Am Sonntagabend Stellungnahme veröffentlicht

Bombendrohung gegen Indoor-Spielplatz in Menden: Kind unter Verdacht

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Bombendrohung gegen beliebten Indoor-Spielplatz in Menden.

Menden - Anonyme Bombendrohung am Samstag (30. November) gegen den Indoor-Spielplatz "Kiki Island" in Menden! Das Gebäude wurde evakuiert. Spürhunde und Polizisten fanden keinen Sprengstoff. Jetzt steht fest, wer die Drohung schickte.

  • Anonyme Bombendrohung am Samstag, 30. November 2019 gegen das "Kiki Island" in Menden-Bösperde.
  • 500 Personen wurden evakuiert. Sprengstoff-Spürhunde fanden im Gebäude jedoch keinen Sprengstoff.
  • Die Polizei hat herausgefunden, dass die Drohung von einem Jungen (12) per Instagram kam.

+++ Update Dienstag, 14.28 Uhr: Die Polizei hat den Absender der Bombendrohung gegen das "Kiki Island" gefunden. Sie geht davon aus, dass die Nachricht, die am Samstag um kurz nach 14 Uhr per Direktnachricht an den Instagram-Account des beliebten Indoor-Spielplatzes ging, von einem 12-jährigen Jungen aus dem Südkreis versandt wurde. Zum Ort wollte sich die Polizei nicht äußern.

Der Junge ist mit zwölf Jahren strafunmündig. Das deutsche Strafgesetzbuch schreibt für die Strafmündigkeit das vollendete 14. Lebensjahr vor. Erst danach wird einem Menschen zugetraut, die Folgen seiner Handlungen voll zu überblicken.

Die Polizei prüft nun allerdings, ob die beim Einsatz für den schlechten Scherz entstandenen Kosten in Rechnung gestellt werden können.

+++ Update, Sonntag, 19.15 Uhr: Am frühen Sonntagabend ist auf der Facebookseite des "Kiki Island" diese Stellungnahme der Betreiber veröffentlicht worden, aus der hervorgeht, dass von Anfang an vermutet worden war, dass es keine Bombe im Gebäude geben würde.

Fast 12.000 Personen verfolgen die Beiträge des "Kiki Island" auf Facebook.

+++ Update, Sonntag, 11 Uhr: Der Indoor-Spielplatz "Kiki Island" hat am Tag nach der anonymen Bombendrohung seinen Betrieb wieder regulär aufgenommen.

Wie gewohnt habe das "Kiki Island" am Sonntagmorgen um 10 Uhr wieder geöffnet, sagte Geschäftsführerin Sabrina Kißmer im Gespräch mit unserer Redaktion. Am Samstagabend sei zusammen mit den Mitarbeitern alles wieder aufgeräumt und in den Normalzustand versetzt worden. 

Lesen Sie hier unsere Berichterstattung vom Samstag: 

Die Drohung war am Samstagnachmittag direkt im "Kiki Island" eingegangen. Per Telefon, per E-Mail, per Fax? Auf welchem Wege genau, das teilte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mit; sie fahndet jetzt nach dem Urheber der Drohung, die auch in den sozialen Netzwerken unverändert für großes Kopfschütteln sorgt. 

Geschäftsführerin Sabrina Kißmer hatte am Samstag umgehend die Polizeiwache in Menden kontaktiert. Das war gegen 15 Uhr. In der Alarmierung war dann von einer "Sonderlage" die Rede.

Zum Zeitpunkt der Drohung hielten sich etwa 500 Personen - Eltern wie Kinder - in dem über die Kreisgrenzen hinaus beliebten Indoor-Spielplatz im Mendener Stadtteil Bösperde auf. Die Kapazitätsgrenze des "Kiki" liegt bei 1000 Menschen. Es war am Samstagnachmittag - zum Glück - nur halb voll. 

Bombendrohung: 500 Personen müssen Kiki-Island verlassen

Geschäftsführerin Kißmer sprach sich mit der Polizei wegen des weiteren Vorgehens ab. Sie entschieden sich für eine Durchsage per Lautsprecher: Darin bat Kißmer selbst die Besucher, das Gebäude zu verlassen. Als Grund wurde ein "technischer Defekt" angegeben. Das sollte verhindern, dass Panik aufkommt.

Bombendrohung gegen beliebten Indoor-Spielplatz in Menden.

Die Evakuierung klappte laut Polizei-Sprecher Christof Hüls reibungslos. "Alle Mitarbeiter und Kinder waren superruhig. Das hat sehr gut funktioniert", sagte Kißmer. Draußen standen Mitarbeiter, die den Kunden Gutscheine für einen weiteren Besuch aushändigten oder das Geld zurückerstatteten. 

Kinder, die ohne Eltern im "Kiki Island" waren, wurden von Mitarbeitern betreut. Auch einige Geburtstage wurden am Samstag in den Indoor-Spielplatz gefeiert. "Die waren natürlich enttäuscht, dass sie nach Hause mussten", so Kißmer.

Sprengstoff-Hunde durchsuchen Kiki-Island

Zwei Spürhunde waren recht bald vor Ort. Ein erster der beiden Belgischen Schäferhunde - "Ned" aus Dortmund - startete mit der Dursuchung des fast 5000 Quadratmeter großen Gebäudes. Kurze Zeit später war auch ein zweiter Hund - aus Düsseldorf - in der Halle. Zusätzlich kontrollierten Polizisten.

"Ned" war der erste Spürhund vor Ort.

Da das Gebäude sehr groß und verwinkelt ist, dazu mehrere Ebenen hat, rechnete die Polizei zunächst mit einer Durchsuchung bis weit in den Abend hinein, zumal die Hunde alle 30 Minuten eine Pause benötigen. Um 19.20 Uhr gab es dann jedoch bereits offiziell Entwarnung. Das "Kiki Island" wird am Sonntag zu den üblichen Zeiten öffnen.

Bombendrohung gegen beliebten Indoor-Spielplatz in Menden.

Die Halle liegt in der Nähe eines großen Einkaufszentrums mit Kaufland, Lidl, Deichmann, Aldi  und Hagebaumarkt. Die waren von der Evakuierung nicht betroffen.

Die letzte Bombendrohung im Märkischen Kreis liegt erst wenige Wochen zurück. Am Weltspartag im Oktober ging bei der Volksbank in Werdohl eine Bombendrohung ein. Mitte Juli erhielt der Vorsitzende der Ditib-Moschee in Iserlohn eine Droh-Mail.

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