250 Menschen pöbeln

Münster/Aasee: Polizei räumt Treffpunkt - Massive Angriffe auf Beamte

Treffpunkt und Wahrzeichen für Münster: Die „Giant Pool Balls“ (Riesige Billardkugeln, 1977) von Claes Oldenburg am Aasee. FotoS: Stiftel
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Sie sind Treffpunkt und Wahrzeichen für Münster: die „Giant Pool Balls“. Am Aasee treffen sich dort in Münster zahlreiche junge Menschen.

Polizei und Ordnungsamt musste in der Nacht zu Samstag in Münster den beliebten Treffpunkt am Aasee räumen. Einige Personen attackierten die Beamten mit Flaschen.

Münster - Wie die Polizei am Samstag berichtet, musste der Treffpunkt rund um die „Giant Pool Balls“ am frühen Morgen wegen einiger aggressiver Randalierer erneut geräumt werden. Diese attackierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stadt und Polizei massiv mit Flaschenwürfen und zündeten vereinzelt Pyrotechnik.

StadtMünster
Bevölkerung314.319
Fläche302,9 Quadratkilometer

Die große Mehrheit der Besucher hatte sich laut Mitteilung der Polizei infolge der Kontrollen und Ausleuchtung der Aaseewiesen durch das Technische Hilfswerk an das Glasflaschenverbot gehalten. Zu laute Musikboxen wurden runtergeregelt, das Parkverbot an der Adenauerallee wurde überwiegend beachtet und vereinzelt durch Abschleppen durchgesetzt. Das Müllaufkommen war geringer als zuvor. Anhänger der sogenannten Poserszene wurden nur ganz vereinzelt festgestellt.

Münster/Aasee: 250 Personen treffen aggressiv auf

Dennoch zeigten sich unter den Hunderten vorwiegend friedlich feiernden Besuchern erneut einige Personen, die das Beisammensein durch aggressives und gewalttätiges Verhalten störten. Zum Großteil kamen diese jungen Männer offenbar aus dem Umland von Münster, insbesondere dem nördlichen Ruhrgebiet. Im Laufe der Nacht ereigneten sich Körperverletzungsdelikte, bei denen Polizisten einschritten. Am frühen Morgen kippte die Stimmung unter den verbliebenen, teils erheblich alkoholisierten Personen auf der Wiese. In einem Teilbereich zur Bismarckallee sammelten sich bis zu 250 aggressiv auftretende Personen, vereinzelt wurde Pyrotechnik in Form von „Böllern“ gezündet. Ein Mann widersetzte sich nach einem Körperverletzungsdelikt den Maßnahmen der Beamten und verletzte einen Polizisten leicht. Er wurde in Gewahrsam genommen. In einigen Fällen flogen Plastikflaschen auf die Einsatzkräfte von Stadt und Polizei.

Münster/Aasee: Polizei räumt Gelände in der Nacht

Die Polizisten forderten die letzten Feiernden gegen 2 Uhr mehrfach mittels Lautsprecherdurchsagen auf, den Bereich der „Giant Pool Balls“ zu verlassen. Ein Großteil kam dieser Aufforderung nicht nach. Mit Unterstützung von alarmierten Hundertschaften räumte die Polizei gegen 2.15 Uhr schließlich die Wiese in Richtung der Weseler Straße.

Im Kreuzungsbereich attackierten einige Randalierer die Einsatzkräfte mit Glasflaschenwürfen und zündeten wenige „Böller“. Glücklicherweise wurde hierbei niemand verletzt. Im Anschluss kam es vor allem in der Aegidiistraße zu Sachbeschädigungen an Blumenkübeln und Lärmbelästigungen, einige Fahrräder wurden umgeschmissen.

Münster/Aasee: Zahlreiche Straftaten angezeigt

Insgesamt fertigten die Polizisten Strafanzeigen wegen Körperverletzungsdelikten, Beleidigung, Widerstands, versuchter Gefangenenbefreiung, Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Fünf Personen wurden in Gewahrsam genommen und mussten die Nacht im Polizeipräsidium verbringen. Die Ermittlungen zu den Flaschenwerfern dauern an.

Welche Konsequenzen aus der vergangenen Nacht für Samstagabend am Aasee zu ziehen sind, werden Stadt und Polizei in enger Abstimmung entscheiden.

Am Aasee ist am Freitagabend ein 20-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden, als es unterhalb der Torminbrücke zu einem Streit zwischen zwei Gruppen kam.

Auch in Dortmund hatten sich zahlreiche junge Menschen getroffen. Der Westpark, ein beliebter Treffpunkt im Kreuzviertel, war stark besucht. Die Nacht endete aber tragisch: Ein 22-Jähriger wurde nahe des Westparks in Dortmund erschossen.

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