Nach Kettler-Aus: Zwei Firmen mieten Werkhallen an

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Ein Logistikunternehmen und ein großer Textildiscounter mieten sich in die alten Kettler-Werke ein.

Für die alten Kettler-Hallen im Gewerbegebiet Mersch hat die Kettler-Stiftung zwei große Mieter gefunden. Es handelt sich um ein Logistikunternehmen und einen großen Textildiscounter.    

Werl - Die Werler Werneke Logistic GmbH und KiK mit Sitz in Bönen ziehen ein. Stephan Werneke bestätigte auf Anfrage von soester-anzeiger.de das Engagement des Logistikers. Nach und nach habe das Speditions-Unternehmen von der Kettler-Stiftung Hallen angemietet, mittlerweile sind es sechs mit insgesamt rund 20.000 Quadratmetern Fläche. Weitere Flächen „in größerem Umfang“ sollen noch hinzukommen, sagt Werneke. 

Die Firmenexpansion in diesem Ausmaß hänge mit der intensiven Nachfrage im Lagerbereich zusammen; die Anmietung der Kettler-Hallen als Lagerfläche erfolge für Kunden. Am Hauptstandort auf dem KonWerl-Areal im Werler Norden gibt es keine Erweiterungsmöglichkeiten für den Logistiker. 

Werneke schafft neue Jobs

Zehn neue Arbeitsplätze sind bereits am Standort Mersch entstanden, weitere zehn werden hinzukommen beim weiteren Ausbau, kündigt Werneke an. Es handele sich um ein dauerhaftes Engagement. 

Dass auch KiK zu den Mietern gehört, bestätigte Daniel Kettler, Geschäftsführer der Kettler Verwaltungs- und Beteiligungs-GmbH (KVB). Der Textildiscounter werde 10.000 Quadratmeter der ehemaligen Kettler-Lagerfläche anmieten, die Verträge dazu sind mittlerweile unterzeichnet. 

KiK entlastet Lager in Bönen

Eine Presseagentur des Unternehmens mit Sitz in Bönen konkretisierte das gestern Nachmittag: „KiK hat in Werl ab Mitte August ca. 10 000 Quadratmeter Lagerflächen als Zwischenlager angemietet, um das Lager in Bönen für das kommende Herbstgeschäft zu entlasten“, teilte ein Sprecher von der Berliner WMP EuroCom AG kurz und knapp mit. Darüber hinaus äußerte KiK sich nicht. 

Mit den bislang erfolgten Vermietungen sind rund 80 Prozent der ehemaligen Logistikflächen von Kettler im Gewerbegebiet Mersch neu belegt; die 20.000 Quadratmeter Produktionsfläche sind allerdings noch komplett frei. „Wir sind zufrieden, was diesen Standort angeht“, sagt Daniel Kettler – zumal es immer wieder Nachfragen gebe. 

Das gilt auch für die 22.000 Quadratmeter Hallenfläche, die in Sönnern noch zur Vermietung anstehen. „Da sind wir in Gesprächen mit mehreren Interessenten“, sagt der KVB-Geschäftsführer. Das Werk liegt zur Hammer Straße hin. 

Kettler-Stiftung bietet Halle in Sönnern an

Das benachbarte Werk in Sönnern ist bereits neu vermietet: Auf das „Kettler-K“ folgt am Maifeld das „Gebhardt-G“. Das war im Juni bekannt geworden. Gebhardt-Stahl hat zum 1. September 9 000 Quadratmeter des alten Kettler-Werks 2 in Sönnern angemietet, will dort Anfang 2021 den Betrieb aufnehmen. In dieser Halle hatte einst die insolvente Kettler Freizeit GmbH produziert. Zudem firmiert in dieser Halle die F&D Metallveredlung auf 3 000 Quadratmeter. F&D hatte die Galvanik von Kettler übernommen. Man werde in das alte Rohrwerk bis zu 300 000 Euro für den Einzug der Mieter investieren, kündigte Daniel Kettler an. Vor allem am Boden müssen Arbeiten stattfinden. 

Kettler hat noch Kapazitäten in Ense

Auch in Ense-Parsit kann die Stiftung noch rund 10.000 Quadratmeter Fläche (Produktion/Lager) anbieten. Zudem werden Interessenten gesucht für den Verwaltungskomplex am Stammsitz in Parsit. In vier Geschossen habe man Büroflächen von 100 bis 500 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, sagt Daniel Kettler. Die Gesamtfläche könne man auf rund zehn Parzellen aufteilen. In dem Trakt hat auch die Kettler-Stiftung ihren Sitz. 

Zunächst allerdings hatte sich die Stiftung bei der Mietersuche auf die Werler Standorte konzentriert. „Wir sind ja auch zum Teil noch im Räumungsprozess.“ Das gilt auch für die ehemalige Verwaltung. Die Stiftung will keine der Immobilien verkaufen, sondern sie nur vermieten, um dauerhaft Erträge für den Stiftungszweck, die Förderung des Behindertensports, erwirtschaften zu können. 

Kettler-Stiftung will Outlet-Standort vermieten

Das gilt auch für das Areal am Neuwerk, an dem der Freizeitartikler einst ein Outlet-Angebot hatte. Auch hier wird ein Nachfolger gesucht, man sei offen für eine Entwicklung – und auch hier würden bereits Gespräche geführt, so der KVB-Chef. Insgesamt entwickelt sich die Vermietung aus Stiftungssicht erfreulich, hatte man sich doch zum Ziel gesetzt, bis Ende des kommenden Jahres 80 Prozent der Leerstände beseitigt zu haben.

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