1. wa.de
  2. NRW

Kleine „Demonstranten“ wollen Polizeipräsidium stürmen – damit ihr Opa in Rente kann

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Oliver Schmitz

Kommentare

Polizei
Die Familie des Polizei-Pensionär „demonstrierten“ vor seinem alten Präsidium. (Symbolbild) © Roland Weihrauch/dpa

Am Polizeipräsidium Münster kam es zu einer „Demonstration“ der etwas anderen Art. Eine Familie forderte die Herausgabe ihres Großvaters – damit er in Rente gehen kann.

Münster – Ende November ist es am Polizeipräsidium in Münster (NRW) zu einer unerwarteten Protestaktion gekommen. Bei dieser stellten eine Gruppe junger „Demonstranten“ eine etwas ungewöhnliche Forderung: die Herausgabe des Hauptkommissars, der gleichzeitig auch ihr Opa ist. Hintergrund war eine ganz besondere Aktion.

Polizei Münster: Enkelkinder möchten Opa „zurück“ – Demo mit Plakaten, Parolen und Trillerpfeifen

Anlässlich der Pensionierung hatte sich die Familie eines ehemaligen Polizeihauptkommissars in Münster etwas Spezielles überlegt. Die Aktion sorgte für so einen nachhaltigen Eindruck, dass die Polizei die Geschichte nun selbst auf Facebook teilte. „Am Montagnachmittag (29.11.) sorgte eine Gruppe junger Demonstranten für großes Aufsehen am Polizeipräsidium am Friesenring“, schrieben die Beamten am Dienstag (7. Dezember).

Demnach war es den „Randalieren“ gelungen auf das Polizeigelände zu dringen „und sich vor einem der Eingänge zu positionieren.“ Jedoch seien innerhalb weniger Minuten mehrere Polizisten zur Stelle gewesenen „um ein gewaltsames Eindringen der Störer zu verhindern“. Doch das war natürlich gar nicht nötig, denn die Demonstranten waren tatsächlich nur zwischen einem und neun Jahren alt. Dennoch hielten sie voller Inbrunst Plakate hoch und riefen – begleitet von lauten Trillerpfeifen – die Parole: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns den Opa klaut!“

Demo Münster: Polizei spricht von „skandalösem Hintergrund“ – doch Opa geht in Rente

Auch im weiteren Post bewies die Polizei Münster, dass sie sich selbst nicht immer ganz so ernst nimmt. So erläuterten die Beamten anschließend den „skandalösen Hintergrund dieser Versammlung“. Das Präsidium würde einen Polizeihauptkommissar – der eben der Großvater der Demonstranten sei – seit ganzen 45 Jahren von seinen Freizeitaktivitäten abhalten. Seine Familie forderte: „Damit solle nun Schluss sein!“.

Schnell machten die Polizisten auch die Initiatorin der unerwünschten Protestaktion aus: die Ehefrau des betroffenen Beamten. Sie hatte wohl ihre Familie dazu angestachelte ihren Opa „endlich nach Hause zu holen“. Letztlich gab das Präsidium dem Druck und der Forderung der hartnäckigen Demonstranten nach. Einsichtig erklärte der Polizeipräsident sich einverstanden, dem Hauptkommissar seine Personalakte auszuhändigen und „ihn endlich ziehen zu lassen“.

Sein Kollegium zeigte sich anschließend äußerst wehmütig und traurig. „Es geht so viel Wissen!“, sagte unter anderem eine besorgte Polizeibeamtin. Und abschließend ergänzte der Post-Schreiber der Polizei: „Alle Kollegen konnten nur schwer mit ansehen, wie Andreas von seinen Enkelkindern vom Polizeigelände geführt wurde“. Die herzergreifende Geschichte kam auch bei den Facebook-Usern äußerst gut an. In den Kommentaren gab es durchweg Lob und Glückwünsche. (os) *24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare