Im Interview 

TV-Star Detlev Kümmel zu Corona: Dreharbeiten für Bares für Rares (ZDF) beginnen

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Detlev Kümmel (links) und Norbert Weßling, bei dem eine kleine Ausstellung stattfindet.

Lüdenscheid – Antiquitätenhändler, Fernsehstar, Galerist – man könnte meinen, dass Detlev Kümmel auch in Corona-Zeiten gut zu tun hat. Den „Bares für Rares“-Experten aus Brügge traf der Lockdown zu einem Zeitpunkt, zu dem sowohl Dreharbeiten für das TV-Format als auch Messen bereits „abgehakt“ waren.

„Die letzte Messe, bei der ich war, fand mit Beginn der Corona-Krise im Münsterland statt. Insofern habe ich Glück gehabt“, sagt er und schaut im Gegensatz zu vielen anderen Geschäftsleuten positiv in die Zeit nach Corona. 

Zunächst einmal: 

Wann und wie wird wieder für „Bares für Rares“ gedreht? 

Detlev Kümmel: Wir hatten ohnehin Drehpause, aber nächste Woche geht’s für mich wieder los. Wir drehen ganz positiv. Natürlich muss sich das Team neu sortieren und die Auflagen einhalten. Es wird anders werden.

Das ist bei uns wie bei den anderen TV-Formaten. Wir müssen Schlangen reduzieren, aber wir haben auch den Platz dafür. Da sitzt ein Haufen sehr kluger Köpfe, die sich Gedanken über die Sicherheitsvorkehrungen machen.

Also Expertisen mit Atemschutz?

Detlev Kümmel: Nein, das geht gar nicht. Wir brauchen für die Sendung immer Leute, die ihre Schätze anbieten. Aber wir halten dann Abstand. Wir haben noch einige Folgen im Kasten, die wir noch nicht gesendet haben. Aber wir haben vor, noch einige Jahre zu drehen – es geht weiter.

Und wie denkt der Brügger Detlev Kümmel über die Zeit während und nach Corona?

Detlev Kümmel: Vor allem positiv. Ich finde, wir haben alle extrem viel Zeit gewonnen, weil die dreißig ,mal eben’am Tag weggefallen sind. Und die Zukunft ist eine wirtschaftliche Herausforderung, aber kein Totschlag. Die Leute müssen lernen, wieder in einen Laden zu gehen, und weg vom Online-Shopping.

 Das Konsumverhalten muss wieder umgeschaltet werden. Rein in den Laden und da die Jeans kaufen. Aber das dauert. Ich verstehe das ja: Man kommt nicht raus, hat keinen Kontakt, kann noch nicht einmal fürs eigene Wohlbefinden zum Friseur - das zieht einen runter. Aber mal ehrlich, Homeoffice ist doch auch ein Stück Freiheit. 

Wenn ich Leute frage ,Wie geht es Dir’, kommt dann immer, dass das Geschäft so schlecht läuft. Aber danach hab ich ja gar nicht gefragt. Ich finde, Wohlbefinden ist wichtiger als drei Euro in der Tasche. Man sollte nicht so negativ denken, lieber positiv und nicht immer nur heulen.

Wie sind Expertisen in Corona-Zeiten möglich?

Detlev Kümmel: Das geht neuerdings online. Die Leute können mir gute Fotos ihrer Schätze schicken mit den passenden Eckdaten, damit ich recherchieren kann. Das kostet Zeit, und die Expertise ist nicht gratis. Die Leute wollen ja schließlich auch etwas Vernünftiges in der Hand haben. 

In einer Galerie brauche ich keine Abstandslinien. Ich lasse die Leute sowieso nur einzeln rein. Das wollte ich eigentlich schon vor Corona umsetzen. Die Leute sollen anrufen, einen Termin vereinbaren, und dann nehm ich mir die Zeit für eine Expertise.

Wird es wieder Schätztage in Brügge geben, vielleicht sogar mit den anderen prominenten Experten aus „Bares für Rares“?

Detlev Kümmel: Aber ja. Wenn ich wieder darf, gibt’s ein fettes Sommerfest, vielleicht auch mit Waldi. Wir werden uns wundern, wie schnell das wieder voll wird überall.

Nur wenige Wochen später muss Detlev Kümmel (Bares für Rares) wegen eines Kunstkaufs vor Gericht erscheinen

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