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10 Jahre nach der Tat: Polizei nimmt Frau (33) fest - zwei Kinder getötet

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Zwei tote Kleinkinder, beide Male geht die Polizei von einem medizinischen Notfall aus. Als die Mutter auch ihr drittes Kind ersticken will, wird eine Ärztin stutzig.

Herne - Durch einen Zufall hat die Polizei die Tötung von zwei kleinen Kindern aufgedeckt, die bereits 2011 und 2012 ums Leben gekommen sind. Damals ging man davon aus, dass sie eines natürlichen Todes gestorben waren. Jetzt wurde die Mutter (33) verhaftet. Sie soll die beiden Jungen - jeweils nur zwei und 19 Monate alt - erstickt haben.

Mutter tötet zwei ihrer Kinder: Sie wollte ihre Ruhe haben

Wie die Ermittler am Mittwoch (13. April) in Bochum (NRW) mitteilten, hatte die Frau mit 21 Jahren im Oktober 2010 ihren ersten Sohn zur Welt gebracht. Bereits im September 2011 folgte der zweite Sohn. Möglicherweise durch eine „Überlastungssituation“ habe sie im November 2011 ihrem Zweitgeborenen - einem Schreikind - ein Kissen aufs Gesicht gedrückt, so die Ermittler. Dann rief sie den Angaben zufolge den Notarzt. Das zwei Monate alte Kind wurde reanimiert und starb am nächsten Tag im Krankenhaus. Nach der Obduktion ging man von einem medizinischen Notfall aus. Ermittlungen gegen die Mutter gab es nicht.

Pressekonferenz zu mutmaßlichen Morden an Kindern
Nach etlichen Jahren: Tötung zweier Kleinkinder aufgedeckt © Fabian Strauch/dpa

Im Mai 2012 versuchte die Frau, auch ihr älteres Kind zu ersticken, wie die Ermittlungen jetzt ergaben. Wieder rief sie den Notarzt, wieder starb das reanimierte Kind im Krankenhaus. Wieder ergab die Obduktion keinen Hinweis auf ein Verbrechen.
Jahre später - im Dezember 2015 - brachte die Frau ein drittes Kind zur Welt. Im April 2018 versuchte sie laut Staatsanwaltschaft, auch dieses Kind zu ersticken. Es überlebte. Einer Ärztin kam die Sache komisch vor, sie recherchierte bei den Krankenhäusern, in denen die beiden anderen Kinder starben.

Mutter tötet zwei ihrer Kinder: Wahrheit kam nach etlichen Jahren ans Licht

Die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein, ließ neue Gutachten erstellen - unter anderem von einem Spezialisten aus Gießen. Zudem verhörte man neue Zeugen. So kam heraus, dass die Frau gegenüber anderen Menschen von den Taten gesprochen haben soll. Der Vater der drei Kinder lebte mit der Frau über die gesamte Zeit der Taten in einer Beziehung - aber er war laut den Ermittlern nie zu Hause, wenn die Mutter zu den Kissen griff.

Nach fast dreijährigen Ermittlungen nun der Haftbefehl wegen zweifachen Mordes. Das Motiv: Die Frau habe ihre Ruhe haben wollen. Auch habe sie ihr ausschweifendes Privatleben, welches sie vor der Geburt der Kinder gehabt habe, wieder ausleben wollen, teilte der Staatsanwalt mit. Er sieht bei der Frau eine besondere Schwere der Schuld. Würde ein Gericht dieser Sicht folgen, wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis ist das aber so gut wie ausgeschlossen.

Mutter tötet zwei ihrer Kinder: Auch ihr drittes Kind wollte sie ersticken

Die Verdächtige habe bei der Verhaftung in ihrer Wohnung in Herne am Dienstag gefasst gewirkt, hieß es am Mittwoch bei der Pressekonferenz zu dem Fall. Die 33-Jährige habe sich bislang gegenüber der Polizei nicht zu den Taten geäußert. Die Ermittlungsgruppe (EG) „Hieronymus“ arbeitet nun weiter. Geleitet wird die EG von einer Frau. Allen Ermittlern war anzusehen, dass dieser Fall ein besonders tragischer ist.

In Dortmund kam es ebenfalls zu einem schrecklichen Mord. Ein Mann (27) wurde in seiner Wohnung getötet. Maskierte Männer überwältigten ihn.

- Deutsche Presse-Agentur (dpa)

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