Urteil mehr als drei Jahre danach

Brutaler Überfall auf Ehepaar in Menden: Diese Strafe erwartet den Täter 

In ihrem Haus in Menden mussten die betagten Eheleute die unfassbare Tat des Einbrechers über sich ergehen lassen.
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In ihrem Haus in Menden mussten die betagten Eheleute die unfassbare Tat des Einbrechers über sich ergehen lassen.

Der brutale Überfall auf ein betagtes Ehepaar in Menden (NRW) ist mehr als drei Jahre her. Am Montag hat das Landgericht ein Urteil gesprochen gegen den Täter, der die Senioren gefesselt, geknebelt und ausgeraubt hatte.

Menden/Dortmund - Mehr als drei Jahre nach dem brutalen Überfall auf ein betagtes Ehepaar in Menden ist einer der Täter in einer Revisionsverhandlung vor dem Dortmunder Landgericht zu einer Gefängnisstrafe von elf Jahren und drei Monate n verurteilt worden. 

Zusammen mit unbekannt gebliebenen Komplizen hatte er in der Nacht zum 25. November 2016 die damals 84 Jahre alten schlafenden Eheleute bei einem Einbruch in ihren Betten geschlagen, gefesselt und zur Herausgabe des Tresorschlüssels gezwungen. Hier erbeuteten der jetzt Verurteilte und seine Komplizen rund 30.000 Euro, eine Münzsammlung sowie eine scharfe Pistole nebst Munition.

Menden/NRW: Gefesseltes Ehepaar überlebte durch Aufmerksamkeit eines Nachbarn

Das mit Paketband gefesselte und bereits bewusstlose Ehepaar überlebte das stundenlange Martyrium vermutlich nur durch die Aufmerksamkeit eines misstrauisch gewordenen Nachbarn. Dieser hatte sich über ein aufgesägtes Kellerfenster gewundert und die Polizei alarmiert.

Die aufgesägten Kellerfenster des Hauses in Menden haben einen Nachbarn misstrauisch gemacht. Dieser rief die Polizei und rettete den Opfern des Überfalls damit vermutlich das Leben.

 

Menden/NRW: Schrecklicher Fall wurde schon einmal verhandelt - das Urteil aber für ungültig erklärt

In erster Instanz vor dem Arnsberger Landgericht war der Serbe am 21. Februar 2019 wegen zweifachen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe erklärte später auf Antrag des Verurteilten diesen Richterspruch für ungültig. Die Arnsberger Richter hätten nicht überzeugend dargelegt, dass die brutalen Einbrecher ihre betagten Opfer hätten töten wollen oder bei ihrer skrupellosen Fesselung deren Tod gleichgültig in Kauf genommen hätten

Der Angeklagte selbst hatte die Tat stets vehement bestritten und behauptet, dass die ihn belastenden DNA-Spuren am Kellerfenster sowie an einem Schlafanzug von einem Dritten gelegt worden sein müssen. 

Menden/NRW: Neuverhandlung und Verständigung - damit wird Opfern Zeugenaussage erspart

Seit April wurde an sechs Verhandlungstagen vor dem Dortmunder Landgericht das Tatgeschehen komplett neu verhandelt. Um das seit Jahren laufende Strafverfahren zu beenden und den betagten Opfern eine erneute belastende Zeugenaussage zu ersparen, einigten sich Gericht und Staatsanwaltschaft auf eine Verständigung

Danach sicherten die Richter unter Vorsitz von Britta Graya bei einem umfassenden Geständnis dem Angeklagten eine Gefängnisstrafe von maximal zwölf Jahren zu und versicherten, dass dann von einem versuchten Mord nicht weiter ausgegangen werde.

Menden/NRW: Plan der Einbrecher, Opfer zu töten oder Tod in Kauf zu nehmen, nicht nachweisbar

Der angebliche Plan der Einbrecher, ihre Opfer zu töten oder ihren Tod zumindest in Kauf zu nehmen, lasse sich wohl nicht nachweisen. Der Angeklagte gestand daraufhin den Einbruch in das Haus der Mendener, schilderte die angeklagte Fesselung des Ehepaars und die Plünderung ihres Tresors

Verurteilt wurde er nun nicht wegen versuchten Mordes, sondern ausschließlich wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung. Durch die Verständigung zwischen den Prozessparteien konnte das Strafverfahren beendet werden. 

Das Landgericht Dortmund hat geurteilt: Der Täter, der das Ehepaar aus Menden brutal überfallen und ausgeraubt hat, muss eine Gefängnisstrafe von elf Jahren und drei Monaten absitzen.

Vor allem aber wurde den vermutlich lebenslang traumatisierten Einbruchsopfern eine belastende Begegnung mit ihrem Peiniger im Gerichtssaal erspart.

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