Talkshow

AstraZeneca Impfstoff zweiter Klasse? Virologe bei Markus Lanz (ZDF) mit provokativer Aussage

Die Coronavirus-Mutationen breiten sich in Deutschland weiter aus und die Diskussionen um den AstraZeneca-Impfstoff reißen nicht ab. In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz äußerte sich Prof. Alexander Kekulé zu der aktuellen Lage.

Berlin/München – Die Coronavirus-Pandemie* ist in Deutschland nun schon seit über einem Jahr Thema und beeinflusst den Alltag aller Menschen. In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz (51) diskutierten die TV-Gäste zuletzt über die Inzidenzwerte und den Lockdown. Besonders die Frage nach Lockerungen stand im Raum. Außerdem wurden die Impf-Fortschritte in Israel und die Ansteckungsgefahr durch Kinder thematisiert. Beim Stichwort AstraZeneca-Impfstoff wurde der Virologe Prof. Alexander Kekulé besonders deutlich.

FernsehsendungMarkus Lanz (Talkshow)
ProduktionsunternehmenFernsehmacher (2008–2010); Mhoch2 TV (seit 2011)
Längeca. 75 Minuten
TitelmusikWir sind Helden – Nur ein Wort
Ausstrahlungsturnusdienstags–donnerstags
Jahr(e)seit 2008
SenderZDF

Markus Lanz (ZDF): Corona-Impfungen in Israel ist Thema in seiner Talkshow

Dass die Coronaschutz-Impfung nicht in allen Ländern auf der Welt gleichermaßen schnell und gut verläuft, ist kein Geheimnis. In Israel jedoch wurde der Wirkstoff schon vielen Menschen verabreicht. Obwohl die Inzidenzwerte in dem Land noch zwischen 100 und 200 liegen, wurde der harte Lockdown für beendet erklärt. Geimpften wird inzwischen ein „Grüner Pass“ erteilt, berichtet merkur.de.

„Die Angst vor Mutationen ist nach wie vor sehr groß“, stellte Journalist Michael Bewerunge dennoch am Dienstagabend (23. Februar) bei der Talkshow von Markus Lanz (ZDF) klar. Er war dem Moderator live aus Israel zugeschaltet. Seinen Angaben zufolge seien in dem Land inzwischen viele Geschäfte geöffnet worden – auch für Nicht-Geimpfte. Nichtsdestotrotz habe man auch hier weiterhin Angst vor den Coronavirus-Mutationen*, weshalb der Flughafen sowie die Landesgrenzen weiterhin dicht sind. Virologe Prof. Alexander Kekulé lobte Israel in Bezug auf die Impfungen. Beim Thema AstraZeneca-Impfstoff holte er jedoch zum Rundumschlag aus.

Virologe Kekulé mit provokative Aussage bei Markus Lanz (ZDF): „AstraZeneca ist Impfstoff zweiter Klasse“

In Deutschland sind bislang drei Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen. Es gibt zum einen den mRNA-Wirkstoff von Biontech und das Serum von Moderna. Zuletzt kam das Arzneimittel von AstraZeneca hinzu. Doch viele Menschen wollen sich nicht mit diesem Impfstoff impfen lassen und auch bei Medizinern und Virologen gehen die Meinungen bei diesem Thema weit auseinander. Ein Arzt aus Münster empfiehlt die Immunisierung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca* und sagt, dass der Corona-Impfstoff gut verträglich sei.

Andere Anwender berichten von häufigen Nebenwirkungen, weshalb die Impfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca in Krankenhäusern teilweise gestoppt wurde*, wie owl24.de berichtet. Markus Lanz hakte in der ZDF-Talkshow beim Virologen Kekulé nach: „AstraZeneca ist ein guter Impfstoff, ja oder ja?“ Sein Gast antworte zwar mit „Ja“, holte dann jedoch aus: „Aber es gibt auch sehr gute Impfstoffe.“ Der AstraZeneca-Impfstoff wirke derzeit in einer Größenordnung von 60 bis 70 Prozent. „Das reicht definitiv nicht aus, um eine Herdenimmunität zu erzeugen“, so der Virologe.

Des Weiteren sei es seiner Meinung nach schwierig den Wirkstoff an die mutierten Varianten des Virus SARS-CoV-2 anzupassen. „Der Impfstoff wirkt höchstwahrscheinlich nicht so gut bei den südafrikanischen und brasilianischen Varianten, die da kommen“, meinte Kekulé. Moderna und Biontech seien diesbezüglich besser aufgestellt. „Daher sage ich mal ein bisschen provokativ, die Wahrheit ist: AstraZeneca ist ein Impfstoff zweiter Klasse“, legte sich der Virologe fest und fügte an: „Besser zweite Klasse mit der Bahn fahren als zu Fuß gehen.“ In jedem Falle solle man sich impfen lassen. (Bei msl24.de lesen Sie, wie man einen Termin für die Impfung gegen das Coronavirus erhält.)

Virologe Alexander Kekulé forderte zuletzt eine neue Impfstrategie gegen das Coronavirus.

Markus Lanz (ZDF): Kinder weniger infektiös als Erwachsene? Virloge wird deutlich

Kurz vor dem Corona-Gipfel am 3. März sind erste Details bereits durchgesickert. Angela Merkel sprach sich für eine vorsichtige Lockerungs-Strategie aus, doch die Kanzlerin hat auch die Hoffnung, dass die Corona-Schnelltests dafür sorgen könnten, dass weitere Öffnungen in naher Zukunft in Deutschland realisierbar sind. Bei diesem Thema geriet der Bundesgesundheitsminister jedoch zuletzt in die Kritik. Wegen des Schnelltest-Debakels musste sich Jens Spahn m Deutschen Bundestag den kritischen Fragen der Abgeordneten stellen und Antworten liefern.

Das Thema Lockerungen kam auch bei Markus Lanz zur Sprache. Während beispielsweise die 7-Tages-Inzidenz in Münster wieder leicht gestiegen ist, nahmen ab dem 22. Februar wieder viele Kitas und Schulen in NRW ihren Betrieb auf. Virologe Kekulé kritisierte in der ZDF-Talkshow jedoch diesen Öffnungsschritt. Er schlug ein Konzept im epidemiologischen Sinne vor. Demnach hätte man seiner Meinung nach nicht alle Einrichtungen auf einmal öffnen sollen, sondern ein paar Schulen aus Gebieten mit hoher und niedriger Inzidenz. Hintergrund dessen sei auch das Wissen um die Ansteckungsgefahr, die von Kindern ausgehe. „Wir wissen, das ist inzwischen ganz klar, dass Kinder bis zur Grundschule weniger infektiös sind als Erwachsene“, sagte Prof. Alexander Kekulé. Mehr zum Thema Zweitimpfung mit Astrazeneca erfahren Sie bei owl24.de. (*Msl24.de, owl24.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Expa/ Jfk / dpa

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