Verkehrsverbund droht

Nach Ausfällen und Verspätungen: Ärger für die Eurobahn

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Ärger mit der Eurobahn: Liegt’s an den Fahrzeugen, dem Management oder an unzureichenden Verkehrsverträgen?

Hamm/Unna - Wegen zahlreicher Zugausfälle und Verspätungen bei der Eurobahn prüft der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) weitere juristische Schritte gegen das Unternehmen. Dem Verkehrsbund reicht es allmählich. 

Bereits im Februar war der Eurobahn-Betreiber Keolis wegen mangelnder Leistungen vom NWL abgemahnt worden. Keolis ist der größte private Bahnbetreiber in Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen fällt seit gut einem Jahr immer wieder negativ auf. Fehlten im Winter 2017/18 vor allem Lokführer, mangelt es derzeit an Zügen.

Ein Teil der Flotte steht derzeit in der Werkstatt. Nachdem im August am Laufwerk eines Triebwagens ein Schaden festgestellt wurde, werde die 90-teilige Flotte in den beiden Betriebswerken in Hamm und Bielefeld aufwendig untersucht, sagte eine Keolis-Sprecherin. Diese Fahrzeuge fehlten dann im täglichen Betrieb, Lieferschwierigkeiten bei Ersatzteilen verlängerten die Standzeiten zusätzlich. 

Probleme bei der Eurobahn: Dem NWL platzt der Kragen

Drei Triebewagen seien zudem nach Unfällen länger außer Betrieb. Damit sind die Ausfälle offenbar größer als die vertraglich geregelte Betriebsreserve. Derzeit miete man Ersatzfahrzeuge und suche Personal für die Werkstätten, so die Sprecherin. 

Vertragsstrafen bereits verhängt

Beim NWL ist man trotzdem unzufrieden mit den Anstrengungen des Unternehmens. Nach der Abmahnung im Februar habe sich die Situation zunächst verbessert, sagte ein Sprecher. In den vergangenen Wochen habe es aber wieder deutlich mehr Ausfälle und Verspätungen gegeben. 

NWL nimmt Eurobahn mit Pannen-Monitoring in die Pflicht

Juristen sollen jetzt prüfen, welche Möglichkeiten der NWL gegenüber Keolis hat. Vertragsstrafen wurden bereits verhängt. Bei einer Kündigung als letztem Mittel wäre unklar, wer den Betrieb übernehmen könnte. Entscheiden soll die NWL-Verbandsversammlung am 6. Dezember. 

Auf Interesse stößt der NWL-Vorstoß auch beim benachbarten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), in dem die Eurobahn ebenfalls fährt. Dort habe sich die Situation zwar etwas beruhigt, sagte eine VRR-Sprecherin, man beobachte das Verfahren in Westfalen-Lippe aber genau.

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