Akten übergeben

Missbrauchsfälle: Priester aus Ruhrgebiet und Südwestfalen werden überprüft

+
Symbolbild

Essen - Das Bistum Essen hat die Personalakten von 60 Priestern aus dem Ruhrgebiet und Südwestfalen an die Essener Staatsanwaltschaft übergeben. Dort werden sie auf „verfolgbare Straftaten“ überprüft, wie Oberstaatsanwältin Anette Milk auf Anfrage mitteilte.

Die Kleriker stehen im Verdacht, zwischen 1946 und 2014 im Bistum Essen 85 zumeist minderjährige Opfer sexuell missbraucht zu haben. Die mutmaßlichen Täter waren bei den Recherchen für die Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche identifiziert worden. 

41 der 60 verdächtigen Priester aus dem Bistum blieben bislang straf- und kirchenrechtlich unbehelligt. Strafrechtlich verurteilt wurden nur elf Priester. Das Bistum hatte an die Opfer zwischenzeitlich 262.000 Euro als „Anerkennung des Leids“ gezahlt. 

"Die allermeisten schon tot"

Die Missbrauchsstudie war im September 2018 vorgestellt worden. Die Dokumente erhielt die Essener Staatsanwaltschaft im Anschluss. „Wir prüfen derzeit, ob sich in den Akten Hinweise auf Straftaten ergeben, ob sie verjährt sind und ob der Beschuldigte noch am Leben ist“, sagt Oberstaatsanwältin Milk. 

Sollte man fündig werden, könnten weitere Beschuldigte vor ein ordentliches Gericht gestellt werden. Nach Auskunft von Bistumssprecher Ulrich Lota seien die „allermeisten schon tot“.

Mehr zu diesem Thema:

Missbrauchsfälle: Katholische Kirche am Pranger

Selbst im Beichtstuhl an Kindern vergangen

Papst: Kirche ist verwundet durch "ihre Sünde"

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare