Zufällig vorbeikommende Polizeistreife stoppt Wahnsinns-Fahrt

Lkw-Fahrer aus dem Kreis Soest schläft betrunken mitten auf A2 bei Hamm ein

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Der Blick aus dem Streifenwagen der Polizei auf den Sattelzug, der parallel zum Verzögerungsstreifen der Anschlussstelle Hamm auf dem mittleren Fahrstreifen zum Stehen gekommen war.

[Update 14.49 Uhr] Hamm - Deutlich mehr als drei Promille beim Atemalkoholvortest vor Ort, ein noch höherer Wert bei einem weiteren Vortest im Krankenhaus: "Ordentlich getankt", so die Polizei Dortmund in einer aktuellen Pressemitteilung, hatte am späten Dienstagnachmittag bei Hamm auf der A2 in Fahrtrichtung Hannover "nicht nur ein Sattelzug, sondern offenkundig auch dessen 55-jähriger Fahrzeugführer." Der kam aus dem Kreis Soest - und war am Lenkrad eingeschlafen, mitten auf der Fahrbahn.

"Letztlich ist es vielen glücklichen Umständen zu verdanken, dass es durch diesen Vorfall nicht dramatischere Szenen auf der Autobahn gab. Den 55-Jährigen erwartet jetzt eine Strafanzeige wegen Trunkenheit im Verkehr", so die Ermittler aus Dortmund.

Im Gespräch mit unserer Redaktion konkretisierte die Polizei ihre Angaben dahingehend, dass die A2 in Fahrtrichtung Hannover ab ca. 16.55 Uhr für rund 20 Minuten gesperrt worden war.

Parallel zum Verzögerungsstreifen zum Stehen gekommen

In diesem Zeitfenster übernahm ein Polizeibeamter das Steuer des Sattelzuges und fuhr den Lkw von jener Stelle auf dem mittleren Fahrstreifen unmittelbar parallel zum Verzögerungsstreifen der Anschlussstelle Hamm bis auf den Rastplatz Rhynern Süd. Hier wurde der Sattelzug abgestellt.

Der Lkw-Fahrer aus dem Kreis Soest sei nach Zeugenangaben zunächst in Schlangenlinien über die gesamte Fahrbahnbreite gfahren - "und zwar in Schrittgeschwindigkeit! Plötzlich - ohne ersichtlichen Grund - stoppte der Sattelzug auf der Hauptfahrbahn", schildert die Polizei den weiteren Verlauf. Es habe sich hinter dem Sattelzug ein Rückstau gebildet.

Gewaltiges Erstaunen bei den Polizeibeamten

"Einem Streifenteam der Autobahnpolizeiwache Kamen, das eigentlich zu einem anderen Einsatz unterwegs war, fielen der Rückstau und der auf der Autobahn stehende Sattelzug auf.

Da ein parkender Lkw auf der Autobahn eher ungewöhnlich ist, kümmerten sich die Polizeibeamten um Aufklärung in diesem akuten Fall. Ein Blick ins Führerhaus zauberte ganz gewaltiges Erstaunen und Fragezeichen in die Gesichter der Beamten: Auf dem Fahrersitz stellten die Beamten den 55-Jährigen auf seinem Fahrersitz fest, der über dem Lenkrad lag und einen überaus hilflosen Eindruck vermittelte.

Energisches Klopfen weckt den Fahrer auf

Da die Fahrzeugtür nicht zu öffnen war, gingen die Einsatzkräfte von einem medizinischen Notfall aus und forderten einen Rettungswagen an. Durch energisches Klopfen an die Fahrzeugtür wurde diese dann doch noch durch den Fahrzeugführer geöffnet. 

Einen Versuch des Fahrers, mit dem Sattelzug erneut anzufahren, konnten die Beamten umgehend unterbinden. Der Schlüssel wurde sichergestellt", so die Polizei weiter.

Eine kurze wache Phase genutzt

Zwischenzeitlich sei der Notarzt eingetroffen. "Seine Diagnose: keine krankhaften Befunde! Aber: starker Alkoholkonsum, der Fahrer war schlichtweg sturzbetrunken. Letztlich war der 55-Jährige bedingt durch seinen Alkoholisierungsgrad am Steuer eingeschlafen."

Wenig später habe ein Atemalkoholvortest vor Ort einen Wert von über drei Promille ergeben, ein weiterer Vortest im Krankenhaus nochmals einen höheren Wert. 

"Dem Fahrzeugführer wurde eine Blutprobe entnommen. Eine kurze wache Phase nutzten die Polizeibeamten, um dem Mann das Führen erlaubnispflichtiger Kfz zu untersagen und seinen Führerschein sicherzustellen."

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