Notfallteams, Zuspruch und Zuversicht

Corona-Quarantäne bei Lippewelle: Wie der Radiosender trotz Krise „on air“ bleibt

Redaktion der Lippewelle unter Quarantäne: Moderator Jens Heusener und Chefredakteurin Colleen Sanders moderieren in getrennten Studios.
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Redaktion der Lippewelle unter Quarantäne: Moderator Jens Heusener und Chefredakteurin Colleen Sanders moderieren in getrennten Studios. (Ein Klick rechts oben ins Bild zeigt das komplette Motiv.)

Ein Corona-Fall zwingt die Redaktion der Lippewelle in Quarantäne, der Großteil der Mitarbeiter hängt zuhause fest. Aber der Sendebetrieb muss - und wird! - weiterlaufen. Das Stichwort lautet „Arbeitsquarantäne“.

Hamm - „Heute ist alles anders bei uns in der Lippewelle-Redaktion.“ Mit diesen Worten begrüßte Moderator Jens Heusener am Dienstagmorgen die Hörer in Hamm. Es ist der „Was-passiert-wenn“-Fall eingetreten: Eine Mitarbeiterin wurde am Montagvormittag positiv auf das Coronavirus getestet, die komplette Redaktion des Radiosenders steht daher seit Dienstag unter Quarantäne.

Zusammen mit Jens Heusener moderierte Chefredakteurin Colleen Sanders die Lippewelle-Morningshow am Dienstag - räumlich voneinander getrennt in unterschiedlichen Studios. Quarantäne und trotzdem im Büro? Das geht - denn als Radiosender gilt die Lippewelle als systemrelevant. Daher dürfen einige Mitglieder der Redaktion in die sogenannte Arbeitsquarantäne.

Allein auf weiter Flur, aber mit Maske: Jens Heusener und Colleen Sanders blinzeln durch die Türen der beiden Studios.

Lippewelle-Redaktion unter Quarantäne: So läuft der Sendebetrieb weiter

Arbeitsquarantäne bedeutet, dass ein kleines Sonderteam der Lippewelle trotz der Anordnung, sich zu isolieren, in den Sender kommen darf, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. „Die Regeln sind sehr streng, aber wir können so weitersenden“, erklärt Colleen Sanders auf WA.de-Anfrage. Am Dienstagmorgen befand sie sich mit Jens Heusener und Lippewelle-Reporterin Svenja Jesse in dem Großraumbüro, die Kommunikation lief per Telefon und Funk ins Studio. Bis auf den Weg in die Redaktion muss sich aber auch das Sonderteam an die Quarantäne-Regeln halten, darf beispielsweise nicht einkaufen gehen.

Sanders zeigte sich nach der ersten Frühsendung unter Quarantäne-Bedingungen zufrieden und zuversichtlich zugleich. Größte Vorsicht sei geboten, weil unklar ist, ob sich womöglich noch jemand weiteres angesteckt habe - „auch wenn das sehr unwahrscheinlich ist“. Alles werde daher „so minimal gehalten“ wie eben möglich. Sprich: Der Testlauf am heutigen Dienstag gilt als Blaupause für die weitere Woche. „Hier und da können wir vermutlich nicht den gewohnten Umfang liefern“, bittet Sanders um Verständnis. „Aber wir werden natürlich unser Bestes geben.“

Redaktion der Lippewelle unter Quarantäne

Arbeitsquarantäne bei der Lippewelle: Räumliche Trennung auch zuhause

„Das Wichtigste ist, der Kollegin geht‘s gut. Sie hatte nur leichte Halsschmerzen, die sind schon wieder weg. Sie hatte sich bei ihrem Mann angesteckt und der bei sich im Büro, so schnell geht das dann“, erklärte Jens Heusener den Lippewelle-Hörern in der Morningshow. Kein anderer habe derzeit Symptome, alle würden sich gut fühlen.

Auch zuhause gilt es für die Lippewelle-Leute übrigens zu allen Zeiten die räumliche Trennung vom Partner/der Partnerin beziehungsweise der Familie einzuhalten. Das gilt auch und besonders für das Ehepaar Sanders/Heusener.

Arbeitsquarantäne bei der Lippewelle: Spielregeln für Großraumbüros

Erst in dieser Woche hatte das RKI die Quarantäneregeln für Großraumbüros noch einmal verschärft. „Und mit den verschärften Regeln wurden wir alle als Kontakt ersten Grades eingestuft.“

Der Kontakt zum Gesundheitsamt Hamm habe übrigens sehr gut geklappt, so Sanders. „Wir sind super betreut worden.“

Arbeitsquarantäne bei der Lippewelle: Hörer reagieren verständnisvoll

Die besondere Situation sorgt indes nicht für besonders viele Rückmeldungen über die verschiedenen Kanäle des Senders. Über E-Mail und WhatsApp kommen kaum Meldungen, über Facebook und Instagram allerdings schon. Wie Redaktionsmitglied Svenja Jesse erzählt, sei der Ton durchweg sehr verständnisvoll. Gute Wünsche stünden im Vordergrund und Dankbarkeit, dass es trotzdem irgendwie weiter gehe. Eine Hörerin bot sich sogar - mit Augenzwinkern - an, im Notfall die weitere Moderation zu übernehmen...

Nötig sein wird das allerdings nicht. Denn mit Hendrik Frost, Sharin Leitseiser und Simon Brinkmann wurde inzwischen auch das Mini-Team für die Nachmittage definiert. Die Abläufe und das Personal fürs Wochenende und für die kommende Woche - die Quarantäne-Weisung gilt noch bis Mittwoch - gilt es im Detail noch zu planen. In einer Zoom-Konferenz tauschte sich die Chefredakteurin am Dienstagmittag mit allen abgeschotteten Kollegen und Kolleginnen zur ungewöhnlichen Situation aus.

Eine Zoom-Konferenz brachte am Dienstagmittag die Mitarbeiter der Lippewelle zusammen.

Weil Radio auch und besonders vom Austausch mit den Hörern lebt, will das Lippewelle-Team die Hörer in den kommenden Tagen an seinem „Schicksal“ teilhaben lassen. Wie? Das wird sich an jedem neuen Tag während der Sendungen zeigen...

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