In Wohnunterkunft an der Bahnhofstraße

Olsberg: Mann (49) wehrt sich gegen Abschiebung - Spezialkräfte nehmen ihn fest 

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[Update 12.16 Uhr] Olsberg - Großeinsatz der Polizei am Mittwochmorgen: In einer Wohnunterkunft an der Bahnhofstraße in Olsberg hatte sich ein Mann mit einem Messer verschanzt. Teile der benachbarten Sekundarschule wurden deshalb gesperrt. Der Mann wurde von Spezialkräften verhaftet.

In einer Wohnunterkunft an der Bahnhofstraße in Olsberg gab es am Mittwochmorgen ein Polizei-Einsatz. Das hatte die Polizei des Hochsauerlandkreises per Twitter mitgeteilt. Dort hieß es, eine Person drohte mit einem Messer in ihrem Zimmer. Der Bereich wurde durch die Polizei abgesperrt.

Mann drohte sich zu verletzen

Nach und nach wurden erste Hintergründe bekannt: Laut Polizei sollte am Mittwochmorgen ein 49-jähriger Mann aus Tadschikistan durch die Ausländerbehörde nach Litauen rücküberstellt werden. "Der Mann zog ein Messer, drohte sich zu verletzen und schloss sich in seinem Zimmer ein", heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Wie Polizeisprecher Holger Glaremin auf Nachfrage des SauerlandKurier erklärte, war der Mann alleine in seinem Zimmer. 

Die Polizei sperrte den Bereich daraufhin großräumig ab. Kurz nach 10 Uhr kam dann die Entwarnung: "Der 49-jährige Mann, der sich mit einem Messer in einer Wohnunterkunft in Olsberg eingeschlossen hatte, konnte soeben von Spezialkräften der Polizei verhaftet werden", teilte die Polizei auf ihrem Twitter-Kanal mit. Dabei wurde der 49-Jährige leicht verletzt.

Nach abgelehntem Asylantrag erneut eingereist

Wie ein Sprecher des Hochsauerlandkreises der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte, habe der in Litauen bereits einen Asylantrag gestellt. Im Februar 2017 sei der Mann zum ersten Mal nach Deutschland gereist, um Asyl zu beantragen. Der Antrag wurde abgelehnt und der 49-Jährige zurück nach Litauen geschickt. Im Juli 2018 sei er erneut nach Deutschland gekommen, um Asyl zu bekommen - wieder ohne Erfolg.

Aus Sicht der Kollegen sei er ein "unauffälliger Mann", berichtete der Pressesprecher. Jetzt versuche das Ausländeramt, ihn in Abschiebehaft zu geben. Entgegen erster Mitteilungen der Polizei hat der Mann laut der Kreis-Pressestelle aber keine Beamten bedroht, berichtet die dpa

Teile der Sekundarschule gesperrt

Der Einsatz hatte Auswirkungen auf den Unterricht der Sekundarschule, die schräg gegenüber der Unterkunft an der Bahnhofstraße liegt. Gebäudeteile in Sichtweite des Wohnheims waren wegen des Einsatzes vorsorglich gesperrt worden. Holger Glaremin betonte in diesem Zusammenhang aber auch, dass an der Schule niemand in Gefahr sei. Alle Maßnahmen seien laut Polizei "in enger Absprache" mit der Schulleitung vorgenommen worden. Der Unterricht der betroffenen Klassen wurde auf andere Räumlichkeiten verlegt.

Polizei-Einsatz in Olsberg: Mann droht mit Messer

Weil zwischenzeitlich Gerüchte über einen Amoklauf oder eine Geiselnahme in der Schule die Runde machten, appellierte die Polizei via Twitter: "Bitte keine Spekulationen in den sozialen Medien! Für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule besteht keine Gefahr."

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