubenden Knall, der am Donnerstagmorgen gegen 7.30 Uhr das gesamte Gebäude Böttcherstraße 21 in der ansonsten eher beschaulichen Wohngegend erschütterte.

Die Seniorin hatte sich gerade ihren Kaffee aufgegossen, doch aus dem gemütlichen Frühstück wurde erst einmal nichts. Unter dem Eindruck des unerklärlichen Krachs rannte sie nach draußen und traf auf einen LKW-Fahrer, der ebenso fassungslos aus dem Cockpit seines Transporters schaute.

Eigentlich hatte er das Baugebiet „Vor der Unsohle“ mit Splitt beliefern wollen. Auf „normalem Weg“ über Wilkestraße und Kallerweg wäre das selbst mit schwerem Gerät gut möglich gewesen. Sein Navi hatte ihn aber über die steil ansteigende Böttcherstraße zum Grillplatz an der Unsohle geführt. Oder besser: nicht ganz.

Blick ins "Teufelsloch" lässt nichts Gutes erahnen

Der erfahrene Trucker erkannte schon beim Blick in das „Teufelsloch“, dass diese Strecke für große Fahrzeuge kaum geeignet ist. Also lenkte er den LKW wieder auf die Böttcherstraße, die an dieser Stelle in ansteigender, enger Kurve zwischen zwei Wohnhäusern hindurchführt. Das Nadelöhr wurde ihm dann aber zum Verhängnis. Mit dem hinteren Teil des mit 40 Tonnen Split beladenen Fahrzeugs rammte er die Abgrenzungsmauer vor dem Keller der Nummer 21.

Im Nachbarhaus wackelten auch die Gläser im Küchenschrank von Kerstin Koroll unter der Wucht des Aufpralls. Schnell eilte sie zur Nachbarin und gemeinsam begutachteten die Frauen den Schaden. Neben der in Teilstücken zerstörten Mauer war das Fenster des anliegenden Kellers zersplittert. Blumentöpfe lagen in Scherben unter der Fensterbank.

Erstmal ein Kaffee für den Unfall-Fahrer

Inzwischen war auch Hausbesitzerin Petra Grewe am Unfallort angekommen. Gern entsprach sie dem Wunsch des Unfallverursachers, die Angelegenheit ohne Polizeieinsatz zu regeln. Schließlich erkannte er seine Schuld an und versprach, für den Schaden aufzukommen. Zuvor erkundigte man sich bei einem bekannten Ordnungshüter, was in einem solchen Fall zu tun sei.

Der gab grünes Licht und so kochten die Frauen dem immer noch fassungslosen LKW-Fahrer erst einmal einen ordentlichen Kaffee. Während man gemeinsam den Schaden auflistete, wechselten herbeigerufene Helfer die zerstörten Reifen des LKW, sodass er, zwar verschrammt und an den Aufprallstellen zerbeult, schließlich doch seine Fahrt fortsetzen konnte.

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