1. wa.de
  2. NRW

Männliche Leichen in Hamm: „Heiße“ Spur führt nach Soest

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Markus Hanneken

Kommentare

Den Brand in der Soester Altstadt soll der 40-Jährige gelegt haben, der vor wenigen Tagen tot in einer Wohnung in Hamm gefunden wurde.
Den Brand in der Soester Altstadt soll der 40-Jährige gelegt haben, der vor wenigen Tagen tot in einer Wohnung in Hamm gefunden wurde. © Daniel Schröder (Archiv)

Der Fall des doppelten Leichenfunds im Hammer Osten hat eine unerwartete neue Komponente erhalten: Der jüngere der beiden Männer soll erst kürzlich in der Altstadt von Soest ein Haus angezündet haben. Womöglich hat er sich danach in Hamm versteckt.


Hamm/Soest - Nach der Entdeckung zweier männlicher Leichen in einem Hinterhof-Gebäude am Abend des 7. Juli ist im Tatort-Bereich inzwischen Ruhe eingekehrt. Nach dem vorläufigen Abschluss der KTU-Ermittlerarbeit in der Märkischen Straße wurde der dort zwischenzeitlich platzierte Container wieder abgeholt. Drinnen waren offenbar die Halbseligkeiten des getöteten Bewohners Volker K.

Der 52-Jährige war wenige Tage zuvor mit großer Wahrscheinlichkeit von einem 40-jährigen Mann aus Bad Sassendorf erstochen worden. Die ermittelnde Staatsanwältin Milena Klement sprach am Montag von „mehreren“ Messerstichen, was die Theorie eines Gewaltverbrechens untermauerte. Der Jüngere selbst beging in der Folge mutmaßlich Selbstmord. Offenbar lagen beide Männer schon einige Tage tot in der Wohnung, ehe sie entdeckt wurden - zumindest entwich aus dieser nach dem Öffnen der Tür Nachbarn zufolge starker Verwesungsgeruch.

Zu einem möglichen Tatmotiv konnte Staatsanwältin Klement auch am Montag noch nichts sagen. Die vermutete Verbindung des Hammers oder beider Männer in die Drogenszene halte sie „für irrelevant für das Tatgeschehen“.

Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus angezündet

Bekannt wurde am Montag indes, dass der Bad Sassendorfer am 19. Juni 2022 in der Soester Altstadt ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus angezündet haben soll, was einen Großeinsatz der Feuerwehr zur Folge hatte. Gemeldet war dort die Ex-Freundin des 40-Jährigen. Aufgrund starker Indizien schnell ins Visier der Fahnder geraten, wurde am 23. Juni wegen des dringenden Verdachts auf vorsätzliche Brandstiftung Untersuchungshaftbefehl gegen ihn erlassen.

Trotz eines medial verbreiteten Zeugenaufrufs blieb der 40-Jährige aber verschollen, bis am 7. Juli - also zwei Wochen später - seine Leiche in Hamm gefunden wurde.

Akte zu: „Gegen Tote wird nicht weiter ermittelt“

Die Ermittlungsakte zum Brand in der Soester Altstadt wird nun geschlossen. „Gegen Tote wird nicht weiter ermittelt“, erklärt der Arnsberger Oberstaatsanwalt Thomas Poggel. Der Schaden an dem Baudenkmal in der Höggenstraße wird von der Polizei auf rund 80.000 Euro geschätzt. Verletzt wurde niemand. Weitere Brandstiftungen werden dem Bad Sassendorfer nach offiziellen Angaben nicht angelastet.

Auch wenn es eine auffällige zeitliche Nähe der Geschehnisse gibt, sieht Staatsanwältin Klement bisher „keine Anhaltspunkte“ für einen direkten Zusammenhang. Gleichwohl bestehe natürlich „die Möglichkeit“, dass der Jüngere bei dem Hammer Unterschlupf gesucht und gefunden habe.

Ex-Freundin vor dem Nichts

Die Mieterin der Altstadtwohnung war vor zwei Jahren mit ihren zwei Kindern und dem Familienhund aus Franken nach Soest gezogen, „um sich ihren Traum vom glücklichen Familienleben zu verwirklichen“, heißt es in einem Spendenaufruf, der von Freunden der Haus-Mieterin auf der Plattform „Gofundme“ ins Leben gerufen wurde. Doch „ihre große Liebe“, für die sie „den Sprung“ wagt, lässt sie „auf frisch ausgepackten Koffern“ sitzen. Die Familie steht mangels Hausratversicherung vor dem Nichts.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion