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Nach Flucht: Verurteilter Mörder aus Münster in den Niederlanden geschnappt

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Von: Kristina Köller

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Polizei nimmt einen Mann fest und führt ihn ab.
Der verurteilte Mörder Ralf Hörstemeier wurde nach seiner Flucht festgenommen. (Symbolbild) © Paul Zinken / dpa

Der verurteilte Mörder Ralf Hörstemeier ist in Münster geflüchtet, kurz bevor er seine Haft antreten musste. Jetzt habe

Update vom 24. Dezember, 8.35 Uhr: Fahndungserfolg! Polizeikräfte aus NRW und den Niederlanden haben Ralf Hörstemeier in einer Wohnung in Enschede (Niederlande) festgenommen. Der verurteilte Mörder war seit Dienstagabend auf der Flucht. Er hatte seine elektronische Fußfessel abgelegt. Auch seine Verlobte trafen die Ermittler in der Wohnung an. Gegen sie wird nun auch ermittelt.

Verurteilter Mörder aus Münster auf der Flucht - Haftbefehl gegen Verlobte

Update vom 23. Dezember, 14.41 Uhr: Wie es aussieht, ist Ralf Hörstemeier gemeinsam mit seiner Verlobten auf der Flucht. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt gaben, wurde ein Haftbefehl gegen die 54-jährige Frau aus Münster erlassen. Sie steht im Verdacht, dem wegen Mordes verurteilten Hörstemeier beim Ablegen der elektronischen Fußfessel geholfen zu haben.

Update vom 23. Dezember, 14.23 Uhr: Ralf Hörstemeier ist noch immer auf der Flucht. Wie die Polizei Münster mitteilt, gibt es aber eine Spur. So ergaben Ermittlungen, dass der 56-Jährige mit den Fahrzeugen seiner Lebensgefährtin unterwegs sein könnte. Bei den Pkw handelt es sich um zwei Mercedes-Benz der C-Klasse in Blau mit den Kennzeichen „MS-MS 4455“ und „MS-SM 4455“. Die Polizei bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 0251 275-4600.

[Erstmeldung] Münster - Polizei und Staatsanwaltschaft fahnden nach dem 56-jährigen Ralf Hörstemeier aus Münster (NRW). Er wurde durch ein Urteil des Landgerichts Dortmund vom 25. Januar 2021 - rechtskräftig seit dem 14. Dezember 2021 - wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Nun hat er sich seiner elektronischen Fußfessel entledigt und ist offenbar auf der Flucht.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Münster mitteilen, hat Ralf Hörstemeier sich der Fußfessel am Abend des 21. Dezember entledigt. „Seitdem ist er unbekannten Aufenthalts“, heißt es. Gegen den Verurteilten wurden Vollstreckungshaftbefehl erlassen und Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Die Polizei hat Fotos und ein Fahndungsplakat veröffentlicht.

Münster: Verurteilter Mörder Ralf Hörstemeier auf der der Flucht - Fahndung mit Fotos

Ralf Hörstemeier wird wie folgt beschrieben: 1,80 Meter groß, circa 80 Kilogramm schwer, schlank; lange braune, schüttere Haare;
blau-graue Augen.

Polizei und Staatsanwaltschaft bitten die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach dem Flüchtigen. Hinweise nehmen die Polizei Münster unter Tel. 0251/275-2222 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Mit diesem Fahndungsplakat wird die Bevölkerung auf die Suche aufmerksam gemacht:

Münster: Verurteilter Mörder Ralf Hörstemeier auf der Flucht - das ist das Fahndungsplakat

Ralf Hörstemeier war im Januar 2021 rund 27 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer damals 16-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Weil die Justiz keine Fluchtgefahr sah und das Urteil noch nicht rechtskräftig war, blieb der Deutsche nach dem Schuldspruch frei und bekam eine Fußfessel.

Der Mord, den Hörstemeier begangen hat, sorgte für Entsetzen. Nicole-Denise Schalla aus Dortmund war im Oktober 1993 als 16-Jährige nicht nach Hause gekommen. Am nächsten Morgen wurde sie von einer Zeitungsbotin tot in einem Gebüsch gefunden. Sie war vergewaltigt und erwürgt worden. Erst im Jahr 2018 führte eine nachträgliche DNA-Analyse von Tatortspuren zum Täter.

Münster (NRW): Verurteilter Mörder Ralf Hörstemeier auf der Flucht - „eine Katastrophe“

Anwältin Arabella Pooth, die Nicole Schallas Eltern als Nebenkläger vor Gericht vertreten hatte, sagte am Mittwoch der dpa: „Es war klar, dass der Mann sich seiner Haftstrafe nicht stellen würde.“ Dass er seinerzeit nach dem Prozess zunächst auf freiem Fuß geblieben war, sei rechtlich zwar möglich gewesen - aber aus ihrer Sicht falsch. Dass der Mann nun verschwunden sei, sei für die Eltern des Opfers „eine Katastrophe“ und nicht zu begreifen. - Mit Material von dpa

Ein 41-Jähriger aus Hürth bei Köln soll mehrere Frauen aus seinem Umfeld mit dem Schwermetall Thallium vergiftet haben - zwei von ihnen sind tot.

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